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Bastian Schweinsteiger wurde mit Deutschland 2006 und 2010 WM-Dritter © imago

Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez unterstützen Uli Hoeneß. Vor dem Spiel in Nürnberg setzen sie auf die Einsicht der Fans.

Vom FC Bayern berichtet Tobias Hlusiak

München - Rein sportlich ist eigentlich für ausreichend Nervenkitzel gesorgt.

Der FC Bayern reist als Tabellendritter zum Sechsten nach Nürnberg.

Sechs Spieltage vor Saisonschluss kämpfen beide Mannschaften im bayrischen Derby (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) um Europa.

Doch in der Vorbereitung des Rekordmeisters spielt dieser Aspekt genauso kaum eine Rolle, wie die Tatsache, dass Trainer Louis van Gaal erstmals am Tag vor dem Spiel nicht vor die Presse trat.

Zu stark wirken immer noch die heftigen Protesten der eigenen Fans gegen Uli Hoeneß nach. (Hoeneß: "Es hat mich schockiert")

Der FCB-Präsident musste sich beim letzten Heimspiel gegen Gladbach auf offener Szene von den Anhängern denunzieren lassen. 374876(DIASHOW: Die Protest-Plakate)

Obwohl die Vereinsbosse in der Öffentlichkeit seitdem die Politik der ruhigen Worte walten lassen, wird an der Säbener Straße versucht das entfachte Feuer nicht zu einem Flächenbrand werden zu lassen.

"Die Zuschauer gehören zur Mannschaft"

"Die Fans wollten etwas kundtun, das ist ihnen gelungen", meint Mario Gomez, weiß aber auch: "Insgesamt haben wir als Verein sicherlich kein gutes Bild abgegeben."

Die Stars der Münchner sind vor dem brisanten Derby beim Club um Beruhigung des eigenen Anhangs bemüht.

"Die Zuschauer gehören zur Mannschaft wie der Physiotherapeut. Wir sollten als geschlossene Gemeinschaft auftreten", beschwört Bastian Schweinsteiger den erweiterten Teamgedanken:

"Wir brauchen die Fans, um unsere hohen Erwartungen zu erfüllen."

Schweinsteiger: Das hat Uli nicht verdient

Schweinsteiger springt Hoeneß bei und weiß um die hochexplosive Stimmung in und um Deutschlands Vorzeigeklub.

"Ich wünsche mir, dass so etwas wie letzten Samstag nicht noch einmal passiert", sagt er, schließlich sei "jedem klar, dass Uli Hoeneß das nicht verdient hat."

[kaltura id="0_tyj04pma" class="full_size" title="Gomez warnt vor N rnberg"]

Nun wäre es wieder an der Zeit, dass die Fans die Politik beiseite legen und stattdessen das Team anfeuern. "Das sollte ein Fan eigentlich auch tun: Ins Stadion kommen und seine Mannschaft nach vorne peitschen", forderte Schweinsteiger.

Teamkollege Gomez hofft auf einen Lerneffekt in der Anhängerschaft und ist sich sicher, dass "solche Undinge nicht noch einmal passieren werden."

Gomez erwartet stürmischen Club

Die sportliche Ausgangssituation ist brisant genug: Neun Punkte trennen Nürnberg und München in der Tabelle nur - zu diesem Zeitpunkt der Saison sind es gewöhnlicherweise mehr.

Ein Auswärtssieg in Franken würde bei den Bayern die Nerven beruhigen und den eigenen Anspruch auf Rang drei - und die damit verbundene Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League - untermauern.

"Der Club wird nicht nur hinten drin stehen, sondern mitspielen", glaubt Gomez aber auch und geht von einem "schweren Auswärtsspiel, in dem 90 Prozent nicht reichen werden", aus.

Erinnerungen an "Lama" Pinola

Für Schweinsteiger bietet das Derby eine weitere außerplanmäßige Brisanz. Im Hinspiel spuckte ihn Nürnbergs Linksverteidiger Javier Pinola an. Nun treffen sich beide erstmals wieder.

"Bei mir hat er sich entschuldigt. Den Rest muss er mit sich selbst ausmachen", kommentiert "Schweini" den Vorfall aus dem Hinspiel.

Er habe "keine Rachegelüste", versichert der 26-Jährige. Auch wenn er zugibt, "gewisse Dinge nur schwer vergessen" zu können.

"Wir können noch 18 Punkte holen"

Ohnehin scheint Bayerns Eigengewächs bemüht, jegliche Nebenkriegsschauplätz zu vermeiden. Zu wichtig sind die letzten Saisonspiele, in denen es schlichtweg darum geht, eine verkorkste Saison nicht völlig in den Sand zu setzen.

Wir haben jetzt noch sechs Mal die Möglichkeit, drei Punkte zu holen. Wenn wir jedes der ausstehenden Spiele mit vollem Engagement angehen, dann können wir noch 18 Punkte holen. Wofür das dann gut ist, wird man dann sehen", rechnet Schweinsteiger vor.

In einer Woche stattet der Tabellenzweite Bayer Leverkusen den Bayern in der Allianz Arena seinen Besuch ab. Spätestens dann sollten Mannschaft, Fans und Vereinsführung wieder auf einer Welle surfen.

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