vergrößernverkleinern
Mirko Slomka ist seit 2010 Trainer von Hannover 96 © getty

Für Hannover soll auch der HSV keine Hürde auf dem Weg in die Champions League sein. Bei den Gästen will der Coach Klarheit.

Von Christoph Gschoßmann

München - Bislang waren die Rollen zwischen "großem" und "kleinem" HSV immer klar verteilt.

Doch in dieser Saison hat der Underdog aus Niedersachsen dem Traditionsklub von der Elbe eindeutig den Rang abgelaufen:

Hannover 96 hat als Dritter beste Chancen auf die erstmalige Champions-League-Teilnahme, die Hamburger dagegen können bestenfalls noch die Europa League erreichen.

Schon in der Vorsaison holte 96 als Abstiegskandidat einen wichtigen Zähler gegen das HSV-Starensemble.

"Wir wollen Platz drei verteidigen"

Diesmal spielt Hannover nach dem Sieg in Mainz und dem erneuten Ausrutscher des FC Bayern beim 1:1 in Nürnberg im Nord-Derby auf Sieg (Sa, ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Denn die Königsklasse ist nun auch ganz offiziell das Ziel in der Landeshauptstadt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Natürlich wollen wir Platz drei verteidigen", sagte Trainer Mirko Slomka. "Ich glaube, dass dafür vier Siege in den letzten fünf Spielen notwendig sind."

In Hannover ist jeder bereit, sein letztes für dieses Ziel zu geben.

96-Spieler pfeifen auf freie Tage

Bestes Beispiel: Nach Heimsiegen bekommt das Team normalerweise zwei Tage frei.

Für die Mannschaft der "Roten", die mit 53 Punkten bereits jetzt den eigenen Bundesligarekord gebrochen hat, ist das aber derzeit gar kein Thema mehr. "Sie haben nicht mal danach gefragt", berichtete Slomka.

Dem Erfolgscoach ist das natürlich nur recht: "Wir wollen Spannung und Druck hochhalten. Wir ziehen unser Programm durch."

"Wir wollen Erfolgsdenken provozieren"

"Wir wollen Erfolgsdenken provozieren", fasst Slomka sein Credo zusammen.

Diese Einstellung haben seine Spieler verinnerlicht. "In jedem Trainingsspiel, ja in jeder Spiel- und Übungsform, will der Trainer Sieger sehen", sagte Kapitän Steven Cherundolo.

Ähnliche Zuversicht hört man beim HSV schon lange nicht mehr.

Dennoch geht der Weg, den das Team unter dem neuen Chefcoach Michael Oenning eingeschlagen hat, zurück in die Erfolgsspur.

Auch das 1:1 gegen Tabellenführer Dortmund war ein Achtungserfolg - um ein Haar wäre den Rothosen sogar die Sensation geglückt. 376809(DIASHOW: Der 29. Spieltag)

Oenning noch ohne Niederlage

Oenning hat in seinen drei Spielen als alleinverantwortlicher Chefcoach noch keine Niederlage hinnehmen müssen und kann nun darauf hoffen, schon nach dem Spiel gegen Hannover Klarheit über seine Zukunft zu haben.

Blamiert sich der HSV nicht, dürfte schon in Kürze seine Weiterbeschäftigung für die nächste Saison bekanntgegeben werden. Auch Oenning möchte Klarheit.

"Die augenblickliche Situation ist okay. Aber die Entscheidung muss jetzt gefällt werden. So oder so. Das wird nicht ins Uferlose gehen", meinte der 45-Jährige.

Reger Austausch mit Arnesen

Er selbst geht fest von einem Verbleib aus, plant die neue Spielzeit schon mit Sportchef Frank Arnesen.

"Natürlich haben wir täglich Kontakt. Es ist ein reger Austausch, so wie er zwischen Trainer und Sportdirektor normal ist."

Klar ist dabei allerdings, dass die Hamburger vor allem ohne Europa-League-Teilnahme kleinere Brötchen backen müssen.

HSV will 20 Millionen Euro einsparen

20 Millionen Euro will der HSV an Gehältern einsparen - momentan liegt der Personaletat bei 55 Millionen.

"Das war abzusehen. Es war klar, dass wir nicht die ganz großen Sprünge machen können", weiß Oenning.

Ein Neuaufbau mit einer jüngeren, günstigeren Mannschaft steht ins Haus, damit aus Hamburger Sicht beim nächsten Derby die Vorzeichen wieder "richtig herum" stehen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel