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Nuri Sahin hat bei Borussia Dortmund noch einen Vertrag bis 2013 © getty

Der Spielmacher soll ein Angebot von Real Madrid haben - und dementiert nicht. Ein Nürnberger steht offenbar als Nachfolger parat.

Von Olaf Mehlhose und Barnabas Szoecs

München - Es heißt, überlegene Teams könnten sich eigentlich nur selber schlagen.

Etwa, wenn die innere Einheit zu wackeln beginnt, wenn Unruhe und Druck die Leistung beeinflusst. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dass dieser Umstand aber auf Borussia Dortmund zutrifft, hätte in dieser Saison wohl kaum jemand erwartet.

Doch vor dem wegweisenden Heimspiel gegen den SC Freiburg (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) scheinen nun genau diese Tugenden, nämlich Teamgefühl und Zusammenhalt, einen ordentlichen Knacks zu bekommen.

Schuld daran ist das Hickhack um Nuri Sahin.

Der türkische Nationalspieler wird von den besten Vereinen der Welt gejagt. Nach Angaben der "Bild" hat der 22-Jährige ein Angebot von Real Madrid vorliegen, ein Gespräch mit Jose Mourinho hat demnach schon stattgefunden.

Ausstiegsklausel über sechs Millionen

Angesichts einer Ausstiegsklausel von sechs Millionen Euro wäre Sahin ein Schnäppchen.

Und die Tatsache, dass von Sahin kein Dementi erfolgte, dürfte den Gelb-Schwarzen zu denken geben.

"Es ist mir nicht verborgen geblieben, dass mein Name zurzeit mit vielen Vereinen in Verbindung gebracht wird", sagte der Türke den "Ruhr Nachrichten":

"Darüber hinaus möchte ich mich nicht äußern."

Ein Treuebekenntnis hört sich anders an.

Gleicher Berater wie Özil

Dass der Türke in Reza Fazeli, den gleichen Berater hat wie Real-Star Mesut Özil macht einen Wechsel zu den "Königlichen" nicht unbedingt unwahrscheinlicher.

Der Iraner gab zwar zu Protokoll, sich erst nach Ende der Saison mit dem Thema beschäftigen zu wollen. Ob man das glaubt, ist eine andere Frage.

Auch Sahin denkt laut eigener Aussage nur bis zum letzten Spieltag.

"Ich lasse mich von dem, was rechts oder links passiert oder geschrieben wird, nicht verrückt machen. Ich habe nur ein Ziel: Die Sache durchziehen und mit Dortmund Meister werden", sagte er dem "kicker".

Auch andere Top-Klubs interessiert

Sein Verhalten ist allzu verständlich: Er kann entweder zu stark verbesserten Konditionen in Dortmund verlängern oder aber die Herausforderung bei einem Top-Klub suchen.

Denn neben Real bekunden europäische Schwergewichte wie der FC Chelsea, FC Liverpool, Manchester United, Inter und AC Mailand ihr Interesse am Mittelfeldstrategen.

Zumal es die BVB-Verantwortlichen im Fall Sahin nicht fertiggebracht haben, die besagte Ausstiegsklausel für den Spielmacher zu umgehen.

"Das ist uns zugegebenermaßen nicht gelungen", bestätigte der BVB-Boss Hans-Joachim Watzke der "WAZ".

Damit ist die volle Konzentration auf den Meisterschafts-Endspurt wohl erst mal dahin. Das Thema wird die Borussia mit Sicherheit noch bis zum Saisonende beschäftigen.

BVB-Bose genervt

"Dass wir uns in Ruhe auf die Partie gegen Freiburg vorbereiten können, ist wohl nur ein frommer Wunsch", beklagte Manager Michael Zorc.

Trainer Jürgen Klopp reagierte um einiges dünnhäutiger.

"Mich nervt, dass ich 20 Anrufe kriege und die beantworten muss! Das interessiert mich null Komma null und bringt uns nicht aus der Ruhe", sagte der BVB-Coach.

Einen schlechteren Zeitpunkt für störende Personaldebatten hätte sich der Tabellenführer jedoch kaum wünschen können. Fünf Punkte beträgt nur noch der Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen - es waren mal 13.

Kommt Gündogan?

Immerhin hat der BVB bereits einen Nachfolger für Sahin im Visier: Ilkay Gündogan vom 1. FC Nürnberg.

Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader und Zorc trafen sich laut "Bild" bereits zu einem Sondierungsgespräch - für Gündogan steht eine Ablösesumme von sechs Millionen im Raum.

"Sollte das Angebot nicht unsere Erwartungen erreichen, werden wir ihn nicht gehen lassen" kündigte Bader bereits eine harte Gangart bei den Verhandlungen an:

"Die Chancen, die Klasse zu halten, steigen mit ihm um ein vielfaches. Das ist uns einiges wert, denn der Abstieg käme uns viel teurer zu stehen."

Doch der gebürtige Gelsenkirchener Gündogan, an dem auch der Hamburger SV interessiert ist, soll sich schon für seinen Abgang entschieden haben. Sahin auch?

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