vergrößernverkleinern
Christoph Daum hat als Trainer 1992 die Deutsche Meisterschaft mit Stuttgart gewonnen © getty

Der Eintracht-Coach legt sich nach geglücktem Comeback auf einen Keeper fest und "verlinkt" sich mit Magath.

Wolfsburg - Er wetterte gegen den Schiedsrichter, applaudierte seinen Spielern und ließ sich am Ende von den Fans feiern: Christoph Daum ist zurück.

Nach 695 Tagen Abstinenz meldete sich der Motivator in alt-bekannter Manier auf der Bundesliga-Bühne zurück.

Mit dem 1:1 (0:0) beim VfL Wolfsburg feierte er eine geglückte Rückkehr in den Stressalltag Bundesliga.

"Alle meine inneren Organe funktionieren noch", sagte Daum nach den ersten 93 Spielminuten als Eintracht-Coach.

Letztmals hatte der 57-Jährige am 8. Mai 2009 für den 1. FC Köln an der Seitenlinie gestanden.

"Ich wollte unbedingt zurückkommen. Wenn man so eine Partie am Spielfeldrand erlebt, dann ist das kaum zu beschreiben. Dieses Fluidum in den Stadien ist einmalig."

"Wir leben"

Daum wäre nicht Daum, wenn er das öffentliche Interesse an seiner Person nicht auch für gezielte Motivationsbotschaften an seine Spieler nutzen würde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es hat riesigen Spaß gemacht, diese Mannschaft zu führen. Sie hat Begeisterung und Leidenschaft gezeigt", meinte der Rückkehrer und wurde pathetisch: "Wir haben allen gezeigt: Wir leben!"

Strahlemann des Tages

Im Rampenlicht setzte Daum gekonnt die Effekte und stellte Wolfsburgs Alleinherrscher Felix Magath in den Schatten.

Im feinen Anzug mit rot-weißer Krawatte hatte Frankfurts Retter die VW-Arena betreten, ehe er kurz vor Spielbeginn in einen Trainingsanzug schlüpfte und für Verwirrung sorgte. "Das ist man dem Sponsor schuldig", so Daum.

Auch während des Spiels blieb der einstige Meistercoach im Blickpunkt. Er lief wie ein Rumpelstilzchen an der Seitenlinie auf und ab lieferte am Ende anders als der mürrische Magath die Strahlemannbilder des Tages.

Daum dankt seinem Keeper

"Ich bin hochzufrieden mit dem Punkt", sagte Daum. Ein Sieg wäre auch für Daum des Guten zu viel gewesen.

"Dafür war Wolfsburg zu stark. Was der Felix allein eingewechselt hat, war Extraklasse. Da kam eine Granate nach der anderen. Wir können uns bei unserem Torwart bedanken, dass wir einen Punkt geholt haben."

Die Rede ist von Ralf Fährmann. Obwohl Oka Nikolov nach seiner Fußverletzung wieder fit war, stand der Youngster im Tor und bestätigte das Vertrauen mit starken Reflexen.

Coach legt sich fest

Als Belohnung erhielt der 22-Jährige die Zusage, die Nummer eins zu bleiben. "Ich will keinen andauernden Konkurrenzkampf auf dieser Position", sagte Daum.

Der gelobte Schlussmann gab das Kompliment an den Trainer zurück. "Er ist ein Typ, der uns immer wieder aufbaut", sagte Fährmann.

Auch Abwehrspieler Maik Franz sprach von einer neuen Stärke. "Ich glaube schon, dass man gesehen hat, dass wir eine aggressivere Art zeigen."

Mit Magath "verlinken"

In der Stunde des gelungenen Comebacks reagierte Daum auch gelassen auf die Feststellung einiger Journalisten, dass sein Beliebtheitswert deutlich niedriger sei als der von Felix Magath - zumindest auf der Internet-Plattform Facebook, die mehrere hunderttausend Freunde Magaths registriert.

Daum: "Das macht nichts. Ich werde meine Seite mit der von Felix verlinken, dann haben wir beide ganz viele Freunde."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel