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Torsten Frings (r.) erzielte gegen Stuttgart das 48. Bundesligator seiner Karriere © getty

Sinneswandel bei Werders Kapitän Torsten Frings: Statt Karriereende kann sich der 34-Jährige eine Vertragsverlängerung vorstellen.

Von Daniel Michel

München - Und es kribbelt doch noch:

Nach Bremens Serie von fünf Spielen ohne Niederlage verspürt Kapitän Torsten Frings offenbar doch wieder Lust auf Fußball - und Werder. 373533(DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Nachdem es zuletzt hartnäckige Spekulationen über ein Karriereende des 34-Jährigen gegeben hatte, kann dieser sich nun doch vorstellen, über sein Vertragsende im Sommer hinaus bei den Norddeutschen zu spielen.

"Ich will erfolgreich Fußball spielen. Wir sollten uns mal zusammensetzen, damit beide Seiten wissen, wo es lang geht. Ich will Klarheit", sagte Frings der "Bild".

Manager Klaus Allofs will sich nicht unter Druck setzen lassen: "Wir beide haben doch alles besprochen und ein weiteres Gespräch ist in Aussicht gestellt."

Frings wollte 2010 verlängern

Seinen Vertrag verlängern zu wollen, hatte Frings bereits vor einem Jahr verkündet. "Ich fühle mich frisch, bin richtig gut drauf. Deshalb will ich noch einige Jahre Fußball spielen", hatte er damals betont.

Doch dann folgte Werders Talfahrt im Herbst 2010: Frühes Aus in der Gruppenphase der Champions League und im DFB-Pokal, akute Abstiegsgefahr in der Liga. Der Kapitän hatte die schwachen Auftritte seiner Mannschaft satt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor einigen Wochen kündigte Frings in der "Syker Kreiszeitung" sein Karriereende für 2011 an: "Ich werde 35 Jahre - ich möchte nicht mehr, es reicht".

Neuer Teamgeist bei Werder

Für Frings Sinneswandel ausschlaggebend könnte auch der neue Teamgeist bei Werder sein. Frings hatte den Zusammenhalt in der Mannschaft bemängelt und für die Talfahrt der Werderaner verantwortlich gemacht.

Jetzt scheint Werder zur Geschlossenheit zurückgefunden zu haben. "Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir wieder eine Mannschaft sind", stellte Frings zufrieden fest:

"Vor Wochen hätte uns ein 0:1 noch das Genick gebrochen. Jetzt sind wir als Mannschaft zusammengewachsen, wir überzeugen als Team", betonte er nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart. Den Ausgleichstreffer gegen die Schwaben erzielte Frings selbst, es war bereits sein fünftes Saisontor.

"Ich will auf jeden Fall noch weiterspielen. Bei mir hat heute alles geklappt. Wenn die mit mir nicht verlängern, dann weiß ich auch nicht", erklärte Frings.

Frings stellt Bedingungen

Für eine Verlängerung seines Vertrages stellt der 34-Jährige allerdings Bedingungen. "Solch ein Jahr will ich nicht nochmal erleben. Wir stecken ja nicht umsonst unten drin. Ich würde daher gern sehen, was der Verein dagegen tut", sagte Frings.

Jedoch habe er "keine Ahnung, was der Verein vorhat. Vielleicht will er ja einen Umbruch."

Werder-Manager Allofs muss durch die verpasste Europacup-Teilnahme in seinem Kader umbauen und aussortieren.

Für die Stützen im Team wie Per Mertesacker und Tim Wiese soll es aber Verträge über 2012 hinaus geben. "Ich bin optimistisch, dass es bei beiden Spielern in Richtung Verlängerung geht", erklärte Allofs.

Kollegen wollen Frings halten

Für neue Stars will der Manager kein Geld ausgeben. Das könnte die Position von Frings im Vertragspoker stärken.

Mit 79 Länderspielen zählt der Vize-Welt- und ?Europameister zu den erfahrensten Spielern. Unterstützt wird der Werder-Kapitän, der in dieser Saison noch sein 400. Ligaspiel bestreiten kann, von seinen Teamkollegen.

"Ich traue ihm zu, noch ein weiteres Jahr auf diesem hohen Niveau zu spielen", sagte Clemens Fritz. Auch Tim Borowski will den Kapitän weiter an Board sehen:

"Dass er aufhört, glaube ich erst, wenn er in der neuen Saison wirklich nicht mehr auf dem Platz steht. Ich würde mich sehr freuen, wenn er bleibt."

Frings selbst sieht nun die Werder-Bosse am Zug: "Das Signal zu Gesprächen muss vom Verein kommen."

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