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Der blanke Hass: Bayern-Fans beschimpfen Uli Hoeneß auf Plakaten © imago

Dem Bayern-Präsidenten schlägt vom eigenen Anhang Hass entgegen - wegen der Löwen-Hilfe und einem möglichen Neuer-Transfer.

München - Uli Hoeneß verließ wortlos und mit versteinerter Miene das Stadion. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dem Präsidenten des FC Bayern hatte aber weniger die schlechte Vorstellung der Mannschaft beim mühsam errungenen 1:0-Arbeitsieg gegen Borussia Mönchengladbach gründlich die Stimmung verdorben.

Vielmehr musste sich Hoeneß heftige Attacken der eigenen Fans gefallen lassen. 373533(DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Konkret: Der 59-Jährige wurde übel beschimpft, musste sich Hass-Gesänge anhören und wurde auf Plakaten sogar als "Lügner" bezeichnet.

Hoeneß seit 40 Jahren bei Bayern

Ein echter Affront - denn es gibt wohl keinen, der den FC Bayern seit fast 40 Jahren so sehr im Herzen trägt wie Hoeneß.

Ob als Spieler, Manager oder jetzt als Präsident - der FC Bayern war und ist das Lebenswerk von Uli Hoeneß. Hoeneß ist eigentlich der FC Bayern.

Für Sportdirektor Christian Nerlinger war das Verhalten der Anhänger deshalb ein echtes "Schockerlebnis".

"Schockerlebnis" für Nerlinger

Es sei "eine Schande für den FC Bayern, wie sich Teile der Fans verhalten haben gegen einen Mann, der in den letzten 30 Jahren nichts anderes im Kopf und im Herzen gehabt als den FC Bayern. Diese Schärfe ist absolut unangebracht", sagte ein aufgebrachter Nerlinger der "Bild am Sonntag".

Hintergrund des Ganzen: Die Wut-Fans lehnen eine Verpflichtung von Schalkes Nationaltorhüter Manuel Neuer vehement ab und kritisieren darüber hinaus die Hilfe der Bayern für den finanziell stark angeschlagenen Erzrivalen 1860 München.

Die Proteste gegen Neuer hatte es zuletzt schon mehrmals gegeben, erstmals beim DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Königsblau. (342198DIASHOW: Koan Neuer)

[kaltura id="0_2zded9h1" class="full_size" title="Fan Aufstand gegen Hoene "]

Lattek: "Ein gutes Spiel und das Gröbste ist abgebaut"

SPORT1-Experte Udo Lattek sagte im Doppelpass dazu: "Wenn Neuer hier herkommt und ein gutes Spiel hat, dann ist das Gröbste schon mal abgebaut. Beim zweiten Spiel rufen sie schon: 'Unser Neuer, unser Torwart'".

Und der Ex-Bayern-Coach fügte mit Blick auf seine Erfahrung zuversichtlich an: "Das wird einfach so gehen wie bei allen anderen Spielern auch."

Er halte es für "verrückt", wenn sich der FC Bayern wegen der Fan-Proteste den Neuer-Transfer entgehen ließe.

"Hoeneß, du Lügner"

Einige Botschaften im Stadion waren am Samstag allerdings massiv.

"Neuer im Tor ist für uns wie Trainer Daum und Manager Lemke für Dich", stand auf einem an Hoeneß gerichteten Banner.

"Wer den Blauen (1860 München, Anm. d. Red.) Millionen zuschiebt, hat unser Vertrauen nicht verdient. Hoeneß, du Lügner", war zu lesen.

Oder: "Blaue Schweine schlachtet man und rettet sie nicht. Und du willst Metzger sein, Uli?"

Beim Anpfiff der Partie gegen Gladbach hatte es zudem eine Sitzblockade gegeben, die Mannschaft wurde von einem Teil der Fans in der Südkurve auch nicht angefeuert.

Appell an die "Fans"

Nerlinger forderte deshalb die sogenannten Fans eindringlich auf, ihr Verhalten zu überdenken: "Wir sollten uns alle wieder auf das Wesentliche konzentrieren, das ist die Mannschaft des FC Bayern. "

Hoeneß selbst wollte sich am Sonntag zunächst nicht zu den Entgleisungen der eigenen Anhänger äußern.

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