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Die Distanz wird immer größer: Lukas Podolski und Jürgen Klinsmann © getty

In Köln wächst die Zuversicht auf eine Rückkehr von Podolski. Aber Klinsmann setzt weiter auf ihn, wie er Sport1.de verrät.

Über den FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Es ist verwunderlich, wie geduldig Jürgen Klinsmann die immer gleichen Fragen beantwortet.

Kein Gespräch mit dem Trainer des FC Bayern kommt derzeit ohne das Thema Lukas Podolski aus.

"Ich rede ständig mit ihm. Ich wiederhole mich dabei: Lukas muss die Situation so nehmen wie sie ist", bekräftigt Klinsmann gegenüber Sport1.de.

Keine Chance gegen Toni und Klose

Denn Podolski spielt aktuell keine Rolle - auf dem Feld wohlgemerkt.

Im Angriff ballern die unangefochtenen Stars Miroslav Klose und Luca Toni wie beim 3:0 gegen Steaua Bukarest aus allen Rohren.

"Poldi" ist nur Joker und wird über diese Rolle im Verein in den nächsten zwei Jahren wohl auch nicht hinauskommen.

"Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich den Verein im Winter verlassen möchte", betonte der 23-Jährige zuletzt noch einmal öffentlich. Trotz seines noch bis zum 30. Juni 2010 laufenden Kontrakts.

Köln "hat die Hausaufgaben gemacht"

In seiner Heimat beim 1. FC Köln arbeiten die Bosse mit Hochdruck am "Plan P".

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir werden alles, aber auch wirklich alles im Rahmen unserer Möglichkeiten tun, um ihn nach Hause zu holen", versprach FC-Präsident Wolfgang Overath den begeisterten Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung.

Sehr weit sind die Bemühungen der "Geißböcke" allerdings noch nicht. "Wir haben noch kein konkretes Angebot an Bayern abgegeben. Das tun wir, sobald ein klares Signal kommt, dass sie ihn verkaufen wollen", gestand Overath.

Offenbar warten die Kölner auf grünes Licht aus München. "Es gibt eine Vertragssituation, die man respektieren muss. Und wir wollen das gute Verhältnis zu Bayern München auch nicht belasten",, erklärte Manager Michael Meier.

Hoeneß: Verkauf kein Thema

Denn bis jetzt gehen die Aussagen der Bayern in eine andere Richtung. "Wenn sich morgen noch ein Stürmer anbieten würde, wäre eine neue Situation da. Aber ich sehe keinen. Also ist auch das Thema Lukas Podolski vom Tisch", bekräftigte Uli Hoeneß in der "Sport Bild".

Deshalb wird Podolskis Aussage bei Klinsmann, der in seiner Mannschaft keine Brandherde duldet, für Verwunderung und Empörung gesorgt haben - auch wenn er es sich augenscheinlich nicht anmerken lassen will.

Disziplinarische Maßnahmen oder eine "Kopfwäsche" unter vier Augen gab es laut Klinsmann nicht.

Vielmehr zeigt er Verständnis: "Wir fühlen ja auch mit ihm und wissen, wie schwer es ist. Ich war selbst Stürmer und kann mich in ihn reindenken."

Klinsmann will mindestens vier Stürmer

Gerade im Hinblick auf internationale Herausforderungen mit nun "richtigen Kalibern" (Klinsmann), müsse ein Verein wie der FC Bayern aber mit Minimum vier Stürmern in die Rückrunde gehen.

Der Bayern-Trainer weiß um Podolskis Qualitäten: "Ich kenne ihn lange genug, ich habe lange mit ihm bei der Nationalmannschaft gearbeitet. Seine Gedanken sind irgendwie auch nachvollziehbar, aber wir sind hier beim FC Bayern - und so ist es nun mal."

Trotzdem könnte es aber passieren, das die sportlichen Argumente des Trainers doch noch in den Hintergrund gedrängt werden.

Jeglichen Kredit verspielt

Denn langsam sickert durch: Für Präsident Franz Beckenbauer, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß geht es nur noch um die Höhe der Ablösesumme, die sich zwischen 10 und 15 Millionen bewegen soll.

"Das Geld spielt natürlich eine ganz große Rolle. Wenn einer kommt und Entsprechendes bietet, wird man eine Lösung finden. Eine zweistellige Millionensumme sollte es auf jeden Fall sein", sagte Beckenbauer "Premiere".

Während Podolski für Klinsmann eine Art "Herzensangelegenheit" ist, hat der unzufriedene Spieler in der Führungsetage mittlerweile jeglichen Kredit verspielt.

Ausgerechnet Lothar Matthäus bringt bei Sport1.de die Lage auf den Punkt.

"Der muss spielen, wie kann er sonst seine Klasse, die er zweifelsohne hat, beweisen? Und wenn er beim FC Bayern eben nicht dran kommt, muss er woanders spielen", fordert der frühere Bayern-Kapitän.

Trennung absehbar

Noch steht er allerdings im Kader der Münchner. Probleme mit der Bandscheibe machen ihm momentan zusätzlich zu schaffen.

"Wir hoffen, dass er die so schnell wie möglich behoben hat. Sobald er wieder gesund ist, ist er wieder dabei", ist Klinsmann überzeugt. Wie lange das sein wird, bleibt fraglich.

Eine Trennung ist absehbar - spätestens zum Saisonende. Wenn das Geld stimmt, darf Podolski zurück nach Köln.

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