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SPORT1-Redakteur Mathias Frohnapfel (r.) im Gespräch mit Eintracht Keeper Ralf Fährmann © getty

Ralf Fährmann hat den Posten im Frankfurter Tor erobert. Bei SPORT1 spricht er über den Abstiegskampf und den neuen Trainer.

Aus Frankfurt berichtet Mathias Frohnapfel

Frankfurt - Ralf Fährmann weiß, wie schwer Patzer im Abstiegskampf wiegen können.

Und doch hielt der Keeper von Eintracht Frankfurt zuletzt gegen Wolfsburg und Werder äußerst sicher (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die neue Rolle als klare Nummer eins von Trainer Christoph Daum beflügelt den 22-Jährigen.

Doch der Weg dorthin war steinig.

Im SPORT1-Interview spricht Fährmann darüber und beschreibt offen, wie er mit Aussetzern wie im Spiel gegen Schalke umgeht.

Zudem geht er auf das Rennen um den Klassenerhalt und die Partie in Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) ein.

SPORT1: Herr Fährmann, Christoph Daum hat sich für Sie als neuen Stammkeeper ausgesprochen. Das tut gut, oder?

Ralf Fährmann: Das gibt einem viel Selbstvertrauen, wenn der Trainer hinter dir steht. Vor allem für einen Torhüter ist es sehr wichtig, wenn man von Spiel zu Spiel denken kann und nicht nur für eine Partie die Chance bekommt. Wenn man nur ein Spiel bekommt, versucht man ja das Unmögliche möglich zu machen. Doch gerade auf der Torhüter-Position muss man Ruhe ausstrahlen.

SPORT1: Sie waren lange Nummer zwei hinter Oka Nikolov. Wie haben Sie sich in dieser Zeit motiviert?

Fährmann: Es gab auch manchmal schwere Tage, aber ich hab mich nie hängen lassen. Dafür bin ich nicht der Typ. Und dafür macht der Fußball zu viel Spaß.

SPORT1: Aber wann immer Sie für Nikolov eingesprungen sind, hat die Eintracht verloren.

Fährmann: Die Spiele sind nicht gut gelaufen für mich. Andererseits habe ich in den wenigen Spielen, die ich bisher hatte, sehr viel Erfahrung gesammelt. Das kommt mir jetzt zugute.

SPORT1: Im Abstiegskampf kann jeder Fehler hart bestraft werden. Wie gehen Sie damit um?

Fährmann: Ich spreche über Fehler und auch schlechte Situationen und versuche sie so zu verarbeiten. Nicht jeder Spieler ist perfekt und aus Fehlern lernt man. So lange man sie nur einmal macht, ist das okay.

SPORT1: Und wie oft haben Sie über die Szene aus dem Schalke-Spiel nachgedacht, als Ihnen Raul den Ball vom Fuß gespitzelt hat?

Fährmann: Dass die Situation richtig blöd gelaufen ist, hat jeder im Stadion gesehen. Ich kann es aber nicht rückgängig machen. Das wird wahrscheinlich in den nächsten 50 Jahren in den Rückblicken laufen (lacht), aber das wird mir nie wieder passieren.

SPORT1: Als Ihr Vorbild gilt Frank Rost. Warum?

Fährmann: Er kommt gebürtig aus Sachsen wie ich. Ich habe ihn bei Werder Bremen verfolgt und bei Schalke, vor allem als ich dann auch nach Schalke kam. Ich habe ihn da tagtäglich gesehen und seinen Ehrgeiz. Er will sich immer verbessern, ist nie zufrieden und das in seinem Alter. Auch wie er sich auf dem Platz verhält und dirigiert, gefällt mir. Er nimmt auch außerhalb kein Blatt vor den Mund, ist ein Typ. Er verstellt sich nicht, hat Charakter, so viele wie ihn gibt es heute nicht mehr.

SPORT1: Woran könnte das liegen?

Fährmann: Auch an der Medienwelt. Wenn da heute ein junger Spieler den Mund etwas weiter aufmacht, ist es nicht gerade förderlich für ihn.

SPORT1: Am Wochenende geht es für die Eintracht nach Hoffenheim. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Fährmann: Die Hoffenheimer haben viele Gesichter gezeigt in dieser Saison, vom Fußballerischen haben sie natürlich eine sehr hohe Qualität und sind sehr spielstark. Wir müssen unser Spiel durchsetzen und drei Punkte holen.

SPORT1: 1899-Trainer Marco Pezzaiuoli muss zum Saisonende gehen. Wie wird sich das Ihrer Meinung nach auf die Hoffenheimer auswirken?

Fährmann: Das ist natürlich nicht förderlich für die Mannschaft und kommt uns eventuell zu gute. Die Spannung könnte etwas verloren gehen in Hoffenheim, hinzu kommt die Ungewissheit, welcher Trainer zur neuen Saison übernimmt. Wir müssen uns aber natürlich vor allem auf uns konzentrieren.

SPORT1: Das Restprogramm ist inklusive Bayern und Dortmund happig. Was macht Sie zuversichtlich, dass die Eintracht dennoch drin bleibt?

Fährmann: Wir spielen auch noch gegen Mainz und Köln. Für uns ist egal, wer kommt. Auch für die Mannschaften, die unten stehen, geht es um alles. Wir sind in der Lage, gegen jeden Gegner zu gewinnen.

SPORT1: Wie haben Sie die erste Zeit von Christoph Daum als Eintracht-Trainer erlebt?

Fährmann: Der Trainer muss sich natürlich erstmal einen Überblick verschaffen. Man kann aber schon sehen, dass wir wieder etwas mehr Selbstvertrauen haben, spritziger und auch galliger sind.

SPORT1: Wie ist die Stimmung derzeit?

Fährmann: Es ging gewiss ein Ruck durch die Mannschaft, jeder fängt wieder bei Null an und hat seine Chance gewittert. Christoph Daum kann die Mannschaft sehr gut motivieren, das tut uns jetzt sehr gut.

SPORT1: Welche Schlagzeile wollen Sie am Saisonende über sich und Frankfurt lesen?

Fährmann: Die Eintracht sichert sich souverän die Liga.

SPORT1: Kommt in der Schlagzeile Ralf Fährmann nicht vor?

Fährmann: Natürlich würde es mich freuen, aber jetzt ist es wichtig, die persönlichen Eitelkeiten zurückzustecken. Jetzt zählt nur die Mannschaft und der Erfolg. Stimmt der, kommt auch der einzelne wieder mehr zur Geltung.

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