vergrößernverkleinern
Manuel Neuer (r.) hütete bei der WM 2010 das Tor der deutschen Nationalmannschaft © imago

Im Kampf um Manuel Neuer eröffnen sich neue Chancen. Prominente Experten trauen S04 in der Champions League den großen Wurf zu.

München - Der FC Schalke schwimmt nach dem sensationellen Champions-League-Halbfinaleinzug nicht nur auf einer Welle der Euphorie, sondern für seine Verhältnisse auch wieder im Geld.

Mehr als 50 Millionen Euro sind den Königsblauen alleine aus den Erfolgen in der Königsklasse schon jetzt gewiss.

Hinzu kommen die nicht eingeplanten Prämien aus dem Erreichen des DFB-Pokalfinals.

Kein Wunder, dass sie sich in Gelsenkirchen inzwischen Gedanken darüber machen, wie der neue finanzielle Spielraum des angeschlagenen Klubs ausgenutzt werden könnte.

Wichtigstes Ziel dabei: Nationalkeeper Manuel Neuer doch noch von einem Wechsel zum FC Bayern abzuhalten.

Heldt dementiert Millionen-Offerte

Neuer ist neben Stürmerlegende Raul das Gesicht des famosen Schalker Erfolgs. Sein Vertrag bei seinem Heimatklub läuft noch bis 2012, er soll sich mit den Münchnern aber schon grundsätzlich auf einen Wechsel verständigt haben.

Dem könnten die Schalker mit einer Vertragsverlängerung entgegenwirken. Ein von der "Bild" verbreitetes Angebot von 21 Millionen Euro Gehalt für einen neuen Dreijahres-Vertrag dementierte S04-Manager Horst Heldt vor dem Spiel bei Werder Bremen (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) aber umgehend.

"Ich habe das mit Verwunderung gelesen. Diese Meldung stimmt nicht im Ansatz, weder die Zahlen, noch sonstige Details", sagte Heldt am Freitag.

Er ließ aber wissen: "Es bleibt allerdings dabei, dass wir alles dafür tun werden, Manuel Neuer über das Vertragsverhältnis hinaus an uns zu binden."

Löw und Hitzfeld glauben an ganz großen Coup

Dabei würden weitere sportliche Erfolge in der Königsklasse möglicherweise helfen. Nach dem Coup gegen Inter im Viertelfinale scheint jedenfalls nichts mehr unmöglich - auch nicht im Halbfinale gegen Manchester United.

[kaltura id="0_so33n89g" class="full_size" title="Das Ringen um Neuer"]

Bundestrainer Joachim Löw traut den Schalkern den ganz großen Erfolg zu. "Alles ist möglich. Schalke beeindruckt mich. Und die Außenseiterrolle hat schon manchem gut getan", sagte er der "Bild".

Auch Ex-Champions-League-Sieger Ottmar Hitzfeld glaubt an die Königsblauen.

"Natürlich kann Schalke die Champions League gewinnen. In so einer Phase kann man als Mannschaft über sich hinauswachsen. Leverkusen hat 2002 auch ManU im Halbfinale ausgeschaltet. Das kann Schalke auch schaffen", sagte der Schweizer Nationalcoach.

Thon: "Rooney zu ballverliebt"

Schalke-Legende Olaf Thon, 1997 Kapitän der legendären "Eurofighter", macht seinem Ex-Verein Mut. "Auch Manchester United kocht nur mit Wasser. Gerade Wayne Rooney ist mir zu ballverliebt", sagte der SPORT1-Bundesligaexperte.

Mit Wille und Teamgeist könne Schalke dagegen halten, "so wie wir 1997". In einem möglichen Finale rechnet Thon mit dem FC Barcelona als Gegner.

"Im Finale ist alles möglich"

Und auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer kann sich einen Triumph der Schalker mittlerweile gut vorstellen.

"In den letzten drei Spielen ist für Schalke Außergewöhnliches möglich. Sie haben nichts zu verlieren, wirken physisch und psychisch sehr stark", meinte der Europameister von 1996 und Champions-League-Sieger mit dem BVB.

Bayern München habe im letzten Jahr schon bewiesen, dass Manchester schlagbar sei, erinnerte sich DFB-Team-Manager Oliver Bierhoff in der "Bild":

"Bei Schalke sieht man die Handschrift von Ralf Rangnick. Und die Mannschaft hat enormes Selbstbewusstsein. Und wenn du erst mal im Finale stehst, ist alles möglich. Sogar gegen Barcelona, obwohl sie unschlagbar wirken."

Heynckes schwärmt von Raul

Ex-Schalke-Trainer Jupp Heynckes hebt vor allem den Faktor Raul hervor.

"Ich denke, dass Schalke die Chance auf das Champions-League-Finale hat, weil sie Raul in ihren Reihen haben. Er ist unglaublich, eine große Persönlichkeit", sagte Heynckes in einem Interview mit dem spanischen Ableger von "Eurosport".

Vor allem ist Raul eine Art Champions-League-Schreckgespenst für ManUnited, schoss er die "Red Devils" doch bereits zweimal in seiner Karriere mit Real Madrid aus dem Wettbewerb - jeweils im Viertelfinale 2000 und 2003.

"Raul will den K.o. Nummer 3", titelte deshalb "The Sun".

Metzelder: Raul hatte ManUnited-Angebot

Vielleicht auch um diese Gefahr zu bannen, soll United vergangenen Sommer an einer Verpflichtung des Spaniers interessiert gewesen sein. "Sie haben versucht, ihn unter Vertrag zu nehmen", erinnert sich Kollege Christoph Metzelder in der "Daily Mail" an den vergangenen Sommer.

Er habe Raul aber einen Wechsel nach Deutschland ans Herz gelegt, erklärte der Verteidiger, der mit dem Stürmer vergangenen Sommer aus Madrid nach Gelsenkirchen gewechselt ist.

Vielleicht sollte Metzelder auch mal ein ernstes Wort mit Manuel Neuer wechseln.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel