vergrößernverkleinern
Felix Magath (r.) wechselte in dieser Saison von Schalke 04 zu Wolfsburg © getty

Nach dem 2:2 gegen St. Pauli kündigt Magath "Änderungen" an. Die Hamburger beenden ihre Pleitenserie, Stanislawki macht Mut.

Von Mathias Frohnapfel und Jürgen Blöhs

München/Wolfsburg - Felix Magath hatte tief in seinen Zauberkasten gegriffen, um den VfL Wolfsburg für das Abstiegsduell gegen St. Pauli fit zu machen.

Ein Kurz-Trainingslager in einem ehemaligen Kloster gehörte dazu - genauso wie ein Laktattest zur Leistungsüberprüfung.

Genützt hat es alles nichts.

Der VfL schaffte gegen St. Pauli nur ein 2:2 (Spielbericht) und hatte dabei sogar noch Glück, dass Jan Polak die Mannschaft in der 89. Minute vor der Pleite bewahrte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Das bessere Team kam aber aus Hamburg.

Fans tief frustriert

Das entging auch Magath nicht. "Ich bin sehr enttäuscht. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit dem Spiel aber selbstverständlich nicht", klagte er.

"Wir haben wieder mal nicht das gezeigt, was man im Abstiegskampf braucht." 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag)

Die VfL-Anhänger registrierten das genau. Beim Gang in die Kurve bekamen die Versager den angestauten Frust zu spüren.

"Wir sind Wolfsburger und ihr nicht!" und "Absteiger, Absteiger!", skandierte ein Teil der Fans.

Dabei hatte der noch immer sieglose Wolfsburg-Rückkehrer Magath "extra Spieler aufgestellt, die eigentlich sehr lauffreudig sind".

Doch ein Spielfluss war bei der Wolfsburger Truppe nicht zu sehen.

"St. Pauli hatte eine Mannschaft, wir nicht"

"Bei St. Pauli stand eine Mannschaft auf dem Platz, bei uns nicht", stellte Magath im Bauch der Volkswagen Arena fest.

"Wir haben zu viele Spieler, die selbst gute Leistungen abliefern wollen, ohne auf die Mitspieler zu achten."

Tatsächlich fiel die Führung seines Teams aus abseitsverdächtiger Position nach einer Einzelaktion von Mario Mandzukic.

Grafite brachte gar keine gefährliche Aktion zustande, Diego traf einmal den Pfosten, stand ansonsten aber neben sich. Die Auswechslung war folgerichtig.

Magath kündigt Änderungen an

Und Magath muss weiter an seinem Team feilen, kündigte an: "Wir werden daraus lernen. Es wird Änderungen in der Aufstellung geben."

Als Tabellen-16. droht Wolfsburg die Relegation, eine Möglichkeit, die für die VfL-Profis scheinbar so gar nicht in Betracht kommt.

"Ich beschäftige mich nicht mit der Relegation", sagte Sascha Riether.

Und er fügte ehrlich an: "Der Mannschaft fehlt im Moment das Selbstvertrauen. Wir brauchen gegen Köln dringend einen Dreier."

Torschütze Polak verkündete indes trotzig: "Wir werden den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen."

St. Pauli beeendet Pleitenserie

Das hofft auch St. Pauli. Der Kiez-Klub liegt mit 29 Zählern punktemäßig gleichauf mit Wolfsburg, hat aber das schlechtere Torverhältnis.

Doch nach sieben Pleiten in Folgen holte St. Pauli den ersten Punkt, auch wenn im ersten Moment nach Spielende die Enttäuschung über den vergebenen Sieg riesig war.

"Das ist bitter, bitter. Ich brauche einen Tag, um das zu verdauen", erklärte Geschäftsführer Helmut Schulte - am Sonntag Gast im Doppelpass - im Gespräch mit SPORT1:

"Wir haben uns selbst nicht belohnt."

Allerdings konnte er stolz sein, wie das Team auf den von Trainer Holger Stanislawski verkündeten Abschied zum Saisonende reagiert hatte.

Stanislawski zufrieden

"Es gibt zwei Möglichkeiten, warum meine Mannschaft so gut gespielt hat: Entweder sie wollten sich bei mir bedanken oder sie ist froh, dass ich gehe", meinte Stanislawski mit einem Lächeln.

"Wir haben die notwendige Qualität, die Liga zu halten. Das war eine sehr gute Leistung, die wollen wir auch in den letzten vier Spielen zeigen."

Stanislawski wird in der nächsten Saison wohl Hoffenheim übernehmen, äußerte sich dazu nach der Partie aber nur ausweichend.

Und natürlich war auch "Stani" nicht entgangen, wie viele Chancen sein Team liegen ließ, ehe Deniz Naki und Matthias Lehmann die zwischenzeitliche 2:1-Führung gelang.

Naki sieht "gefühlte Niederlage"

Torschütze Naki war nach dem späten Ausgleich genervt und sprach klar von einer "gefühlten Niederlage".

Und selbst Kämpfertyp Gerald Asamoah hatte trotz des Endes von St.-Paulis Niederlagenserie keine gute Laune.

"Das ist nicht lustig, uns fehlt die Cleverness", meinte er auf SPORT1-Nachfrage.

Das 2:2 half letztlich weder St. Pauli noch Wolfsburg wirklich weiter.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel