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Per Mertesacker (l., gegen Athen) hat Vertrag bei Werder bis 2012 © getty

Im Interview mit Sport1.de spricht Per Mertesacker über das Hamburg-Spiel, die Werder-Krise und seine Zukunft an der Weser.

Von Martin Volkmar

München - Für Per Mertesacker und Werder Bremen läuft es in dieser Saison ganz und gar nicht rund.

In der Bundesliga stecken die mit Titelambitionen gestarteten Hanseaten nach der 1:2-Pleite am vergangenen Wochenende im Nordderby beim Hamburger SV im Mittelfeld der Tabelle fest.

Und auch in der Champions League geht es für das Team von Trainer Thomas Schaaf nach dem fünften Spieltag nur noch um den dritten Platz und den damit verbundenen Einzug in den UEFA-Cup.

Nach bislang nur vier Punkten hilft Tabellen-Schlusslicht Werder nur noch ein Sieg gegen Inter Mailand, will man sich nicht gänzlich vom europäischen Wettbewerb verabschieden.

Mertesacker (Datencenter: Spielerportrait) spricht mit Sport1.de über die Gründe für die Krise, die Kritik an Schaaf und seine Zukunft in Bremen.

Sport1.de: Herr Mertesacker, nach der Niederlage in Hamburg steckt Werder weiter im Mittelmaß. Warum ruft die Mannschaft ihr zweifelsohne vorhandenes Potenzial nicht ab?

Per Mertesacker: Wir haben in Hamburg zwar verloren, aber eine gute Leistung gezeigt, auf der wir weiter aufbauen können. Unser Ziel muss es jetzt einfach sein, uns zu stabilisieren. In zu vielen Spielen vorher haben wir uns auf unsere spielerischen Fähigkeiten verlassen. Grundlegende Dinge wie die kompakte Defensivarbeit, Einsatz oder die Laufbereitschaft haben wir zu selten abgerufen.

Sport1.de: Woran liegt das?

Mertesacker: Der entscheidende Punkt ist, dass wir unsere Konstanz noch nicht gefunden haben. Letztes Jahr hatten wir auch sehr wechselhafte Leistungen, aber wir haben immer wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Dieses Jahr können wir unsere Probleme nicht so gut kompensieren.

Sport1.de: Auch Sie laufen Ihrer Top-Form hinterher. Warum?

Mertesacker: Für mich war es nicht leicht nach der EM, zumal ich aufgrund meiner Meniskusoperation einige Spiele verpasst habe. Und bei uns lief es am Anfang sehr, sehr bescheiden. Da ist es schwer, wieder reinzukommen. Und so ähnlich ging es der gesamten Mannschaft. Es war schwer, die Kurve zu bekommen.

Sport1.de: Dann kam aber völlig überraschend das 5:2 beim FC Bayern.

Mertesacker: Da haben wir selber nicht so recht realisiert, wie das nach unserer schlechten Form vorher überhaupt zustande gekommen ist. Ich glaube, das hat uns ein bisschen verwirrt. Weil wir da gedacht haben, wir sind wieder auf dem richtigen Weg. Denn das war leider noch lange nicht der Fall.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie die Kritik an Thomas Schaaf?

Mertesacker: Wenn es nicht läuft, wird die Arbeit natürlich kritisch hinterfragt. Wir sind als Mannschaft eine Einheit und da gehört der Trainer dazu. Die Antworten können wir nur liefern, wenn wir unsere Leistung abrufen und punkten.

Sport1.de: Sind Werders Saisonziele noch zu erreichen?

Mertesacker: Natürlich haben wir weiter unsere Ziele, aber im Moment ist nicht der Zeitpunkt, um darüber zu sprechen. Trotzdem sage ich auch, dass die Bundesliga sehr, sehr schnelllebig ist. Natürlich wollen wir wieder in die Champions League kommen, wenn es machbar ist. Dazu müssen wir aber jetzt bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich holen.

Sport1.de: Sie bleiben trotz der Niederlage in Hamburg zuversichtlich?

Mertesacker: Absolut. Unser Blick geht nach vorne.

Sport1.de: Ihr Name wurde und wird immer mal wieder mit anderen Vereinen gehandelt, vom FC Bayern bis zu ausländischen Top-Klubs. Ist das Thema für Sie nach der Vertragsverlängerung im Sommer erledigt?

Mertesacker: Ich habe ja auch deshalb noch während der EM bis 2012 verlängert, um damit ein eindeutiges Zeichen zu setzen. Der Weg mit Bremen ist mir sehr, sehr wichtig. Da kann im Moment kommen, was will.

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