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Holger Stanislawski (r.) absolvierte 1993 sein erstes Spiel für St. Pauli © getty

Der FC St. Pauli will in Wolfsburg seine Pleitenserie beenden. Doch der Abschied von Trainer Holger Stanislawski schmerzt.

Von Mathias Frohnapfel

München - Immerhin ist der schlechteste Fall für den FC St. Pauli ausgeblieben: Borussia Mönchengladbach hat die Hamburger in der Tabelle nicht überholt, bleibt nach der 0:1-Niederlage (Bericht) in Mainz 18. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ansonsten hatte die Woche für die Kiez-Kicker emotional alles zu bieten gehabt. Das Geisterspiel-Urteil des Sportgerichts wurde doch noch aufgehoben (Bericht) und am Mittwoch folgte der Paukenschlag: Trainer Holger Stanislawski gab unter Tränen seinen Abschied vom Klub bekannt.

Nach 18 Jahren als Spieler und Trainer endet so für Stanislawski eine Ära, die Profis reagierten geschockt.

Profis sind gefordert

Beim Spiel in Wolfsburg (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) müssen sie jetzt zeigen, dass sie damit umgehen können. Denn sowohl für die "Wölfe" als Tabellen-16. geht es genauso wie für St. Pauli ums Überleben in der Liga.

Dabei haben die Hamburger zuletzt siebenmal in Serie verloren. Und auch Stanislawskis Entscheidung hat Spuren hinterlassen.

"Man muss diese Entscheidung erstmal verarbeiten. Im ersten Moment entsteht eine Leere im Kopf", sagte Verteidiger Ralph Gunesch.

Boll: "Ein komisches Gefühl"

Routinier Fabian Boll meinte: "Man kann sich den FC St. Pauli ohne Holger Stanislawski gar nicht vorstellen, ein komisches Gefühl. Er war immer da und die Konstante im Verein, den er geprägt hat wie kein anderer."

Und er kündigte an: "Wir wollen Stani den Klassenerhalt schenken."

Stanislawski schien selbst noch eine Weile unter dem Eindruck seines emotionalen Auftritts zu stehen.

"Egal, wo ich hingezappt habe, habe ich mein hässliches Gesicht gehen", berichtete der Coach, der wahrscheinlich zum Liga-Konkurrenten 1899 Hoffenheim wechseln wird.

Magath bleibt cool

Beim Gegner Wolfsburg will man sich von der großen Gefühlswelt auf St. Pauli nicht beeindrucken lassen.

"Das war keine große Überraschung. Ich habe das hier schon in Wolfsburg und vorher möglicherweise auch schon in Gelsenkirchen gehört", sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath zu dem Abschied.

"Ich habe wenig Empfindungen dabei. Von mir persönlich hat er sich ja auch nicht verabschiedet."

Ohnehin hat Magath genug eigene Sorgen. Nach zwei Unentschieden und einer Niederlage steckt der VfL tief im Abstiegsstrudel.

SPORT1 hat die weiteren personellen Fakten des 30. Spieltags zusammengefasst:

1. FC Köln - VfB Stuttgart (Sa., 15.30 Uhr)

Köln: Rensing - Brecko, Geromel, Mohamad, Eichner - Lanig, Petit - Peszko, Podolski, Chihi - Novakovic

Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Gentner, Hajnal, Okazaki - Cacau

1899 Hoffenheim - Eintracht Frankfurt (Sa., 15.30 Uhr)

Hoffenheim: Starke - Ibertsberger, Vorsah, Compper, Braafheid - Weis, Rudy - Mlapa, Babel, Alaba - Ibisevic

Frankfurt: Fährmann - Jung, Franz, Russ, Köhler - Schwegler, Rode - Ochs, Meier, Halil Altintop - Gekas (Fenin)

[kaltura id="0_pg7f03gw" class="full_size" title="Bayern bangen um Schweinsteiger"]

Hamburger SV - Hannover 96 (Sa., 15.30 Uhr)

Hamburg: Rost - Diekmeier, Kacar, Westermann, Aogo - Jarolim - Elia, Ze Roberto, Jansen - van Nistelrooy, Petric

Hannover: Zieler - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Schmiedebach, Pinto - Stindl, Rausch - Ya Konan, Abdellaoue

1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg (Sa., 15.30 Uhr)

Kaiserslautern:Trapp - Dick, Abel, Rodnei, Jessen - Tiffert, Petsos - Kirch, Moravek, Hlousek - Lakic

Nürnberg: Schäfer - Chandler, Wollscheid, Nilsson, Pinola - Simons - Hegeler, Cohen, Gündogan, Ekici - Eigler

VfL Wolfsburg - FC St. Pauli (Sa., 15.30 Uhr)

Wolfsburg: Benaglio - Pekarik, Kjaer, Friedrich, Schäfer - Josue - Riether, Hasebe - Diego - Grafite, Mandzukic

St. Pauli: Kessler - Lechner, Thorandt, Eger, Gunesch - Boll, Lehmann - Kruse, Takyi, Naki - Asamoah

Werder Bremen - Schalke 04 (Sa., 18.30 Uhr)

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Pasanen, Silvestre - Frings - Borowski, Wesley - Marin - Pizarro, Wagner

Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Sarpei - Papadopoulos, Matip - Farfan, Jurado - Raul, Edu

FC Bayern München- Bayer Leverkusen (So., 15.30 Uhr)

Bayern: Butt - Lahm, Breno, Luiz Gustavo, Contento - Tymoshchuk, Ottl (Schweinsteiger) - Müller, Kroos, Altintop (Ribery) - Gomez

Leverkusen: Adler - Castro, Schwaab, Reinartz, Kadlec - Vidal, Rolfes - Sam, Ballack, Renato Augusto - Derdiyok

Borussia Dortmund - SC Freiburg (So., 17.30 Uhr)

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Blaszczykowski, Götze, Großkreutz - Lewandowski

Freiburg: Baumann - Mujdza, Barth, Toprak, Butscher - Schuster - Caligiuri, Flum, Makiadi, Putsila - Cisse

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