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Michael Ballack wechselte 2010 vom FC Chelsea zurück zu Bayer Leverkusen © getty

Der DFB-Kapitän kehrt als Stammspieler und Glücksbringer an alte Wirkungsstätte zurück. Auch mit Butt hat er eine Rechnung offen.

Leverkusen - In der deutschen Nationalmannschaft an den Rand gedrängt, in Leverkusen urplötzlich im Mittelpunkt:

DFB-Kapitän Michael Ballack avanciert bei Bayer Leverkusen zum Glücksbringer im Titelkampf.

"Er ist der Typ Spieler, der uns letzte Saison hier und da gefehlt hat, wenn ein bisschen Gegenwind aufkam", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler.

"Wir brauchen einen Ballack in Topform, um unsere Ziele zu erreichen."

Alle sechs Spiele, in denen Ballack über 90 Minuten auf dem Platz stand, wurden gewonnen.

Nun ist nach fünf Siegen in Folge der Rückstand der Werkself auf Tabellenführer Borussia Dortmund fünf Spieltage vor dem Saisonende von zwischenzeitlich zwölf auf fünf Zähler geschmolzen.

Ballack überzeugt im Titel-Endspurt

Und Mittelfeldspieler Ballack zeigte insbesondere beim 2:1 gegen St. Pauli, dass er im Titel-Endspurt zum wahren Führungsspieler aufsteigen will.

"Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir mit Michael Ballack noch ganz große Momente in wichtigen Spielen erleben werden", sagte Bayer-Chef Wolfgang Holzhäuser, der von seiner 15-Millionen-Euro-Investition auch in den schwierigen Wochen überzeugt war.

Einer dieser ganz großen Momente wartet auf Ballack am kommenden Sonntag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Revanche an Bayern-Bossen

Da reist der 34-Jährige mit Bayer zu seinem Ex-Klub Bayern München, wo er zwischen 2002 und 2006 unter Vertrag stand und dreimal das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg feierte.

Doch Ballack hat noch längst nicht vergessen, dass er vor der WM 2006 von den Bayern-Bossen Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer sowie von den eigenen Fans angegiftet wurde, weil er sich am Ende für einen Wechsel zum FC Chelsea entschieden hatte.

Der Routinier will in der Allianz Arena aber nicht nur Revanche an den Bayern-Bossen nehmen.

Besonderes Duell mit Butt

Der vor Ehrgeiz noch immer sprühende 98-malige Nationalspieler freut sich auch schon auf das Duell mit Münchens Keeper Jörg Butt, der am Sonntag voraussichtlich wieder für Thomas Kraft ins Bayern-Tor zurückkehrt.

Denn der 20. April 2002 spukt Ballack sicherlich noch immer im Kopf herum. Am drittletzten Spieltag der Saison 2001/2002 trat Leverkusen zu Hause mit Ballack im Mittelfeld und Butt im Tor gegen Werder Bremen an.

Leverkusen hatte als Tabellenführer zu diesem Zeitpunkt noch fünf Punkte Vorsprung. Dass Butt beim 0:1 durch den Ungarn Krisztian Lisztes nicht gut aussah, konnte Ballack noch verschmerzen.

Folgenschwerer Elfmeter

Doch dann kam die 40. Minute, die sich bei Ballack tief ins Gedächtnis eingebrannt hat.

Beim Stand von 1:1 wurde er im Strafraum gefoult - es gab Elfmeter. Als Ballack, der den Elfmeter eigentlich schießen wollte, noch behandelt wurde, brüllte das ganze Stadion "Butt, Butt, Butt", und der Keeper lief zum Punkt.

Doch Butt scheiterte an dem damaligen Werder-Keeper Frank Rost, Bremen gewann dank eines Treffers von Ailton noch mit 2:1.

Eine Woche später unterlag Bayer dem 1. FC Nürnberg 0:1, ausgerechnet Dortmund zog vorbei und wurde am letzten Spieltag Meister.

Heynckes: "Ich habe das schon mal geschafft"

Nun wollen die Bayer-Schützlinge den Spieß umdrehen.

"Alles ist möglich. Meiner Mannschaft ist alles zuzutrauen.Wir müssen jedoch alle fünf Spiele gewinnen, wenn noch etwas passieren soll", sagte Heynckes, der am Saisonende nach München geht.

Als der Mann zu Bayern zu wechseln, der Leverkusen vom "Meisterfluch" befreit hat, das hätte Brisanz.

Ein Beispiel für ein Duell Spitz auf Knopf hat Heynckes auch umgehend parat.

"Ich habe das einmal mit Borussia Mönchengladbach geschafft. Aber ich weiß nicht, ob man das wiederholen kann", sagte der 65-Jährige.

1971 hatte er mit dem späteren Meister den FC Bayern mit vier Siegen und einem Unentschieden aus den letzten fünf Spielen noch überholt.

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