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Michael Frontzeck (l.) war nicht nur Spieler unter Heynckes, sondern auch Trainerkollege © getty

Der Ex-Nationalspieler spricht bei SPORT1 über seinen Mentor Jupp Heynckes und dessen Chance, eine "uralte" Serie zu egalisieren.

Von Tobias Wiltschek

München - Unruhe gibt es in Leverkusen eher selten, und auch Jupp Heynckes' Wechselankündigung hat daran nichts geändert.

Bayer eilt weiter von Sieg zu Sieg und ist der einzig verbliebene Jäger von Tabellenführer Borussia Dortmund. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein Blick in die Annalen der Bundesliga lässt vermuten, dass dies nur der Anfang einer eindrucksvollen Serie sein könnte.

Denn Heynckes hat schon einmal bewiesen, dass der Begriff "Lame Duck" für ihn ein Fremdwort ist.

Das ist zwar schon einige Jahre her, doch Geschichte wiederholt sich bekanntlich manchmal - wie auch Heynckes' erneute Rückkehr zum FC Bayern zeigt.

Der Bekanntgabe folgten 10 Siege

Als er in der Rückrunde 1987 seinen ersten Wechsel nach München bekanntgab, legte sein Klub Borussia Mönchengladbach eine bis heute nicht übetroffene Erfolgsserie hin.

Sage und schreibe zehn Spiele - darunter ein 2:0 bei Bayer Leverkusen - gewannen die "Fohlen" bis zum Ende dieser Saison.

"Jupp Heynckes hatte damals genauso akribisch weitergearbeitet wie vorher", erinnert sich Michael Frontzeck im Gespräch mit SPORT1.

Historische Serie in Gladbach

Der Ex-Nationalspieler war damals dabei, als die Gladbacher nach einer 0:1-Heimpleite gegen die Bayern zu einer Serie ansetzten, die erst von Meister Wolfsburg 22 Jahre später egalisiert werden konnte.

An der Abschiedsankündigung von Heynckes will Frontzeck diesen Lauf zwar nicht festmachen: "Es gab da auch keinen internen Schwur oder so etwas".

Aber er räumt ein, dass "der Lauf, den wir dann hingelegt hatten, auch die Arbeit von Jupp Heynckes widerspiegelte".

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Unter Heynckes noch von elf auf drei

Man habe damals eine gute Mannschaft gehabt, die sich in den Partien zuvor etwas unter Wert verkauft hatte, so der 47-Jährige, der seinerzeit zusammen mit Uwe Kamps, Uli Borowka und Uwe Rahn zu den Leistungsträgern der Borussia zählte.

Die Erfolgsserie am Ende der Saison führte die Gladbacher noch von Platz elf auf Platz drei und sorgte damit auch für einen versöhnlichen Abschied von Heynckes, der zuvor 20 Jahre als Spieler und Trainer der Borussia die Treue gehalten hatte.

"Wenn die Saison etwas länger gehen würde, dann würden wir am Ende noch ein oder zwei Plätze höher stehen", erklärte der Coach damals mit Blick auf Meister Bayern und Vize Hamburger SV.

"Das war wirklich eine Phase, wo vieles zusammenlief. Und Heynckes hat sich diesen Abschied auch verdient", meint Frontzeck, der selbst bis Februar 2011 die Borussia trainierte.

Frontzeck glaubt an eine Serie

Damals wie heute habe der Trainer mit der Wechselankündigung zu den Bayern korrekt gehandelt.

In beiden Fällen sei der Vertrag ausgelaufen, und Heynckes somit frei für einen neuen Verein gewesen.

Frontzeck traut seinem einstigen Mentor mit Leverkusen nun eine ähnliche Serie zu wie damals am Bökelberg.

Nach vier Siegen in Folge könnte der 65-Jährige bei noch sechs ausstehenden Spielen die "Zehner-Serie" aus Gladbacher Zeiten wiederholen - und die Meisterschaft vielleicht doch nochmal spannend machen.

Interessenskonflikt bei Bayern - Bayer?

Dazu müsste er allerdings nach St.Pauli auch die Bayern am 17. April in München bezwingen - den Klub, mit dem er in der kommenden Saison in der Champions League spielen möchte.

Dass Heynckes deswegen in einen Interessenskonflikt zwischen den Zielen des alten und des neuen Vereins geraten könnte, weist Frontzeck aber weit zurück:

"Dieser Gedanke verbietet sich bei einem Mann wie Jupp Heynckes. Er wird mit aller Macht versuchen, diesen zweiten Platz mit Bayer zu festigen."

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