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Bruno Labbadia übernahm im Dezember den Trainerposten von Jens Keller © getty

Stuttgart steckt nach der Lautern-Pleite im Tabellenkeller fest. Die Schwaben zeigen in Hälfte zwei eine schwache Vorstellung.

Stuttgart/München - Als die Spieler des VfB Stuttgart mit betretenen Mienen vom Feld schlichen, machte sich in der Arena ein unheimliche Stille breit.

Ob sportliche Leitung, Mannschaft oder Anhänger: Bei allen Beteiligten herrschte ein Gefühl der Frustration, Fassungslosigkeit und Leere 376809(DIASHOW: Der 29. Spieltag).

Beim 2:4 (2:1) gegen den 1. FC Kaiserslautern wurde die bittere Realität selbst kühnsten Optimisten vor Augen geführt: Der VfB Stuttgart muss ernsthaft um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga bangen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Daran haben wir zu knabbern"

"Das ist zweifelsohne ein harter Tag für uns. Wir sind alle ein Stück weit am Boden", sagte der konsterniert wirkende Trainer Bruno Labbadia.

Mit einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus der Pfalz hätten sich die Stuttgarter ein Polster von fünf Punkten auf den Relegationsplatz erarbeiten können.

Doch stattdessen steckt der Verein nun endgültig im Abstiegssumpf fest. "Wir haben ein unglaubliches Spiel und eine große Chance aus der Hand gegeben. Daran haben wir zu knabbern", sagte Labbadia.

Bobic fehlen die Worte

Die Katerstimmung der kommenden Woche hat die Mannschaft vor allem durch den unerklärlichen Leistungseinbruch in der zweiten Hälfte selbst verursacht. Die Verantwortlichen des VfB waren ratlos.

"In der zweiten Halbzeit war es eine indiskutable Leistung. Mir fehlen ein bisschen die Worte", sagte Sportdirektor Fredi Bobic, dem die Wut ins Gesicht geschrieben stand.

Auch Labbadia hatte keine passende Erklärung. "Im zweiten Durchgang war keine klare Linie zu erkennen, warum auch immer."

Lakic dreht Spiel

Zdravko Kuzmanovic mit einem umstrittenen Foulelfmeter (26.) und Pavel Pogrebnyak (39.) hatten die Gastgeber in Führung gebracht, nachdem zunächst der FCK durch Srdjan Lakic das 0:1 erzielt hatte (17.).

Nach einem Traumpass von Christian Tiffert, der beim 3:3 im Hinspiel nach einem 0:3-Rückstand alle drei Lauterer Tore vorbereitet hatte, glich dann zunächst Joker Erwin Hoffer (68.) für die Gäste aus, ehe Lakic mit seinem 13. Saisontor das Spiel endgültig drehte.

Stiven Rivic sorgte für den Schlusspunkt (86.).

Labbadia erkennt viele Probleme

Durch den K.o. in Halbzeit zwei verpuffte die Euphorie nach zuletzt fünf Spielen ohne Niederlagen bei den Schwaben mit einem Schlag.

Stattdessen rumort es im Umfeld des VfB, die Beteiligten zeigen sich zunehmend nervös.

"Ohne es schlimmer reden zu wollen als es ist - es gab von Anfang an hier sehr viele Probleme, ich erlebe das jeden Tag", sagte Labbadia.

Von denen habe man inzwischen viele gelöst, alles habe man aber noch nicht verbessern können.

Schwankende Leistungen

Gleichzeitig kritisierte der 45-Jährige indirekt auch Mannschaft und Sportdirektor.

"Wir haben viele Spieler, die wir nicht voll belasten können und an denen der ganze Druck einfach auch mal abprallt. Wir schwanken immer wieder von relativ guten zu sehr schlecht Leistungen, das ist bezeichnend. Das passiert genauso im Training."

Ahnungsloser Gebhardt

Erste Anzeichen von Resignation sind auch bei der Mannschaft erkennbar.

Mit einem fast gleichgültig wirkenden Schulterzucken kommentierte Timo Gebhart den Zerfall in Durchgang zwei: "Keine Ahnung was da passiert ist, ich habe mich warmgemacht und nicht viel mitbekommen."

Es stellt sich die Frage, inwieweit die starken Leistungen von Torhüter Sven Ulreich in den vergangenen Wochen Schwächen in der Mannschaft überstrahlt haben.

Ligaverbleib "nicht so einfach"

Der VfB geht unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen in die Wochen der Wahrheit. Das Restprogramm stimmt nicht gerade optimistisch.

Labbadia warnt: "Es ist etwas Besonderers, in diesem Jahr in der Liga zu bleiben. Alle Leute meinen, es wird schon klappen, weil wir der VfB Stuttgart sind. Aber so einfach ist das nicht. Das hat nichts mit Panikmache zu tun, sondern ist eine realistische Einschätzung. Hätten wir nicht die letzten fünf Spielen in Folge nicht verloren, wären wir ja schon weg."

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