Robben erweist dem FC Bayern mit seiner Roten Karte einen Bärendienst. Doch die Undiszipliniertheit passt ins derzeitige Bild.

Eine Saison ohne Champions League, für den FC Bayern München eine Katastrophe, für Arjen Robben undenkbar.

Seit er 2004 im Alter von 20 Jahren zum FC Chelsea wechselte, ist der Niederländer Dauergast in der Königsklasse.

Die Aussicht, mit dem FC Bayern nun die Qualifikation für die Champions League zu verpassen, scheint den mittlerweile 27-Jährigen so zu ängstigen, dass er sich nach Abpfiff des 1:1-Unentschieden in Nürnberg (Spielbericht) zu einem völlig inakzeptablem Ausraster hinreißen ließ.

Robben beleidigte Schiedsrichter Knut Kircher. Eine Aktion, die weit unter dem Niveau des sympathischen Superstars liegt.

Robben selber muss es bereits wenige Minuten später ähnlich gesehen haben. Er entschuldigte sich bei Kircher und gab sich in Interviews reumutig.

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Vor einer empfindlichen Strafe wird ihn das aber nicht schützen. Er selber konnte sich "nicht erinnern", was er zum Schiedsrichter gesagt habe.

Kircher sprach von "Worten, die da nicht hingehören, sondern in den Sonderbericht".

Wie lange das DFB-Sportgericht Robben sperren wird, werden die nächsten Tage zeigen. Zwei Spiele sind wahrscheinlich, vielleicht auch drei.

Mit seiner Undiszipliniertheit erweist Robben dem FC Bayern in der entscheidenden Phase der Saison einen Bärendienst.

In der vergangenen Woche rettete er den Rekordmeister mit seinem Tor gegen Gladbach, in Nürnberg bereitete er den einzigen FCB-Treffer vor.

Ohne ihn mangelt es der Mannschaft an Ideen. Und nächste Woche kommt der zweitplatzierte Leverkusen.

Nach der Partie erklärte Robben, er sei "enttäuscht und frustriert von der Mannschaft". Doch anstatt sich einen Mitspieler zu greifen, ließ er seinen Frust am Schiedsrichter aus.

Bastian Schweinsteiger hingegen konnte sich die Spitze gegen Robben nicht verkneifen, "dass man nach dem Spiel wenig noch verändern kann".

Die gegenseitigen Schuldzuweisungen passen in das Bild, das der FC Bayern in diesen Tagen abgibt.

Sämtliche Titelchancen sind dahin. Trainer Louis van Gaal wurde praktisch entlassen, sitzt aber weiter auf der Bank.

Der junge Torwart Thomas Kraft patzt, während Ehrenpräsident Franz Beckenbauer dem rotgekleideten Manuel Neuer nach der Champions-League-Partie der Schalker in Mailand sagt, dass ihm "rot auch sehr gut steht".

Teile der Fans rebellieren gegen Präsident Uli Hoeneß und die Mannschaft lässt gegen schwächere Gegner regelmäßig Punkte liegen.

Wo soll das alles hinführen, könnte man nun fragen.

In die Europa League lautet die wahrscheinlichste Antwort.

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