vergrößernverkleinern
Michael Oenning (l.) war von 2008 bis 2009 bereits Cheftrainer in Nürnberg © getty

Frank Rost und Piotr Trochowski gehen, Ruud van Nistelrooy wohl auch. Trainer Oenning plant mit dem neuen Sportchef die Zukunft.

Von Maik Rosner

München - Die gute Nachricht ist die gute Laune.

"Wir haben wieder Spaß im Team. Im Spiel herrscht eine andere Mentalität. Spaß ist mir auch wichtiger als Geld", sagte Ze Roberto.

Seit Michael Oenning beim Hamburger SV das Kommando übernommen hat, herrscht offenbar ein neuer Geist im Team.

Für Ze Roberto der Grund, warum er nun doch bleiben möchte.

"Er ist am Zug"

Eine Entscheidung dürfte bald fallen. Zumal Oenning sich auch für den 37-Jährigen ausspricht:

"Bei ihm ist kein Spannungsabfall zu sehen. Der lebt den Fußball total. Würd mich freuen, wenn er noch ein Jahr weitermacht. Der Vertrauensbeweis ist da ? er ist am Zug."

Die Komplimente gibt Ze Roberto zurück.

"Michael vermittelt Spaß. Ich will nicht wieder einen anderen Trainer. In zwei Jahren beim HSV hatte ich ja schon vier", sagte der Brasilianer.

Rotstift angesetzt

Andere werden dafür gehen, die Abschiede von Frank Rost und Piotr Trochowski sind bereits sicher.

Auch Ruud van Nistelrooy zieht es weg, immer wieder sprach der Niederländer von anderen Klubs.

Weil die Europa League fern ist, muss Hamburg ohnehin den Rotstift ansetzen.

Wo und wie genau, bespricht Oenning derzeit im ständigen Austausch mit dem künftigen Sportchef Frank Arnesen.

Oenning trifft Arnesen

Am Mittwoch trafen sich die beiden zu einem persönlichen Gespräch an der Stamford Bridge am Rande des Champions-League-Viertelfinals zwischen dem FC Chelsea und Manchester United.

Vielleicht wird so auch bald die Frage geklärt sein, ob Oenning auch in der kommenden Saison als Chefcoach auf der Bank sitzen wird.

An Gesprächsstoff mangelt es zwischen dem Trainer und dem designierten Sportchef nicht. Denn der Traditionsklub steht vor einem gewaltigen personellen Umbruch.

Etat muss gekürzt werden

Nach einem Jahr ohne internationalen Wettbewerb und nur vagen Aussichten auf die Europa-League-Qualifikation müssen die Hanseaten den Rotstift ansetzen, die finanzielle Schwachstelle ist erkannt.

"Unser Etat bewegt sich auf Champions-League-Niveau, das geht auf Dauer nicht", sagt Interims-Klubboss Carl-Edgar Jarchow.

Zwar werden Stammtorhüter Rost, der zum FC Sevilla wechselnde Trochowski und höchstwahrscheinlich auch van Nistelrooy im Sommer von der Gehaltsliste verschwinden.

Kein Jugendwahn

Doch da die Verträge auslaufen, kommen keine Ablösesummen in die Kasse.

Trennen würden sich die Hanseaten bei lukrativen Angeboten von Paolo Guerrero, Eljero Elia und Jonathan Pitropia.

Der Jugendwahn soll bei den Norddeutschen nicht ausbrechen, etablierte Leistungsträger wie David Jarolim, Mladen Petric sollen gehalten, aufstrebende Talente verpflichtet werden.

Kommt Gündogan?

Im Poker um U-21-Nationalspieler Ilkay Gündogan vom 1. FC Nürnberg dürfte der HSV gegen die Offerten der westdeutschen Spitzenklubs Borussia Dortmund und Schalke 04 allerdings schlechte Karten haben.

Ein Pluspunkt: Oenning war in Nürnberg Gündogans Förderer.

Zudem steht Bayerns am Saisonende ablösefreier Torwart Thomas Kraft auf dem HSV-Zettel.

Vier Punkte, neun Tore

Die wohl wichtigste Personalentscheidung betrifft allerdings Oenning selbst, der auf Probe arbeitet.

"Ich versuche, meine Arbeit einfach nur so gut wie möglich zu machen", sagt der 45-Jährige.

Holt der Tabellensiebte noch vier Punkte und neun Tore auf den Fünften Mainz 05 auf und schafft die Europa-League-Qualifikation, wird Oenning wohl sicher bleiben dürfen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel