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Mats Hummels (l.) wechselte 2008 aus München nach Dortmund © getty

In der Nachspielzeit belohnt Kuba Dortmund für eine hochüberlegene zweite Halbzeit. Hamburg macht zu wenig und muss mit einem Punkt leben.

Hamburg - Jakub Blaszczykowski hat Tabellenführer Borussia Dortmund auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft einen wichtigen Punkt gerettet (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Pole traf in der Nachspielzeit (90.+2) mit einem beherzten Direktschuss beim Hamburger SV zum Endstand von 1:1 (0:1).

Zuvor hatte Ruud van Nistelrooy den HSV mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 39. Minute in Führung gebracht.

Der Vorsprung der Gäste auf Verfolger Bayer Leverkusen, der am Sonntag gegen den FC St. Pauli antritt, könnte allerdings auf fünf Punkte schmelzen 376809(DIASHOW: Der 29. Spieltag).

Klopp empfindet Gerechtigkeit

"Ich habe es einfach nur als gerecht empfunden, dass wir noch das Tor gemacht haben und hier nicht mit leeren Händen wegfahren", erklärte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel und rechtfertigte seinen Jubellauf zur eigenen Eckfahne.

"In der zweiten Halbzeit haben wir richtig Druck aufgebaut und Chancen im Minutentakt kreiert. Wir können mit dem einen Punkt gut leben."

"Van the Man" legt vor

Van Nistelrooy hatte beim Strafstoß die Nerven behalten und BVB-Kapitän Roman Weidenfeller im Dortmunder Tor mit einem platzierten Flachschuss keine Abwehrmöglichkeit gelassen.

Vorausgegangen war ein Foul von Innenverteidiger Mats Hummels an Mladen Petric, der vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena sein 100. Bundesligaspiel bestritt.

Die Schlussphase mussten die Gastgeber in Unterzahl überstehen, nachdem Änis Ben-Hatira wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

Kuba trifft - Großkreutz fast

Nach Vorarbeit von Patrick Owomoyela, der ebenso wie der Torschüze eingewechselt worden war, gelang dann Blaszczykowski der hochverdiente Ausgleich für den BVB, der Sekunden später durch Kevin Großkreutz noch eine Chance zum 2:1 hatte.

Die Gastgeber blieben unter Trainer Michael Oenning immerhin weiterhin ungeschlagen.

Nach einer zehnminütigen Abtastphase, in der sich beide Mannschaften weitgehend neutralisierten, wurden die Aktionen hüben wie drüben druckvoller.

Dabei erwiesen sich die Platzherren dem Tabellenführer gegenüber spielerisch durchaus ebenbürtig, es fehlte jedoch zunächst an Angriffsschwung.

Kacar rettet gegen Götze

Ohnehin waren gute Einschussmöglichkeiten vor dem Seitenwechsel Mangelware, es dauerte bis zur 27. Minute, ehe Kevin Großkreutz das HSV-Tor aus kurzer Distanz knapp verfehlte.

Sieben Minuten später traf Lucas Barrios zwar mit einem Flachschuss für den BVB ins Tor, doch Assistent Holger Henschel aus Braunschweig hatte zuvor eine Abseitsposition angezeigt.

Götze stand kurz vor dem Halbzeitpfiff dicht vor dem Ausgleich, doch Gojko Kacar kratzte den Ball noch von der Linie.

Chancen über Chancen

Fünf Minuten nach Wiederbeginn war es erneut der Jung-Nationalspieler, der das 1:1 auf dem Fuß hatte, sein Heber strich allerdings knapp über die Querlatte.

Barrios sorgte mit einem Kopfball für Gefahr (56.), HSV-Keeper Frank Rost hätte keine Abwehrchance gehabt.

Nur 120 Sekunden später zwang Eljero Elia Weidenfeller zu einer Glanzparade.

Glück hatte der HSV in der 64. Minute, als Dennis Aogo mit einem missglückten Abwehrversuch den eigenen Torpfosten traf.

Dortmund mit Powerplay

Nach einer Stunde Spielzeit hin wurde der Druck der Dortmunder immer stärker, der HSV kam nur noch zu wenigen Entlastungsangriffen.

Barrios scheiterte aus kurzer Distanz am Querbalken, ehe die Bemühungen der Gäste in letzter Minute doch noch belohnt wurden.

Die Partie hatte mit vier Minuten Verspätung begonnen. Von der Nordtribüne der Hamburger WM-Arena waren kurz vor Spielbeginn von den HSV-Fans zahlreiche Rollen mit Toilettenpapier auf das Spielfeld geworfen worden.

Rost und Götze bärenstark

Erst nachdem mehrere HSV-Spieler den Fünfmeterraum eigenhändig aufgeräumt hatten, gab Schiedsrichter Peter Gagelmann aus Bremen das Match frei.

Der kampfstarke David Jarolim sowie Petric und Keeper Rost waren die stärksten Akteure bei den Norddeutschen.

Aus dem Team von Coach Jürgen Klopp, der zum 100. Mal in einem Bundesliga-Auswärtsspiel auf der Bank saß, ragten Nuri Sahin und Götze heraus.

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