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Bayerns Franck Ribery im Zweikampf mit Nürnbergs Mehmet Ekici © getty

Kraft leistet sich gegen Nürnberg zwei grobe Schnitzer. Eigler trifft zum Ausgleich. Robben sieht nach dem Abpfiff die Rote Karte.

Aus Nürnberg berichtet Daniel Rathjen

Nürnberg - Es ist ein klarer Rückschlag für den FC Bayern.

Nach einem groben Fehler von Keeper Thomas Kraft und der Roten Karte für Arjen Robben nach dem Abpfiff kommt es für die Münchner im Kampf um die Qualifikation für die Champions League knüpeldick. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Derby beim 1. FC Nürnberg reichte es für das Team von Noch-Trainer Louis van Gaal nur zu einem 1:1 (1:0).

Thomas Müller hatte den deutschen Rekordmeister schon früh in Führung geschossen (4.), doch der Club war über weite Strecken das dominierende Team und kam durch ein kurioses Tor von Christian Eigler, bei dem Kraft patzte, zum Ausgleich.

Rot für Robben nach Schlusspfiff

Zu allem Überfluss für die Münchner sah Arjen Robben nach dem Schlusspfiff auch noch glatt Rot wegen Schiedsrichterbeleidigung und fehlt damit wohl mindestens für zwei Spiele, definitiv aber in der kommenden Partie gegen den Tabellen-Zweiten aus Leverkusen.

"Ich habe mich vielleicht etwas zu viel abreagiert beim Schiedsrichter. Das darf ich natürlich niemals machen. Ich war sehr sauer und sehr enttäuscht", erklärte der Niederländer nach der Partie bei LIGA total!.

Auch Torschütze Müller war nicht zufrieden mit dem Punkt: "Es war ein bisschen komisch heute. Wenn man mit 1:1 nach Hause geht ist das zu wenig. Es ist ein eindeutiger Rückschlag. Wir haben hier zwei Punkte verloren und nicht einen gewonnen."

Fans fordern Leidenschaft

Die Stimmung vor dem Anpfiff bei den 48.548 Zuschauern in der ausverkauften easyCredit-Arena war aufgeheizt, was nicht nur an den formidablen Wetterbedingungen von 17 Grad und strahlender Sonne lag.

"Leidenschaft, Stolz und Hingabe", verlangten die Club-Fans - der Großteil mit freiem Oberkörper - von ihrer Mannschaft, was sie mit einem großen Transparent über der Kurve manifestierten.

Protest der Bayern-Fans geht weiter

Bei den Bayern-Fans, die am vergangenen Samstag mit Hass-Tiraden gegen Präsident Uli Hoeneß für Ärger sorgten, hingen die Plakate wieder verkehrt herum. Ihr Protest gegen die Vereinsführung geht also - wenn auch voerst leise - weiter.

Leidenschaft und Hingabe konnte indes niemandem auf dem Rasen abgesprochen werden. 376809(DIASHOW: Der 29. Spieltag)

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Das bayerische Derby war heiß, die Akteure brannten, im Zweikampf wurde sich nichts geschenkt.

Müller mit der frühen Führung

Schon nach vier Minuten sahen sich die Gastgeber aber schon in Rückstand. Arjen Robben bediente den in der Mitte lauernden Müller mustergültig.

Der deutsche Nationalstürmer ließ sich die Chance nicht nehmen, verlud Philipp Wollscheid und schoss clever ein.

Geschockt zeigten sich die Nürnberger jedoch nicht. Sie bestimmten von nun an die Partie und drängten die Bayern tief in deren Hälfte. Mehmet Ekici setzte einen Freistoß ans Außennetz (8.).

Bayern-Abwehr unter Druck

Es entwickelte sich ein schnelles Spiel, das zuweilen etwas überhastet geführt wurde. Kaum ein Angriff wurde zu Ende gespielt.

Ein Tor lag jedoch jederzeit in der Luft. Ekici, Christian Eigler und Robert Mak waren agil und hielten das Tempo hoch.

Die Bayern-Verteidigung mit Philipp Lahm, Luiz Gustavo, Holger Badstuber und Danijel Pranjic verrichtete Schwerstarbeit, während die Offensive auf Ballgewinne und Konter lauerte.

Gehirnerschütterung bei Gündogan

Zunächst verpasste Almog Cohen das Tor nur knapp (24.), auf der Gegenseite bekam Mario Gomez den Ball nach einem Müller-Pass nicht unter Kontrolle.

In der 33. Minute wurde der FCN geschwächt, Ilkay Gündogan musste mit Gehirnerschütterung den Platz verletzt verlassen.

Glück hatten die Gäste in der 39. Minute, als Kraft beim Rauslaufen einen langen Ball unterschätzte und ihn nicht richtig traf. Die Führung zur Pause war schmeichelhaft für den FC Bayern.

Kraft-Fehler führt zum Ausgleich

Trainer Louis van Gaal reagierte im zweiten Abschnitt und brachte den defensiv stärkeren Anatoliy Tymoshchuk für Toni Kroos ins defensive Mittelfeld neben Bastian Schweinsteiger.

Aber der gewünschte Effekt blieb aus, Nürnberg präsentierte sich weiterhin entschlossen und energisch, die Gäste versuchten dagegenzuhalten. Mak kam in der 57. Minute mit einem Schlenzer durch, verfehlte er aber sein Ziel um einiges

Dann fiel der verdiente Ausgleich: Kraft sah erneut nicht gut aus, als er an der Seitenlinie auf Lahm passte, denn Eigler spritzte dazwischen und zog direkt sehenswert mit links aufs leere Tor aus 25 Metern ab.

Schieber mit Comeback

Der Club wollte den Sieg, das war deutlich spürbar. Coach Hecking wechselte den wieder genesenen Julian Schieber ein (66.).

Und was ging bei Bayern? Wenig. Robben Fehlpässe und Missverständnisse bei Laufwegen gab es dafür verstärkt. Auch der für Müller eingewechselte Klose setzte keine Akzente.

Erst in der Schlussviertelstunde wurde der Double-Sieger noch einmal wach, Gomez vergab im Nachschuss eine Riesenchance zur Führung (77.).

In den Schlussminuten warfen die Nürnberger noch einmal alles nach vorne und hätten auch noch einen Elfmeter bekommen können.

Schiedsrichter Kircher entschied jedoch auf Offensiv-Foul. Letztlich blieb es also aber beim Remis.

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