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Im Hinspiel schlug Gladbach mit Marx (M.) Köln mit Lanig (l.) 4:0 © getty

Vor dem Derby zwischen Gladbach und Köln überschlagen sich die Emotionen. Allerdings haben beide Teams mit Makeln zu kämpfen.

Von Christian Stüwe

München - Hätte es die Hinrunde nicht gegeben, wäre das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) weitaus weniger brisant.

Für Gladbach, in der Rückrundentabelle immerhin Elfter, ginge es nicht um die praktisch letzte Chance, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und die Kölner, in der zweiten Halbserie gar auf Rang fünf, hätten nicht die demütigende 0:4-Heimniederlage aus der Hinrunde wiedergutzumachen.

Da dies aber nicht mehr als Gedankenspiele sind, steht ein rheinisches Derby der Superlative an.

Es geht um den Klassenerhalt

"Natürlich kocht bei so einem Derby das Blut", sagt Kölns Trainer Frank Schaefer im "Express": "Da schaut die ganze Stadt, nein, die ganze Bundesliga hin. Deshalb steht für uns dieses Spiel im Mittelpunkt. Und das große Ziel: Der Klassenerhalt."

Kaum hatte Schaefer Ende Oktober übernommen, setzte es nur etwa zwei Wochen später die bittere Pleite gegen den Erzrivalen.

Die Zukunft des 47-Jährigen auf der Trainerbank schien mehr als ungewiss.

"Was damals passiert ist hier im Stadion, war nicht gut und das müssen wir jetzt versuchen wieder umzudrehen", sagt FC-Kapitän Lukas Podolski.

"Gladbach muss quasi gewinnen"

Durch einen Sieg in Gladbach könnten die Kölner den Klassenerhalt fast schon vorzeitig sicherstellen und der Borussia den vielleicht entscheidenden Stoß in Richtung Zweite Liga geben.

"Für die Gladbacher geht es um viel mehr, die müssen quasi gewinnen", weiß auch Podolski um die eigentlich komfortable Ausgangslage des FC - wenn da nicht die Auswärtsschwäche der "Geißböcke" wäre.

[kaltura id="0_49y6pelx" class="full_size" title="Favres Rechenspiele"]

Während die Kölner zuletzt im eigenen Stadion sieben Mal in Folge gewinnen konnten und Trainer Frank Schaefer einen über 30 Jahre alten Vereinsrekord des legendären Hennes Weisweiler jagt, gelingt auf fremden Plätzen nicht viel.

Podolski auf Spurensuche

"Letztes Jahr war es genau anders herum. Ob das Angst ist oder an anderen Dingen liegt, ist schwer zu sagen", rätselt Podolski.

Nichts zu diskutieren gibt es aber daran, dass der FC das schwächste Auswärtsteam der Bundesliga ist ? und interessanterweise im Borussia-Park das schwächste Heimteam fordert.

Dazu kassierten die "Fohlen" bereits 62 Gegentore - auch das ist der schlechteste Wert der Liga.

Favre wechselt den Torwart

Trainer Lucien Favre reagierte und ersetzt gegen Köln den in dieser Saison schon öfters umstrittenen und zuletzt unsicheren Torwart Logan Bailly durch Marc-Andre ter Stegen.

Der 18-Jährige ist in Gladbach geboren und gilt als eins der größten Talente in Deutschland.

Es ist das erste Bundesliga-Spiel für den jungen Schlussmann, er erlebt seine Feuertaufe in einem der brisantesten Derbys der letzten Jahre.

Über 1000 Polizisten im Einsatz

Angesichts der Ausgangslage werden über 1000 Polizisten im Einsatz sein. Die Partie ist als Hochrisikospiel eingestuft.

"Die Rivalität gehört dazu und macht das Derby auch so interessant", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. "Aber der Kampf soll allein auf den Platz stattfinden, außerhalb appelliere ich an alle Fußballfans, dass sie sich friedlich verhalten."

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