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Eren Derdiyok bereitete das 1:1 von Stefan Kießling (r.) vor © getty

Bayer verkürzt durch den Erfolg über St. Pauli den Rückstand auf Dortmund, hält sich mit einer Kampfansage aber weiter zurück.

Von Rainer Nachtwey

München/Leverkusen - Fünf Punkte sind es nun nur noch.

Fünf Punkte, die Bayer Leverkusen fünf Spieltage vor Schluss Rückstand auf Tabellenführer Dortmund hat (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Doch während die Fans nach dem schwer erarbeiteten, aber letztlich verdienten 2:1 (0:0)-Sieg über Abstiegskandidat St. Pauli schon von Großem träumen ("Hey, das geht ab, wir feiern die Meisterschaft"), ließ sich Trainer Jupp Heynckes eine Kampfansage an den BVB nicht entlocken.

"Man sieht, wie schwer es ist gegen Mannschaften, die im Abstiegskampf stecken. St. Pauli hat gekämpft und alles gegeben", meinte der zum Saisonende scheidende Coach.

Blick Richtung FCB, nicht BVB

Siegtorschütze Lars Bender ließ zwar durchblicken, dass er seinem Zwillingsbruder Sven in Diensten von Borussia Dortmund eine SMS schicken werde, relativierte aber zugleich:

"Wir haben immer gut daran getan, nach hinten zu schauen. Wichtig ist, dass wir unseren zweiten Platz gefestigt haben, nachdem Bayern in Nürnberg gepatzt hat."

Und auch der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1, Stefan Kießling, hielt sich zurück.

"Wir haben jetzt in München ein entscheidendes Spiel. Wenn wir das gewinnen, können wir noch einmal darüber reden", sagte der Stürmer, der für Eren Derdiyok in die Startelf gerutscht war.

Seit dem 21. Spieltag ungeschlagen

Doch trotz aller Leisetreterei: Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache.

Seit dem 21. Spieltag ist die Werkself ungeschlagen und hat den Rückstand auf den BVB von zwölf auf nun noch fünf Zähler verkürzt.

Wie realistisch die Aussichten auf den ersten Meistertitel in der 107-jährigen Vereinsgeschichte sind, wird wohl maßgeblich vom Ergebnis am nächsten Wochenende bei Heynckes' neuem Klub FC Bayern abhängen.

Dafür, dass die Erfolgsserie anhielt, hatte der Coach einen entscheidenden Anteil.

Heynckes beweist Näschen

Mit der Umstellung und mit seinen Einwechslungen bewies Heynckes wieder einmal Näschen.

Die eingewechselten Derdiyok und Gonzalo Castro bereiteten den Ausgleich durch Kießling (66.) vor.

Und Bender erzielte neun Minuten nach seiner Einwechslung das entscheidende 2:1 (77.). 376809(DIASHOW: Der 29. Spieltag)

"Nach dem 0:1 musste ich reagieren. Wir haben einen ausgeglichenen Kader. Man hat gesehen, dass das sehr wichtig ist und man dadurch Spiele gewinnt", erklärte Heynckes seine Maßnahmen.

Ballack mit überzeugender Leistung

Gegen St. Pauli konnte der Trainer, der mit seinem 569. Bundesliga-Einsatz in den Rekordlisten mit Erich Ribbeck auf Platz zwei gleichzog, auch auf Michael Ballack zählen.

Der Kapitän der Nationalmannschaft zeigte gegen die Hamburger seine beste Leistung im Bayer-Dress.

Von Heynckes auf der 10er-Position eingesetzt, war er stets präsent, arbeitete nach hinten und bewies immer wieder seine Torgefahr.

Seine beste Chance vergab Ballack in der 12. Minute, als er an St. Paulis Keeper Benedikt Pliquett aus kurzer Distanz scheiterte.

Stanislawski glaubt ans Team

"Glückwunsch an Bayer zum verdienten Sieg", gestand auch Gäste-Coach Holger Stanislawski die Leverkusener Überlegenheit ein.

Trotz der anhaltenden Negativserie entnahm der Trainer viel Positives aus dem Auftritt in der BayArena:

"Ganz wichtig ist, dass wir ein Lebenszeichen gesendet haben. Wir sind noch da, wir glauben an unsere Chance. Ein Riesenkompliment an meine Jungs. "

Zeichen gesetzt

Nach der siebten Niederlage in Serie geht die Tendenz bei den Hamburgern aber eindeutig Richtung Zweite Liga, am kommenden Wochenende kommt es nun zum "Abstiegsgipfel".

"Jetzt lecken wir zwei Tage unsere Wunden, dann geht es nach Wolfsburg", sagte Stanislawski und zeigte demonstrativen Optimismus:

"Das Zeichen, das die Jungs gesetzt haben, für sich selbst und jeden Einzelnen, der an den FC St. Pauli glaubt, war sehr gut."

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