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Reinhard Rauball (l.) und Hans-Joachim Watzke führen den BVB seit 2005 © getty

Die Tabellenführung ist eindeutig und BVB-Coach Klopp spricht schon vom Titel. Doch Präsident Rauball blockt bei SPORT1.

Aus Osnabrück berichtet Martin Volkmar

Osnabrück - Jürgen Klopp macht es seit seinem Auftritt bei SPORT1, Kevin Großkreutz sowieso.

Doch die Bosse von Spitzenreiter Borussia Dortmund scheuen sich auch nach dem beeindruckenden 4:1 gegen Hannover weiter, die Meisterschaft als Ziel auszugeben.

"Warum sollte ich das tun?", sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball zu SPORT1(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Niemand kann mir beweisen, dass das eintritt, nur weil ich es wollte. Da erinnere ich nur an die Sprüche beim FC Bayern vor dem Spiel gegen uns. Und wie ist es am Ende gekommen?"

Auch Watzke bleibt zurückhaltend

Am Ende haben die Westfalen bekanntlich souverän beim Rekordmeister 3:1 gewonnen, weshalb auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke das Credo der Führung betont.

"Vom Reden ist noch keiner Meister geworden", erklärte er, ließ sich in der "Bild" aber immerhin ein wenig aus der Reserve locken.

"Wir können nach dem Big Point gegen Hannover davon ausgehen, dass wir die direkte Teilnahme zur Champions League erreicht haben. Aber bis zum Titel haben wir noch sechs schwere Spiele."

Sieben Punkte auf Leverkusen

Ernsthafte Zweifel an der siebten Meisterschaft haben angesichts des beruhigenden Vorsprungs von sieben Punkte auf Bayer Leverkusen wohl auch Watzke und Rauball nicht mehr.

Doch beide wehren sich gegen die Superlative, mit denen die BVB-Überflieger und aktuell vor allem Supertalent Mario Götze bejubelt werden.

Watzke schob zudem dem angeblichen Interesse von Manchester United und FC Barcelona einen Riegel vor.

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"Er ist unverkäuflich. Mario hat bei uns einen Vertrag bis 2014. Und so lange wird er auch mindestens in Dortmund bleiben."

Darauf hofft auch Rauball, der den 18-Jährigen erst ganz am Beginn einer großen Karriere sieht und ihn daher ähnlich wie Trainer Jürgen Klopp am liebsten weiter in Watte packen würde.

"Mario Götze ist ein toller Fußballer, aber auch jemand, der sich gerade erst rasiert. Wenn ich dann lese, er erinnert an Messi, dann würde ich eine zurückhaltendere Formulierung befürworten", meinte Dortmunds Präsident.

Weniger zurückhaltend zeigte sich Rauball in seiner Funktion als DFL-Boss bei einer Podiumsdiskussion des Verbandes Deutscher Sportjournalisten in Osnabrück.

[kaltura id="0_c4ntsbo6" class="full_size" title="Watzke erteilt Götze-Wechsel eine Absage"]

Kritik an Hoeneß-Kritikern

So forderte er ein lebenslanges Stadionverbot für den Bierbecherwerfer von St. Pauli und kritisierte auch die massiven verbalen Attacken einiger Bayern-Anhänger am Samstag auf Präsident Uli Hoeneß.

"Ich habe diese Dinge zutiefst bedauert, das Verhalten ist mir völlig unverständlich. So etwas muss anders lösbar sein als auf die Art und Weise, die gewählt wurde", sagte Rauball.

"Ich glaube auch, dass es bei den Bayern-Fans eine deutliche Mehrheit für einen Neuzugang Manuel Neuer gibt, wenn es denn so ist."

"Trainerwechsel haben Image geschadet"

Selbstkritisch räumte der Jurist, der seit 2007 an der Spitze der DFL steht, auch Defizite in der Außenwirkung der Liga ein:

"Die vielen Trainerwechsel haben unserem Image geschadet. Ich denke aber, dass es für den ein oder anderen Verein ein heilsamer Schock war, dass man das nicht fortsetzen muss."

Zudem monierte Rauball die fehlende Vereinstreue mancher Profis und forderte die Klubs zu Schadensersatzforderungen gegen Spieler wie den Ex-Hoffenheimers Demba Ba auf.

"Hier wäre ein Präzedenzfall wünschenswert gewesen", sagte er.

Ziel: Platz zwei weltweit hinter Spanien

Grundsätzlich allerdings sieht Rauball die Bundesliga erwartungsgemäß gut aufgestellt und kann sich nach dem Überholen der Serie A in der Fünfjahreswertung der UEFA - zumindest in der Vermarktung - auch einen baldigen Angriff auf die spanische Primera Division vorstellen:

"Platz zwei hinter England weltweit traue ich dem deutschen Fußball durchaus zu."

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