Am 28. Spieltag hätte die Saison noch einmal kippen können - doch dann kam Mario Götze. Die Spitzenplätze sind wohl vergeben.

Für gut 130 Sekunden sah es am Samstagnachmittag so aus, als könnte das Titelrennen in der Bundesliga doch noch einmal spannend werden.

Hannover 96 war bei Tabellenführer Borussia Dortmund gerade in Führung gegangen, Bayer Leverkusen hätte den Rückstand auf den BVB mit einem Sieg in Kaiserslautern auf vier Punkte verkürzen können.

Tatsächlich gewann die Werkself auf dem Betzenberg dann auch. Doch Fußball findet bekanntermaßen nicht im Konjunktiv, statt und in Dortmund gab es ja auch noch Mario Götze.

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Als der 18 Jahre alte Nationalspieler in der 59. Minute ein starkes Solo mit freundlicher Mithilfe von Hannovers Karim Haggui zum 1:1 vollendete, war das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Dortmunds Meister-Moment, der Augenblick, in dem das schwerste Hindernis auf dem Weg zum Titel überschritten wurde.

Befreit durch Götzes Treffer spielte die Borussia angetrieben von Götze anschließend groß auf und ließ die Unkenrufe der vergangenen Wochen verstummen. Nur fünf Tore in den fünf Heimspielen der Rückrunde, zuletzt die Niederlage in Hoffenheim und das 1:1 gegen Mainz und über die gesamte Saison schon zahlreiche vergebene Großchancen riefen einige Zweifler auf den Plan.

Am Samstagmittag: alles vergessen. Der Knopf ist wieder auf beim BVB, die sieben Punkte Vorsprung auf Leverkusen werden sich die Dortmunder in den verbleibenden sechs Spielen nicht mehr nehmen lassen.

Sehr gut möglich, dass die Reihenfolge an der Liga-Spitze am Saisonende die gleiche sein wird wie nach dem 28. Spieltag: Leverkusen hat als Zweiter sieben Zähler Rückstand auf Platz eins, ebenso viele Punkte Vorsprung auf Platz drei und ist so souverän und gefestigt, dass selbst der feststehende Abschied von Jupp Heynckes das Team nicht aus dem Tritt bringt.

Heynckes künftiger Arbeitgeber findet sich da wieder, wo er mindestens bleiben muss, um den "Albtraum" Europa League zu vermeiden. Gegen Gladbach gewann der FC Bayern erstmals in dieser Saison zum dritten Mal in Folge.

Seitdem die Trennung von Trainer Louis van Gaal zum Saisonende feststeht, haben die Bayern alle Ligaspiele gewonnen, das Restprogramm ist bis auf das direkte Duell mit Bayer in zwei Wochen dankbar. Zudem griffen die Münchner zuletzt zweimal auf altbekannte Trockenheit statt neu-holländische Spielkunst.

Die Spielkunst ist in dieser Saison nicht erst seit Götzes Sololauf vom Samstagnachmittag in Dortmund zuhause, beim kommenden Meister.

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