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Marco Pezzaiuoli trainierte 2011 die TSG 1899 Hoffenheim
Marco Pezzaiuoli trat am 2. Januar die Nachfolge von Ralf Rangnick an © getty

Hoffenheim trennt sich zum Saisonende vom Coach. Dadurch ebnen die Kraichgauer dem Wunschkandidaten den Weg. Der hält sich bedeckt.

Sinsheim/Hamburg - 1899 Hoffenheim hat den Weg geebnet, um Holger Stanislawski zur kommenden Spielzeit in den Kraichgau zu holen.

Der Bundesliga-Zehnte und Trainer Marco Pezzaiuoli gehen wie erwartet am Saisonende getrennte Wege.

Nach einer Sitzung am Dienstag teilte 1899-Manager Ernst Tanner dem Chefcoach mit, dass die Zusammenarbeit nach nur einem halben Jahr enden wird. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir sind nach den Entwicklungen der letzten Wochen zu dem Entschluss gekommen, mit einem neuen Cheftrainer in die kommende Spielzeit zu gehen", sagte Tanner.

Mäzen Dietmar Hopp bestätigte indes im "Mannheimer Morgen", dass "Stanislawski ein Favorit" ist. "Ob er kommt, kann ich aber nicht sagen", führte Hopp weiter aus.

"Keine Ausreden mehr"

Pezzaiuoli hatte erst am 2. Januar die Nachfolge des entlassenen Ralf Rangnick übernommen.

Für die restlichen fünf Spiele nimmt Tanner nun die Mannschaft in die Pflicht: "Klar ist jetzt aber auch, dass es für die Mannschaft keine Ausreden mehr gibt und sie in der Verantwortung steht, die kommenden Spiele mit voller Konzentration erfolgreich abzuschließen."

Der Manager hatte bereits nach dem 2:3 beim SC Freiburg (Bericht) zwischen den Zeilen durchblicken lassen hatte, dass Pezzaiuoli keine Zukunft mehr bei den Kraichgauern hat.

Die negative Bilanz spricht für sich. Nur ein Sieg in den zurückliegenden acht Partien sowie im Breisgau die vierte Auswärtspleite in Folge trotz Führung und einer knapp 60 Minuten dauernden Überzahl - außer seinem bis 2014 laufenden Vertrag sprach zuletzt kaum noch etwas für Pezzaiuoli.

Wünsche werden nicht erfüllt

"Wir hatten einen großen Umbruch, neue Spieler, eine neue Hierarchie, das dauert. Ich hatte die Probleme erkannt und im Winter noch einen Sechser und einen Mittelstürmer gefordert, aber das war nicht machbar", sagte Pezzaiuoli.

Der Coach wird am kommenden Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Eintracht Frankfurt sowie in den vier verbleibenden Saisonspielen nun als "lame duck" auf der Hoffenheimer Bank sitzen.

Stanislawski weiß es, verrät es aber nicht

Hoffenheims Wunschkandidat Stanislawski hält sich zu einem möglichen Wechsel jedoch bedeckt.

"Ich weiß, was ich in der kommenden Saison machen werde. Wenn es etwas mitzuteilen gibt, werde ich das tun" - mehr will Stanislawski mitten im Abstiegskampf mit seinem Team nicht sagen.

Er spürt, dass es das falsche Signal wäre, ein Zeichen von Schwäche im Überlebenskampf des Aufsteigers, der am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) beim punktgleichen Nordrivalen VfL Wolfsburg unbedingt punkten muss, um nicht den Anschluss zu verlieren. 376809(DIASHOW: Der 29. Spieltag)

[kaltura id="0_tsv2q5hi" class="full_size" title="Pauli gibt die Hoffnung nicht auf"]

Jahrgangsbester von 2008

Und selbst wenn St. Pauli am Saisonende zurück muss in die 2. Liga - am Trainer wird das Etikett eines Absteigers nicht haften bleiben.

Zu groß ist ligaweit der Respekt vor der Arbeit Stanislawskis, der nicht nur 2008 die Ausbildung zum Fußballlehrer in Köln als Jahrgangsbester abschloss, sondern auch als einziger Proficoach seinen Job in der Hansestadt behalten konnte.

Festgeschriebene Ablösesumme

Sportchef Schulte kann angesichts des Werbens um "Stani" aus dem Kraichgau nur noch Wunschvorstellungen formulieren: "Wir wünschen uns, dass Holger Stanislawski noch sehr lange bei uns ist."

Doch das Vertragsende 2012 wird der Coach in Hamburg nicht mehr erleben. Es gibt eine Ausstiegsklausel, die eine Ablösesumme von 250.000 Euro vorsieht.

Eine Summe aus der Portokasse von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp.

Büskens als Nachfolger gehandelt

Am Millerntor beginnt die Suche nach einem Nachfolger.

Dafür gehandelt werden an der Elbe der Ex-Schalker und Schulte-Intimus Mike Büskens, dessen Vertrag bei der Spvgg Greuther Fürth ausläuft.

Als zweiter Kandidat gilt Andre Schubert, der den Fürther Zweitliga-Rivalen SC Paderborn zum Saisonende verlässt.

Weltpokalsiegerbesieger Stanislawski

Seinen Ehrenplatz in der mehr als 100-jährigen Vereinsgeschichte des FC St. Pauli hat Stanislawski auf jeden Fall sicher:

Stanislawski hat den Kiez-Klub nachhaltig geprägt, seit er vor 18 Jahren als junger Vorstopper am Millerntor anheuerte: Als Profi, Vize-Präsident, Manager und aktueller Trainer.

Nur Hausmeister war er noch nicht beim FC St. Pauli. Und Masseur, obwohl er das eigentlich von der Pike auf gelernt hat.

Zudem gehörte er zum legendären Team der `Weltpokalsiegerbesieger", das 2002 Rekordmeister Bayern München eine historische 1:2-Niederlage zufügen konnte.

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