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Bastian Schweinsteiger bestritt Ende 2002 mit 18 Jahren sein Profi-Debüt für Bayern © getty

Die "Königlichen" lassen ein geplantes Gespräch mit dem FCB-Star platzen. Ein Wechsel ins Ausland ist damit aber nicht vom Tisch.

Von Martin Volkmar

München - Real Madrid hat offenbar kein Interesse mehr an Bastian Schweinsteiger.

Grund soll die Tatsache sein, dass die in dieser Woche in München geplanten Gespräche vorher bekannt wurden.

Nach Informationen der Madrider Sportzeitung "AS" hat der Berater Schweinsteigers das Treffen publik gemacht, so dass die Grundlage für Verhandlungen hinfällig sei.

Zuvor hatte Real-Profi Rafael van der Vaart noch einmal um den Bayern-Star geworben. "Es wäre schön, wenn er zu uns käme. Er ist ein echter Klassemann", sagte der frühere Hamburger der "Bild".

Top-Klubs locken

Trotz der Absage ist ein ablösefreier Wechsel Schweinsteigers (Spielerporträt) nach dem Ende seines Vertrages im nächsten Sommer weiter möglich.

"Ich gehe mit der Situation gelassen um. Ich weiß, dass ich mich jetzt erstmal um das Tagesgeschäft kümmern muss. Für mich zählt einzig und allein der Erfolg bei Bayern und dann kommt die Zeit, in der man sich über andere Dinge unterhält", sagte Schweinsteiger dem DSF.

"Natürlich ist es gut zu wissen, dass andere Vereine Interesse an einem haben, aber ich habe immer gesagt, dass der FC Bayern mein erster Ansprechpartner ist und bleibt", sagte er weiter.

Entscheidung dauert

Vor allem Juventus Turin, aber auch andere Top-Klubs wie Arsenal, Liverpool und Inter Mailand sind am deutschen Nationalspieler interessiert.

"Die Entscheidung dauert noch ein bisschen. Natürlich ist das Ausland sehr reizvoll - die Mentalität ist anders und auch für die Entwicklung als Mensch und als Spieler geht man da vielleicht einen Schritt weiter nach vorne", gab Schweinsteiger zu bedenken.

Die Münchner zumindest ließen bereits durchblicken, dass sie sich auf ein Wettbieten mit den europäischen Rivalen nicht einlassen werden.

Hoeneß: "Nicht mit aller Macht halten"

"Wir wollen ihn nicht mit aller Macht halten, sondern mit den Möglichkeiten, die wir uns zutrauen", erklärte Manager Uli Hoeneß nach dem 3:0 gegen Steaua Bukarest.

"Wir werden sicherlich nicht Dinge machen, die wir nicht verantworten können. Wir werden ihm ein vernünftiges Angebot machen, dann muss er sich entscheiden, ob er das annimmt oder nicht."

Allerdings empfahl FCB-Präsident Franz Beckenbauer seinem Klub, sich an die Decke zu strecken. "Die Bayern sollten die Anstrengungen weiter forcieren, um ihn hier in München zu halten", sagte der "Kaiser" "Premiere".

"Er ist noch jung genug, um ein paar Jahre hier zu spielen und dann den Weg ins Ausland zu suchen."

Verdoppelung des Gehalts möglich

Ob die genannten Vereine tatsächlich bei Schweinsteigers Berater Schlange stehen oder nur als Mittel benutzt werden, um den Preis in die Höhe zu treiben "kann ich nicht beurteilen", so Hoeneß, dem aber klar ist: "Da wird es noch viele Vermutungen geben."

Dem 24-Jährigen kann diese Situation nur recht sein, denn schon jetzt kann er davon ausgehen, mit einem neuen Kontrakt wie im Vorjahr Philipp Lahm zu den Bestverdienern im Bayern-Kader aufzusteigen.

Laut "kicker" könnte Schweinsteigers Jahresgehalt von derzeit drei Millionen Euro auf sechs Millionen Euro verdoppelt werden.

"Nicht ausschlaggebend"

Geld gehöre auch dazu, sei aber "nicht ausschlaggebend", sagte der Mittelfeldspieler.

Der gebürtige Oberbayer aus Kolbermoor bei Rosenheim spielt seit seinem 14. Lebensjahr beim FCB (Teamseite).

Seitdem hat "Schweini" 165 Bundesligaspiele (18 Tore) bestritten sowie bereits 62 Länderspiele (17 Tore). Er wurde bislang viermal Deutscher Meister und Pokalsieger und bestritt die WM 2006 sowie die EM 2004 und 2008.

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