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Jokler Martin Fenin (l.) spielt seit 2008 bei Eintracht Frankfurt © getty

In einem hitzigen Abstiegsduell erspielt sich die Eintracht ein Heim-Remis gegen Bremen. Wiese rettet mehrmals gegen Gekas.

Frankfurt - Glücklicher Punktgewinn für Eintracht Frankfurt beim Heim-Debüt von Christoph Daum.

Die abstiegsbedrohten Hessen erkämpften sich im Kellerduell mit Werder Bremen dank eines späten Tores von Martin Fenin (83.) nach dem unglücklichen Rückstand durch ein Eigentor von Halil Altintop (58.) ein 1:1 (0:0) und blieben damit nach dem 1:1 beim VfL Wolfsburg auch im zweiten Spiel unter dem "Zampano" ungeschlagen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dagegen verpassten es die Bremer trotz einer starken Vorstellung ihres Torhüters Tim Wiese, sich mit einem Sieg vorerst aller Abstiegssorgen zu entledigen.

51.500 Zuschauer in Frankfurts ausverkaufter WM-Arena und Bundestrainer Joachim Löw sahen über weite Strecken der Partie einen offenen Schlagabtausch.

Vor allem die Eintracht präsentierte sich fünf Tage nach Daums Einstand mit dem 1:1 bei Ex-Meister VfL Wolfsburg nicht mehr so verunsichert wie zuletzt, aber auch die Bremer agierten nach zuvor fünf Spielen in Folge ohne Niederlage weitaus stabiler als noch zu Beginn der Rückrunde.

Viel Wirbel um Franz-Foul

Für große Aufregung sorgte ein früher Zweikampf zwischen Bremens Stürmer Denni Avdic und Eintracht Kapitän Maik Franz. Beide waren bereits mit Gelb vorbelastet, als Franz im Duell den Arm zur Hilfe nahm und den Schweden im Gesicht traf. Schiedsrichter Florian Meyer zückte keine Karte.

"Das ist ein Witz, das ist niemals eine Gelb-rote Karte. Er läuft in mich rein. Man muss die Kirche im Dorf lassen", beschwerte sich der Frankfurter nach dem Spiel: "Ich habe meinen Ruf, aber die Schiris warten auch regelrecht drauf. Erstes Foul, gleich Gelb und dann ist der Maik ruhiggestellt. Bei mir ziehen sie gerne Gelb."

Daum und Schaaf unterschiedlicher Meinung

Das sah Bremens Coach Thomas Schaaf ganz anders und richtete deutliche Worte an Franz: "Dieser Spieler ist nicht unbekannt, er hat das schon oft genug gezeigt und tritt alle Fairplay-Kampagnen und den Fußball mit großen Schuhen. Ich habe dafür kein Verständnis. Er sollte sich große Gedanken machen - die Bilder holen ihn ein. Ich würde ihm raten, sich schnell zu ändern."

Christoph Daum nannte Schaafs Kritik eine "Hetzjagd gegen Maik Franz" und wertete die Aussagen als "populistisch": "Für mich ist Maik Franz ein tadelloser Sportsmann. Ihn hier an den Pranger zu stellen finde ich unfair - ich sehe das nicht ein. Wir Trainer sollten uns mehr auf unsere Spieler konzentrieren."

Allerdings hatte die Eintracht bereits zu Beginn Glück, dass es nicht frühzeitig 1:0 für Bremen stand. Denn der zuletzt immer stärker werdende Angreifer Sandro Wagner hatte bereits nach neun Minuten die große Chance zur Gäste-Führung, doch sein Schuss landete nur am Pfosten.

Marin köpft - Fährmann rettet

In der 21. Minute kam dann überraschend Marko Marin im Frankfurter Strafraum frei zum Kopfball, doch Eintracht-Keeper Ralf Fährmann machte sich ganz lang und klärte gerade noch zur Ecke 376809(DIASHOW: Der 29. Spieltag).

Jedoch hatte auch die Eintracht in der ersten Halbzeit Chancen. Zunächst rettete Nationaltorwart Tim Wiese in höchster Not gegen den völlig freistehenden Theofanis Gekas (18.).

Wiese pariert gegen Kittel

In der 32. Minute lenkte wiederum Wiese einen Volleyschuss von Sonny Kittel zur Ecke. Der erst 18 Jahre alte Kittel war wegen der Gelbsperre für Patrick Ochs in die Startformation gerückt und zeigte dabei über weite Strecken gute Ansätze.

Nach dem Seitenwechsel hatte zunächst wieder Werder mehr Spielanteile. Während die Gastgeber über Konter und Standards den Erfolg suchten, setzten die Bremer auf ihre spielerischen Stärken.

So auch in der 56. Minute, als Marin und Pizarro die komplette Abwehr der Frankfurter schwindelig spielen, der Peruaner am Ende aber am Tor vorbeizog.

Pechvogel Altintop

Nur zwei Minuten später aber lenkte Altintop einen Freistoß von Mikael Silvestre ins eigene Tor. Auf der anderen Seite wurde zudem Bremens Keeper Wiese zum Spielverderber, der Gekas mit seinen Paraden in der zweiten Halbzeit mehrfach (62. und 64.) zur Verzweiflung trieb.

Fenins Treffer allerdings belohnte die unermüdlichen Anstrengungen der Gastgeber um den Ausgleich.

Beste Spieler auf Seiten der Eintracht waren Schlussmann Fährmann und Kittel. Bei den Bremern überzeugten Wiese und Marin.

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