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Mario Gomez (l.) wurde 2007 mit Stuttgart und 2010 mit den Bayern Deutscher Meister © getty

Nach dem Krampfsieg über Gladbach wähnt Mario Gomez die Bayern im Duell um Platz 3 im Vorteil. Er erkennt aber auch Fehler.

Aus der Allianz Arena berichtet Christian Paschwitz

München - Es war nicht wirklich das Spiel des FC Bayern. 373533(DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Auch wenn der Rekordmeister am Ende gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach noch die Kurve bekam, das goldene Tor von Arjen Robben zum 1:0 (0:0) den Sprung auf Rang drei bescherte und damit den lang ersehnten Champions-League-Platz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Unter dem Strich aber enttäuschte das Team von Coach Louis van Gaal - und auch sein bester Vollstrecker Mario Gomez (19 Saisontore) war keineswegs zufrieden.

"Wir waren nicht spritzig genug. Das reicht dann, wenn man Pech hat, nicht mal gegen den Tabellenletzten", sagte der Stürmer.

Vorne fast "verhungert"

Im Interview wähnte sich Gomez im Fernduell um den Königsklassen-Startplatz mit Hannover 96, das in Dortmund klar verlor, dennoch leicht im Vorteil.

Dass er gegen Gladbach als Bayerns alleiniger Stürmer mehr oder weniger "verhungerte", wollte der Nationalspieler deshalb auch nicht überbewerten.

Und auch zu seinem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Freiburgs Papiss Demba Cisse um die Torjäger-Krone hatte Gomez eine Meinung.

Frage: Herr Gomez, drei wichtige Punkte auf der Habenseite - aber berauschend war der Auftritt nicht.

Mario Gomez: Wir haben uns wirklich nicht sehr viele Chance herausgespielt. Der Gegner hat das gut gemacht. Ohnehin hat Gladbach meiner Meinung nach mehr Qualität, als es der Tabellenplatz aussagt. Aber die Umstände waren für uns auch nicht optimal: Es hat auf die Beine gedrückt, auch bei mir. Aber das darf keine Ausrede sein.

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Frage: Es gab sehr viele Fehlpässe, das Bayern-Spiel wirkte uninspiriert. Warum?

Gomez: Wie gesagt: Wenn du schwere Beine hast, wird es schwer. Der Gegner hat nur versucht zu verteidigen und auch nicht viel fürs Spiel gemacht. Uns haben auch in der Konzentration ein paar Prozent gefehlt. Das reicht dann, wenn man Pech hat, nicht mal gegen den Tabellenletzten. Das reicht dann gegen keine Mannschaft.

Frage: Die vielen langen Bälle gerade vor der Pause waren auch nicht gewinnbringend.

Gomez: Die Gladbacher haben sehr kopfballstarke Innenverteidiger, deshalb ging da wenig. Aber wir wollten ohnehin anders ins Spiel kommen als mit langen Bällen. Das haben wir zum Glück dann auch in der zweiten Halbzeit gemacht und verdient gewonnen.

Frage: Ist die Bayern-Welt denn jetzt wieder in Ordnung - mit Platz drei?

Gomez: Wir haben noch sechs Spiele zu gehen, da wollen wir nach Möglichkeit alles gewinnen. Wichtig war nun, Hannover endlich mal zu überholen. Die werden nach wie vor unterschätzt - wenn die wieder gewonnen hätten, wäre unser Ergebnis auch wertlos gewesen. Jetzt haben wir es wieder selbst in der Hand.

Frage: Zwischenzeitlich waren Sie und die Bayern vier Punkte hinter den Hannoveranern, als die in Dortmund führten. Hat Sie das nicht geschockt?

Gomez: Wir haben nicht nach Dortmund geschaut, sondern nur auf uns und Platz drei. Gut, dass der Arjen dann noch das Tor gemacht hat. Wichtig ist immer, was nach dem Spiel steht. Ich hoffe nicht, dass wir so dumm sind, Platz drei wiederherzugeben. Nächste Woche in Nürnberg müssen wir gewinnen und uns steigern. Und ich bin mir sicher, dass uns das gelingt.

Frage: Im Sturm sind Sie fast vereinsamt, haben kaum Bälle bekommen. Wäre es nicht wünschenswert, auch mal mit zwei echten Stürmern zu spielen?

Gomez: Wir haben uns allgemein zu wenig herausgespielt, keine Frage. Es lag aber nicht daran, sondern an anderen Dingen: Wir waren einfach nicht spritzig genug. Aber solche Spiele gibt es - umso wichtiger, dass wir noch gewonnen haben, auch wenn wir etwas zittern mussten, bevor Arjen traf.

Frage: Sollte Louis van Gaal vielleicht mehr Risiko spielen? Vieles ist schließlich immer nur auf den Ballbesitz ausgelegt?

Gomez: Auch das ist nicht unser Problem. Und ich persönlich spiele schließlich auch eine gute Saison, ich schieße viele Tore.

Frage: Freiburgs Papiss Cisse hat nun übrigens auch sein 19. Saisontor gemacht.

Gomez: Wichtig ist, was am Ende der Saison steht.

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