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Sidney Sam erzielte in der laufenden Saison für Leverkusen insgesamt zwölf Tore © getty

Leverkusens Sidney Sam spricht im Interview vor dem Spiel gegen Bayern über den Gegner, seine Entwicklung und die Titel-Chance.

Von Christian Stüwe

München - Der letzte Bayer-Sieg in München liegt schon lange zurück.

Im Oktober 1989 gewann Leverkusen gegen den FC Bayern unter Trainer Jupp Heynckes mit 1:0 - Sidney Sam war da gerade mal 20 Monate alt.

Heute ist der 22-Jährige ein wichtiger Bestandteil der Werkself. In der laufenden Bundesliga-Saison erzielte er sieben Treffer und gab vier Vorlagen.

"Es läuft super für mich", weiß auch Sam, der sich trotz starker Konkurrenz beim derzeitigen Tabellenzweiten durchgesetzt hat.

Vor dem Duell mit den Bayern (So., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) spricht er im Interview mit SPORT1 über seine Entwicklung, den Gegner und die Chancen für Leverkusen den Beinamen "Vizekusen" endlich abzulegen.

SPORT1: Als Leverkusen das letzte Mal in München gewann, waren Sie gerade mal ein Jahr alt. Warum klappt es diesmal?

Sidney Sam: Es ist eine große Chance für uns. Wir wollen auf jeden Fall in München punkten. Natürlich wird es wie immer schwer, bei den Bayern etwas zu holen. Aber wir fahren dort selbstbewusst hin.

SPORT1: Bayern tat sich zuletzt schwer. Sehen Sie Ihre Mannschaft in der Favoritenrolle?

Sam: Das kann man nicht sagen. Bayern ist eigentlich immer Favorit in der Bundesliga. Aber wir haben eine gute Position, das haben wir uns hart erarbeitet. Aber wir wollen natürlich auch für unsere Fans punkten.

SPORT1: Ihr Trainer Jupp Heynckes wechselt nächste Saison nach München. Ist das ein Thema in der Mannschaft?

Sam: Nein, gar nicht. Wir arbeiten genauso wie bisher, das Training läuft wie gewohnt. Alles bleibt beim Alten. Wir haben zuletzt auch unsere Spiele souverän gewonnen. Da spricht keiner drüber.

SPORT1: Man merkt Heynckes also keine Veränderung an?

[kaltura id="0_82jlefft" class="full_size" title="FCB Es gibt Hoffnung "]

Sam: Nein, auf keinen Fall. Er ist noch genauso wie vorher. Er geht mit den Spielern wie gewohnt um. Alles ist wie immer.

SPORT1: Im Bezug auf die Meisterschaft hat Heynckes kürzlich gesagt, seiner Mannschaft sei "alles zuzutrauen". Sehen Sie das ähnlich?

Sam: Absolut! Wir haben einen Riesen-Kader und eine sehr gute Qualität in der Mannschaft, auch in der Breite. Offensiv machen wir immer unsere Tore und wir haben zuletzt auch bewiesen, dass wir hinten gut stehen und oft zu Null spielen. Wir haben uns als Mannschaft weiterentwickelt.

SPORT1: Also muss Dortmund angesichts der starken Rückrunde von Leverkusen doch noch zittern?

Sam: Ich denke, dass fünf Punkte Vorsprung nicht allzu viel ist. Aber wir gucken auf uns, wir wollen unsere Spiele gewinnen. Wir fahren auch nach München, um zu gewinnen. Wenn Dortmund patzt, wollen wir da sein.

SPORT1: ?um den nervigen Beinamen "Vizekusen" endlich abzulegen?

Sam: Wenn wir Zweiter bleiben, ist der Name "Vizekusen" ja auch gerecht (lacht). Aber wir wollen jetzt erst einmal die nächsten Spiele gut angehen, dann werden wir sehen.

SPORT1: Michael Ballack war schon 2002 dabei, als Leverkusen in der Bundesliga, im DFB-Pokal und der Champions League Zweiter wurde. Zuletzt stand er auch wieder in der Startelf. Kann man sich von ihm noch etwas abschauen?

Sam: Ja, klar. Michael ist ein erfahrener Spieler und ein Super-Typ. Da kann sich jeder noch was abschauen. Er spricht auch viel mit den Spielern.

SPORT1: Ein echter Führungsspieler also?

Sam: Genau.

SPORT1: Trotz der starken Konkurrenz im Bayer-Mittelfeld haben Sie in dieser Spielzeit bereits 25 Spiele gemacht und einige wichtige Tore erzielt. Ist die Saison ihr Durchbruch als etablierter Bundesliga-Spieler?

Sam: Ja, schon. Ich habe mir bei einem starken Verein wie Bayer Leverkusen einen Stammplatz erkämpft. Ich habe viele gute Spiele gemacht, auch wenn ein paar nicht so gut waren. Aber ich habe viele wichtige Tore geschossen, das ist entscheidend. Es läuft super für mich.

SPORT1: Bundestrainer Joachim Löw hat Ihnen bereits eine Nominierung für die Nationalmannschaft in Aussicht gestellt. Beschäftigt Sie das?

Sam: Ich will mich erst mal nur auf Bayer Leverkusen konzentrieren. Wenn irgendwann eine Nominierung kommen würde, würde ich mich natürlich sehr freuen. Das wünscht sich jeder Spieler. Ich arbeite weiter an mir und dann werden wir sehen.

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