SPORT1-Kolumnist Huub Stevens gibt dem Kiezklub keine Schuld am Spielabbruch und sieht Dortmunds Meisterprüfung als bestanden an.

Hallo Fußball-Freunde,

St. Pauli hat im Abstiegskampf einen Rückschlag erlitten - nicht nur wegen der Niederlage gegen Schalke, sondern vorn allem wegen des Spielabbruchs.

Ich bin zwar in meiner Karriere auch schon oft beworfen, aber zum Glück nie getroffen worden.

Für den Linienrichter muss es ein unheimlicher Schock gewesen sein, weil er den Bierbecher ja nicht gesehen hat.

Für St. Pauli ist es sehr ärgerlich, weil die Hamburger in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet haben und nun in einem schlechten Licht dastehen, obwohl der Verein für einen einzelnen Verrückten nichts kann.

Derweil hat meiner Meinung nach Borussia Dortmund an diesem Spieltag endgültig die Meisterprüfung bestanden.

Entscheidend war, dass die Mannschaft direkt nach dem 0:1 von Hannover wieder zurückgekommen ist. Ich hatte den Eindruck, dass das Gegentor beim BVB die Bremse gelöst hat.

Ich glaube schon, dass die Dortmunder vor dem Spiel darüber nachgedacht haben, was bei einem weiteren Punktverlust passiert. Aber nach diesem Sieg kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass der BVB den Titel noch aus der Hand gibt.

Dahinter sollte Leverkusen bei sieben Punkten Vorsprung auf die Bayern den zweiten Platz halten, wofür ihnen ein Riesenkompliment gebührt.

Ich denke, dass die Münchner natürlich enttäuscht sind über den Saisonverlauf. Aber am Ende werden sie unheimlich zufrieden sein, wenn sie Dritter werden.

Dann werden sie mit Jupp Heynckes einen Neuanfang starten. Ich glaube, dass er eine gute Wahl und der richtige Mann für die Bayern ist. Er hat dort schon erfolgreich gearbeitet und er besitzt die Erfahrung, um mit dem Umfeld klarzukommen.

Auch die Rückkehr von Christoph Daum ist gut für die Bundesliga. Er hat seine Qualitäten schon oft unter Beweis gestellt und ist immer ein Gewinn - egal, wo er arbeitet.

Bei seinem Einstand hat Frankfurt allerdings Glück gehabt. Wolfsburg hatte die besseren Chancen und ich denke, dass der späte Ausgleich mit einem Mann weniger der Mannschaft etwas Vertrauen zurück gibt.

Sie müssen natürlich aufpassen, aber sie haben die Qualitäten, um da unten noch rauszukommen.

Im Tabellenkeller bleibt es auch nach diesem Spieltag unheimlich eng, da darf sich niemand zurücklehnen.

Für Gladbach sieht es natürlich am schlechtesten aus.

Bis dahin,Euer Huub Stevens

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