vergrößernverkleinern
Stärkt Uli Hoeneß (r.) den Rücken: Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge © getty

Die Klub-Bosse reagieren auf die heftigen Attacken gegen ihren Präsidenten. Die Linie gegenüber 1860 wird verteidigt.

Von Maik Rosner

München - Sportdirektor Christian Nerlinger sprach von einem Schockerlebnis. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer forderte Konsequenzen.

Nun hat sich der Vorstand des FC Bayern München zu den jüngsten Angriffen auf Präsident Uli Hoeneß geäußert.

In einer Mitteling verurteilte die Vereinsführung die diffamierenden Proteste der Fans "aufs Schärfste".

"Wir sind über die blamablen Vorkommnisse in der Allianz Arena nach wie vor extrem irritiert", ließen sich die Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner in einer Pressemitteilung des Klubs zitieren: "So ein Auftreten und Fehlverhalten gegenüber Uli Hoeneß entspricht nicht dem Stil des FC Bayern und wird von uns niemals akzeptiert."

"Darf nie wieder vorkommen"

Die Verdienste des ehemaligen Spielers, Managers und jetzigen Präsidenten seien nicht hoch genug zu bewerten und mit Füßen getreten worden. "So etwas darf in Zukunft nie wieder vorkommen", hieß es in der Mitteilung weiter.

Am Samstag beim 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach hatten zahlreiche Fans ihrem Unmut Luft gemacht.

Dabei war es zu massiven Anfeindungen gegen Hoeneß gekommen.

Während des gesamten Spiels hatte eine Vielzahl von Fans mit Plakaten und Schmähungen gegen das Engagement von Hoeneß im Zuge der drohenden Insolvenz des Stadtrivalen 1860 und gegen eine Verpflichtung des Schalker Nationaltorwarts Manuel Neuer protestiert (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Führung in der Pflicht

Dazu teilte der Klub mit, es seien Verbindlichkeiten der Löwen in Höhe von 2,1 Millionen Euro bis zum 15. Juli gestundet worden, aber kein Geld geflossen.

Zudem sei es Pflicht des Vorstandes und Aufsichtsrates, eine Insolvenz eines Schuldners zum Nutzen des FC Bayern zu verhindern.

Bis 2025 stehen dem Klub noch rund 50 Millionen Euro vom TSV 1860 zu.

Hoeneß getroffen

Hoeneß hat sich bisher noch nicht zu den Anfeindungen geäußert.

Am Samstag hatte er das Stadion sichtlich getroffen verlassen.

[kaltura id="0_2zded9h1" class="full_size" title="Fan Aufstand gegen Hoene "]

Erklärung im Wortlaut

SPORT1 zeigt die Vorstands-Erklärung des FC Bayern "zu den Beleidigungen und Diffamierungen gegenüber Uli Hoeneß" im Wortlaut:

"Wir verurteilen die Geschehnisse rund um das Bundesligaspiel am vergangenen Samstag aufs Schärfste. Wer Uli Hoeneß kennt, weiß, dass er alles ausschließlich zum Wohle des FC Bayern tut - u.a. auch alles, um Schaden vom FC Bayern München abzuwenden.

"Unverschämt, nicht akzeptabel"

Der Vorstand empfindet die Beleidigungen gegenüber Uli Hoeneß als unverschämt, untragbar und nicht akzeptabel. Dies hatte mit Respekt gegenüber dem FC Bayern München, seinen Verantwortlichen und allen anderen Fans nichts zu tun.

Zwischen dem FC Bayern und seinen Fans findet ein ständiger Austausch und Dialog statt. Zuletzt am vergangenen Samstag (2.4.), rund drei Stunden vor Spielbeginn mit dem seit 2007 eigens dafür installierten 'Arbeitskreis Fandialog', in dem 30 Fanklubs und -gruppierungen vertreten sind."

Präsidium: "Ein Affront"

Auch die Präsidiumskollegen Fritz Scherer und Bernd Rauch sowie der Verwaltungsbeiratvorsitzende Edmund Stoiber drückten ihr Unverständnis aus.

Es sei "inakzeptabel, wie die jahrzehntelangen Verdienste unseres Präsidenten Uli Hoeneß durch provokante Aktionen beim letzten Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach verunglimpft worden sind. Uli Hoeneß als 'Lügner' zu bezeichnen ist nicht nur ein unglaublicher Affront, sondern entspricht auch nicht der Sachlage.

Uli Hoeneß hat als Präsident des FC Bayern die Beschlüsse des Präsidiums und Verwaltungsbeirats umgesetzt, die besagen, dass dem TSV 1860 München keine weiteren Mittel zur Verfügung gestellt werden, sei es als Kapitalzufluss oder in anderer Form."

In der dieser zweiten Pressemitteilung wurden zudem all diejenigen aufgerufen, "die die Verdienste von Uli Hoeneß für unseren FC Bayern anerkennen, sich zu zeigen."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel