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Max Eberl will Christoph Kramer bei Mönchengladbach halten
Max Eberl ist seit 2008 Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach © getty

Die Gäste gehen nach der 0:1 Niederlage gegen Mainz auf den Referee los. Der Abstieg der Borussia ist kaum noch zu verhindern.

Mainz - Alle Protagonisten von Borussia Mönchengladbach gingen nach dem brutalen Rückschlag im Abstiegskampf verbal auf Deniz Aytekin los 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag).

Doch niemand drehte den Schiedsrichter so durch den Fleischwolf wie Max Eberl.

"Er kann nicht auf der einen Seite konsequent pfeifen und auf der anderen wie eine Wurst", schimpfte der Sportdirektor nach dem unglücklichen 0:1 beim FSV Mainz 05 (Spielbericht) über den Unparteiischen aus Oberasbach.

Aytekin hatte den Gladbacher Mike Hanke vom Platz gestellt (53.) und dem Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga einen klaren Foulelfmeter verweigert (70.) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Einmal in Fahrt, redete sich Eberl richtig in Rage. "Die erste Gelbe Karte gegen Mike war ein Witz. Dass er ihm da das vierte Foul vorwirft, ist reines Alibi. Die Gelb-Rote Karte ist eine Farce."

"Und wer in der anderen Szene keinen Elfmeter gibt, der weiß nicht, wie Fußball geht", sagte der 37-Jährige, dem nach diesen Aussagen eine Strafe droht.

Dennoch machte Eberl keinen Hehl daraus, dass Aytekin aus seiner Sicht großen Anteil an der Niederlage hatte.

Aytekin weist Schuld von sich

"Bis zu der Gelb-Roten Karte waren wir wesentlich besser im Spiel. Die Karte war ein Schlag ins Gesicht", sagte der Ex-Profi. Tatsächlich waren die Gäste in der Phase vor dem Platzverweis gegen den früheren Nationalspieler Hanke die bessere Mannschaft.

Dennoch wollte sich Aytekin die Schuld an der Pleite der Gladbacher, die seit dem 20. November ununterbrochen auf dem letzten Platz liegen, nicht zuschieben lassen.

"Die Summe der Vergehen hat zu der Gelben Karte geführt", sagte der Unparteiische und rechtfertigte damit die umstrittene erste Verwarnung.

Strafstoß fraglich

Seinen Fehler beim Foul des Mainzers Eugen Polanski an Marco Reus im Strafraum gab er aber unumwunden zu: "Aus meiner Perspektive war es nicht klar zu erkennen, ob Reus getrofffen wurde. Wenn man die Wiederholung im Fernsehen sieht, ist es ein Strafstoß."

Das Eingeständnis kam für die aufgebrachten Gladbacher zu spät. Zuvor hatte Hanke die Entscheidungen Aytekins als "lächerlich" und "Frechheit" bezeichnet.

Die Wut in den Reihen des fünfmaligen Meisters, der seit über zehn Jahren auf einen Sieg in Mainz wartet, war nachvollziehbar.

Hoffnung im Keim erstickt

Schließlich keimte nach dem 5:1 am vergangenen Sonntag im Derby gegen den 1. FC Köln wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt auf.

Diese ist nun nur noch theoretischer Natur. "Wir müssen in den letzten vier Spielen dreimal gewinnen. Es ist noch möglich, den Abstieg zu vermeiden", sagte Trainer Lucien Favre.

Allerdings sprechen die Zahlen klar gegen Gladbach. Schließlich hat das Schlusslicht in der Hinrunde alle Partien gegen die kommenden vier Gegner verloren.

Späte Entscheidung

Viel mehr als Durchhalteparolen hatte Eberl beim Blick nach vorne deshalb nicht parat: "Dieser Rückschlag wird uns nicht umwerfen. Wir werden bis zum Ende kämpfen."

Bis zum Spielende mussten die Mainzer für den Sieg kämpfen. Nationalspieler Andre Schürrle traf vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion erst in der 87. Minute per Weitschuss.

Durch den ersten Heimsieg seit dem 26. November und den ersten Erfolg seit Anfang März untermauerte der Tabellenfünfte seine Europacup-Ambitionen.

Zudem verbesserten die Mainzer ihren Punkterekord aus der Vorsaison (47) schon vier Spieltage vor Saisonende um einen Zähler.

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