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Die DFL-Bosse Rauball (r.) und Seifert (l.) müssen mit weniger TV-Geldern rechnen © getty

Nach "Bild"-Informationen erhalten wieder ARD, Premiere und das DSF den Zuschlag, eine Neuerung gibt es nur am Samstagabend.

München - Die Deutsche Fußball Liga will die nationalen Fernsehrechte ab der kommenden Saison offenbar erneut an "Premiere", ARD und das DSFvergeben.

Nach Informationen der "Bild" soll "Premiere" erneut die Pay-TV-Rechte erhalten.

Die Erstverwertungsrechte der Samstagspiele im Free-TV sollen weiter bei der ARD und damit bei der Sportschau liegen, die der Sonntagsspiele beim DSF.

Topspiel am Samstagabend

Die einzige Neuerung ist demzufolge das Topspiel am Samstag um 18.30 Uhr, das live bei "Premiere" und in einer Zusammenfassung im ZDF-Sportstudio zu sehen sein wird.

Die übrigen Samstagsspiele werden wie gewohnt ab 18.30 Uhr in der ARD-Sportschau ausgestrahlt.

Der Münchner Pay-TV-Sender hatte zuvor gefordert, Zusammenfassungen der Samstagsspiele erst nach 20 Uhr im Free-TV zu zeigen, um sich mehr Exklusivität zu sichern. Mit dieser Forderung konnte sich der "Premiere" aber offenbar nicht durchsetzen.

Entscheidung am Freitag

Die DFL-Spitze und die Klubs wollen auf ihrer Mitgliederversammlung am Freitag endgültig über die Vergabe entscheiden.

In der vergangenen Saison hatte die Liga 409 Millionen Euro kassiert.

Im Zuge der allgemeinen Finanzkrise werden die Erlöse für die Bundesliga-Rechte von 2009 an bis 2013 allerdings eher darunter liegen und damit die Einnahmen aus den vergangenen Jahren sogar noch unterschreiten. Die Rede ist sogar von nur noch 370 Millionen Euro.

Ursprünglich standen 500 Millionen Euro zur Debatte, das Kartellamt ließ den Vertrag mit Leo Kirch wegen Wettbewerbsbedenken jedoch platzen.

Noch am Donnerstag trafen die DFL-Bosse um Geschäftsführer Christian Seifert mit den 19 verbliebenen Bietern zu einer letzten Verhandlungsrunde über die insgesamt 37 Rechtepakete zusammen.

Vorgaben durch das Kartellamt

Der Ligaverband ist in seinem Handeln zumindest eingeschränkt. Denn das Kartellamt hatte die dringende Empfehlung ausgesprochen, Samstags Spieltags-Zusammenfassungen im frei empfangbaren Fernsehen vor 20 Uhr zu senden. Anderenfalls sei eine Zentralvermarktung nicht akzeptabel.

Um dennoch den Pay-TV-Bietern mehr Exklusivität zu bieten, wird das zusätzliche Abendspiel eingeführt.

Außerdem sollen die beiden Sonntagsspiele nicht mehr um 17 Uhr, sondern versetzt um 15.30 beziehungsweise 17.30 Uhr angepfiffen werden.

Zudem ist die Einführung von zwei Zweitligaspielen am Samstag um 13 Uhr geplant.

DFL lässt sich Hintertürchen offen

Sollten der Liga die letzten Gebote am Donnerstag zu niedrig sein, hält sie sich ein Hintertürchen offen. Aus formalen und juristischen Gründen lud die DFL außer zur Mitgliederversammlung am Freitag die 36 Profivereine auch zu einer weiteren am kommenden Mittwoch ein.

Gleichzeitig wurde aber betont, dass man davon ausgehe, dass am Freitag die Präsentation der Zahlen erfolgen werde. Dennoch lässt auch diese Vorsichtsmaßnahme darauf schließen, dass die bisherigen Angebote die zuletzt erzielte Summe nicht erreichen.

Offen ist auch noch die Kernfrage, ob für drei oder vier Jahre abgeschlossen werden soll. Für alle Pakete wurden beide Möglichkeiten offeriert. Die Liga möchte nach drei Jahren wieder Handlungsfreiheit haben.

Die Käufer (Fernsehen, Internet, Mobilfunk, Rechtehändler) wünschen dagegen Planungssicherheit. Alle 19 verbliebenen Anbieter haben Angebote für beide Varianten abgegeben.

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