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Mainz' Andre Schürrle im Zweikampf mit Tony Jantschke (M.) und Mike Hanke (r.) © getty

Der Mainzer vergibt in einer durchwachsenen Partie zahlreiche Chancen, schlägt zum Schluss aber zu. Hanke fliegt vom Platz.

Mainz - Erst Derby-Lust, dann riesiger Frust:

Eine Woche nach dem 5:1 gegen den Erzrivalen 1. FC Köln ist bei Borussia Mönchengladbach tiefe Ernüchterung eingekehrt.

Der fünfmalige deutsche Meister verlor beim FSV Mainz 05 in Unterzahl 0:1 (0:0) und erlitt im Abstiegskampf einen brutalen Rückschlag. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Tabellenletzte hat 26 Punkte auf dem Konto, zwei Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz, die komplette Konkurrenz kann am Wochenende aber davonziehen.

Mainz feierte dank eines späten Tores von Nationalspieler Andre Schürrle (87.) den ersten Heimsieg seit dem 26. November.

Hanke fliegt vom Platz

Während der FSV auf die Europacup-Teilnahme hoffen kann, gingen die Gäste trotz großer Moral leer aus und warten seit über zehn Jahren auf einen Erfolg in Mainz.

Seit dem Hinspiel gegen Mainz steht Gladbach ununterbrochen auf dem letzten Platz. Ex-Nationalspieler Mike Hanke hatte in der 53. Minute zu allem Überfluss die Gelb-Rote Karte gesehen.

"Das ist eine große Enttäuschung. Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt. Zu zehnt war es dann nicht einfach. Die erste Gelbe Karte gegen Hanke ist natürlich zum lachen. Den Elfmeter kann er schon geben", analysierte Borussen-Trainer Lucien Favre bei LIGA total!.

FSV-Trainer Thomas Tuchel war dagegen "sehr erleichtert. Mit der ersten Halbzeit bin ich zufrieden. Der Tabellenstand kümmert sich um sich selber. Es hilft uns nur eine Top-Leistung in Nürnberg."

Ter Stegen rettet

Die 20.300 Zuschauer im ausverkauften Bruchwegstadion sahen einen guten Start der Gastgeber. 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag)

Bereits nach 90 Sekunden scheiterte Schürrle mit einem Schuss am erst 18 Jahre alten Torwart Marc-Andre ter Stegen, der zu seinem zweiten Bundesligaeinsatz kam.

Im Anschluss an diese Szene passierte zunächst allerdings nicht mehr allzu viel.

Die Mainzer, bei denen Stammtorwart Heinz Müller (Rippenprobleme), die gesperrten Innenverteidiger Nikolce Noveski und Bo Svensson sowie der Langzeitverletzte Adam Szalai fehlten, kontrollierten das Geschehen.

Reus vergibt gute Chance

Chancen konnte sich der FSV in dieser Phase aber nicht erarbeiten.

Gladbach, das ohne den brasilianischen Stürmer Igor de Camargo, den französischen Abwehrspieler Jean-Sebastian Jaures sowie Verteidiger Jens Wissing auskommen musste, stand meist gut in der Defensive.

Lediglich ein Weitschuss des Mainzer Mittelfeldspielers Eugen Polanski sorgte für ein wenig Gefahr (14.).

Mitte der ersten Hälfte verbuchten die Gladbacher die bis dahin größte Chance der Partie.

Nach gutem Zuspiel von Hanke verzog Marco Reus seinen Schuss nur knapp (21.).

Umgestellte Defensive

Dabei machte die neuformierte Innenverteidigung der Mainzer mit Niko Bungert und Jan Kirchhoff keine gute Figur.

Auf der Gegenseite zögerte Schürrle nach feiner Vorarbeit von Lewis Holtby zu lange (23.).

Auch elf Minuten später schloss Schürrle einen aussichtsreichen Konter nicht allzu überlegt ab.

Schwache erste Halbzeit

Gegen Ende des ersten Durchgangs erhöhten die Gastgeber noch einmal den Druck, Schürrle vergab in der 40. Minute eine weitere gute Möglichkeiten.

Die beste Chance in den letzten Minuten der ersten Hälfte verbuchten allerdings die Gäste durch einen Freistoß von Juan Arango (45.).

Insgesamt spielte sich der erste Durchgang auf überschaubarem Niveau ab.

Beide Teams konnten vor allem im Spielaufbau nicht überzeugen.

Risse muss verletzt runter

Das Spiel war von Fehlern und Missverständnissen geprägt.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts musste FSV-Trainer Thomas Tuchel seinen Offensivspieler Marcel Risse aufgrund einer Zerrung ersetzen.

Für Risse kam der 20 Jahre alte Eugen Gopko, der sein zweites Bundesligaspiel absolvierte, kurz vor Schluss aber sogar wieder ausgewechselt wurde.

Borussia bleibt dran

Die ersten Minuten nach Wiederanpfiff gehörten allerdings der Borussia.

Das änderte sich nach dem Platzverweis wegen wiederholten Foulspiels gegen Hanke.

Vier Minuten nach dem Feldverweis durch Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) vergab Holtby die Chance zur Mainzer Führung.

Elfmeter nicht gegeben

In der 64. Minute war es wieder Schürrle, der nicht vollstrecken konnte - am Ende schlug er doch noch zu.

In Minute 70. traf Eugen Polanski Reus im Strafraum klar am Fuß, Aytekin entschied jedoch nicht auf Elfmeter.

Beste Spieler auf Seiten der Mainzer waren Elkin Soto und Christian Fuchs. Bei den Gladbachern konnten vor allem die Innenverteidiger Martin Stranzl und Dante überzeugen.

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