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Das Hinspiel zwischen Wolfsburg (Schäfer, l.) und St. Pauli (Kruse) endete 1:1 © getty

Beim FC St. Pauli soll der angekündigte Abschied des Trainers die Wirkung haben, auf die Gegner Wolfsburg noch vergeblich wartet.

München - Es wird langsam eng im Tabellenkeller.

Gerade mal sechs Punkte liegen zwischen Platz 17 und Platz 12, entsprechend groß ist die Spannung vor dem 30. Spieltag.

Im Fokus steht dabei das "Abstiegs-Endspiel" zwischen dem Drittletzten VfL Wolfsburg und dem Vorletzten FC St. Pauli (Samstag, ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Zeitgleich müssen die unmitelbaren Rivalen auswärts antreten: Stuttgart (15.) in Köln, Frankfurt (14.) in Hoffenheim.

Unruhe in Hoffenheim: Erst Higl, dann Stanislawski?

Bei dem Tabellen-10. aus dem Kraichgau geht es zwar sportlich um nichts mehr, trotzdem herrscht große Unruhe.

Trainer Marco Pezzaiouli muss spätestens am Saisonende gehen, bei einer Pleite gegen die Eintracht wird er aber vielleicht schon sofort von Alfons Higl abgelöst.

n der neuen Saison könnte der Ex-Co-Trainer von Wolfsburg dann Assistent unter Holger Stanislawski werden, der bei der 1899 Topfavorit als neuer Chefcoach ist.

"Er kann Begeisterung entfachen und Motivation rüberbringen. Ich denke, dass er aus unseren Mitteln das Optimale herausholt", ist Klub-Mäzen Dietmar Hopp offenbar von einem Wechsel "Stanis" überzeugt.

Pauli will Coach "den Klassenerhalt schenken"

Beim FC St. Pauli sind derweil die Tränen über den Abschied der Vereins-Ikone nach 18 Jahren getrocknet.

Nun wollen die Hamburger nach dem Trubel um Stanislawski, sieben Niederlagen in Folge und dem vergleichsweise milden DFB-Urteil in der Becherwurf-Affäre endlich wieder in die Erfolgsspur zurück.

"Wir wollen Stani den Klassenerhalt schenken", erklärte Mittelfeldspieler Fabian Boll.

Der Coach hofft daher auf einen Hallo-Wach-Effekt. "Es gibt keinen besseren Moment für einen Wechsel. Ich hoffe, dass die Entscheidung bei dem einen oder anderen Spieler zehn Prozent mehr Leistungsvermögen herauslockt", sagte Stanislawski.

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Magath schickt Team ins Kloster

Beim Gegner Wolfsburg hat der Trainerwechsel bisher äußerst mäßigen Ertrag gebracht.

Die "Wölfe" sind unter Felix Magath nach drei Spielen ohne Erfolgserlebnis ebenfalls zum Siegen verdammt.

Deshalb hat der neue alte Trainer zu ungewohnten Maßnahmen gegriffen und sein Team vor dem Spiel kurzfristig in einem ehemaligen Kloster kaserniert.

"Wir wollen alles optimieren, auch die Vorbereitung", sagte er. "Die Mannschaft soll sich voll auf die Aufgabe gegen St. Pauli konzentrieren."

Laktattest unter der Woche

Nach zwei Unentschieden und einer Niederlage scheinen in Wolfsburg alle verstanden zu haben, dass Magaths Kommen allein keine Punkte bringt.

"Die Sache ist nicht erledigt, nur weil ich jetzt hier bin. Die Spieler müssen hart arbeiten", erklärte der Meistermacher von 2009.

Daher ließ der 57-Jährige sogar zum ersten Mal in seiner Trainer-Laufbahn unter der Woche einen Laktattest durchführen - wegen der offensichtlichen Konditionsmängel seiner Spieler.

"Wir lassen in der zweiten Halbzeit immer etwas nach und das nicht nur in den vergangenen drei Spielen", sagte Magath.

Friedrich kehrt zurück

Wolfsburg wird nach der missglückten Tannenbaum-Taktik gegen Schalke wahrscheinlich wieder zur alten Meistertaktik mit der Mittelfeld-Raute zurückkehren.

In dem Fall würde neben dem gesetzten Grafite Mario Mandzukic im Sturm zum Einsatz kommen.

Nationalspieler Arne Freidrich hat seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen und beginnt neben Simon Kjaer in der Innenverteidigung.

Ginge es nach dem Wert der Spieler, müssten die Wolfsburger die Partie klar gewinnen.

Wie das Fachmagazin "kicker" errechnete, kostete die wahrscheinliche Mannschaft der Wolfsburger für Samstag im Einkauf 50,25 Millionen Euro.

Das Team von St. Pauli dagegen gerade mal 900.000 Euro.

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