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Ralf Rangnick (l.) war bereits zwischen 2004 und 2005 Trainer bei Schalke 04 © getty

Schalkes Coach gibt sich vor dem Duell mit dem Vorgänger gelassen, einige seiner Spieler treten aber nach. Magath bleibt cool.

Gelsenkirchen/Wolfsburg - Ralf Rangnick mimt den Coolen, Felix Magath gibt sich gelassen.

Vor dem brisanten Aufeinandertreffen zwischen Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg mit Schalkes Ex-Trainer Magath am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) bemühen sich die beiden Hauptdarsteller demonstrativ darum, den Ball flach zu halten.

Für Rangnick ist das Thema Magath "unerheblich". Er stellt fest:

"Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit einer Mannschaft auf Felix Magath treffe und umgekehrt. Ich kann mir aber vorstellen, dass es für meine Spieler eine besondere Partie ist."

Rangnick sieht in der Situation sogar einen Vorteil: "Wir müssen die besondere Motivation in die richtigen Bahnen lenken."

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Kein gewöhnliches Spiel

In Wolfsburg stellte Magath nüchtern klar: "Natürlich ist das nicht ganz so wie andere Spiele gegen einen ehemaligen Klub von mir."

Der Coach sieht die "Kurzfristigkeit des Ereignisses" als Grund für ein emotionales Wiedersehen mit Schalke: "Man ist noch zu nahe dran, um das einfach abzuhaken."

Zur Erinnerung: Am 16. März gaben die Königsblauen nach tagelangen Spekulationen die Trennung von ihrem Trainer, Manager und Vorstandsmitglied bekannt, schon zwei Tage später leitete Magath beim VfL überraschend das erste Training.

Nebensache Abstiegskampf

Doch beim Tabellen-16. wartet der Wolfsburger Meistercoach von 2009 noch immer auf das erste Erfolgserlebnis: "Es ist schade, dass das Wichtigste zur Nebensache wird."

Der VfL hat ohnehin andere Probleme. "Wir brauchen dringend Punkte im Abstiegskampf. Ich habe Sorgen, denn die Situation ist kritisch", erklärte Magath.

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"Wir wollen die Wolfsburger schön weghauen"

Es sind vor allem einstige Spieler, die die Stimmung vor der Rückkehr des ungeliebten Ex-Trainers mit deftigen Aussagen anheizen.

"Bis vor Kurzem lebten viele Spieler in Angst", wurde der Peruaner Jefferson Farfan in der "Sport Bild" zitiert. "Nur wenn einer Strafen zahlen musste, war der Trainer kommunikativ. Das konnte er am besten."

Nationaltorhüter Manuel Neuer versucht derweil, der Begegnung den Zündstoff zu nehmen. "Dieses Wiedersehen ist Nebensache. Es wird das Spiel Schalke gegen Wolfsburg, nicht Schalke gegen Magath", meinte der 25-Jährige im "kicker".

Was Abwehrspieler Hans Sarpei, einst bei der Niedersachsen unter Vertrag und auf Schalke von Magath in die zweite Mannschaft abgeschoben, offenbar völlig anders sieht: "Wir wollen die Wolfsburger schön weghauen."

Magath bleibt cool

Magath lassen solche Aussagen offenbar kalt. "Ich kenne diese Spieler und weiß, wie ich das zu nehmen habe. Ich kenne niemand, der mit 30 Spielern gleich gut auskommt."

Grundsätzlich jedoch sollte "der sportliche Erfolg immer die Motivation für einen Spieler sein" - und nicht der ehemalige Trainer.

"... dann fliegt der Rest des Dachs weg"

Magaths Gegenüber Rangnick setzt nach dem 5:2-Triumph in der Champions League am Dienstag bei Titelverteidiger Inter Mailand auf die Unterstützung der Fans.

"Ich erwarte eine fantastisch schöne Heimspielatmosphäre, nachdem wir die letzten beiden Auswärtsspiele gewonnen haben", so der Schalke-Trainer.

Rangnick erklärt: "Wir freuen uns alle auf dieses Spiel. Ich weiß, wie die Stimmung in der Arena sein kann. Wenn es so läuft wie zum Beispiel beim 3:1 gegen Valencia, dann fliegt der Rest des Daches weg."

Aufgrund des starken Schneefalls im Winter hatte das Dach der Veltins-Arena Schaden genommen und ist immer noch nicht repariert.

Metzelder wieder an Bord

Rangnick muss gegen Wolfsburg allerdings weiterhin auf den niederländischen Stürmer Klaas-Jan Huntelaar (Innenbandverletzung im Knie) verzichten.

Dieser muss mindestens noch drei weitere Wochen pausieren. Außerdem fehlen den Königsblauen Anthony Annan (Sprunggelenkblessur) und Peer Kluge (Bauchmuskelzerrung). Kluge wird auch im Rückspiel gegen Inter sowie dem darauffolgenden Bundesligaspiel nicht mitwirken können.

Dagegen hat Christoph Metzelder signalisiert, dass er nach seinem Nasenbeinbruch wieder zur Verfügung stehen könnte, sofern die neu angepasste Maske keine Probleme bereitet.

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