vergrößernverkleinern
Dieter Hecking (2.v.l.) trainierte Hannover 96, ehe er zu Nürnberg wechselte © getty

Nürnberg siegt in Lautern, der Trainer will nun unbedingt in den Europacup. FCK-Boss Kuntz ärgert sich über unbelehrbare Fans.

Kaiserslautern - Nach dem Riesenschritt Richtung Europacup musste Dieter Hecking doch noch eine unerwartete Niederlage einstecken.

"Wir machen wider erwarten am Sonntag frei. Das hat die Mannschaft demokratisch entschieden. Ich hatte 15 Stimmen, sie 18", scherzte der gut gelaunte Coach des 1. FC Nürnberg im Anschluss an das 2:0 (1:0) bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern (Spielbericht).

In den 90 Minuten zuvor waren die Schützlinge Heckings auf der Seite ihres Trainers.

Die Nürnberger ließen sich weder vom FCK noch von unbelehrbaren Zuschauern, die fast für einen Spielabbruch gesorgt hätten, stoppen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Hecking freut sich auf Mainz

Am Ostersonntag wollen die Franken dem FSV Mainz 05 einige Eier ins Nest legen und den Kontrahenten vom fünften Tabellenplatz verdrängen.

"Wir haben wieder ein Tor aufgeholt gegenüber Mainz. Jetzt sind es nur noch zwei Punkte. Das kann ein toller Sonntagnachmittag für uns werden - hoffentlich mit dem besseren Ende für uns", sagte Hecking 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag).

"Dafür lebt man und spielt Fußball. Wir werden angreifen. Wir wollen den fünften Platz. Und wenn wir am Sonntag auf dem fünften Platz stehen, möchte ich nicht wissen, was dann im Stadion los ist."

Spiel steht vor Abbruch

Im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion stand die Partie sogar zwischenzeitlich vor dem Abbruch.

Die große Mehrheit der 49.780 Zuschauer muss mitansehen, wie einige FCK-Fans vor einem Eckball der Nürnberger mit Gegenständen in Richtung des FCN-Profis Mehmet Ekici warfen.

Unter dem Eindruck des Bierbecher-Wurfs Anfang April auf St. Pauli unterbrach Schiedsrichter Guido Winkmann das Spiel für drei Minuten, entschied sich dann aber doch für die Fortsetzung der Begegnung.

Kuntz sauer auf Unbelehrbare

Vor allem die schnelle Reaktion des sofort auf den Platz und dann in die Fankurve geeilten Lauterer Klubchefs Stefan Kuntz verhinderte Schlimmeres.

"Die Situation ist nicht vergleichbar mit St. Pauli, weil wir nur Papp- und keine Plastikbecher haben. Der Spieler wurde zudem nicht getroffen und es waren auch Papierkugeln dabei", erklärte Kuntz.

"Aber wenn der Prozess der Selbstreinigung nicht funktioniert, dann müssen 98 Prozent der Fans zukünftig mit hohen Zäunen leben, weil zwei Prozent der Fans ihre Emotionen nicht im Griff haben."

Hecking: "Begeistert von den Jungs"

Im Gegensatz zu einigen FCK-Anhängern hatten die Nürnberger Profis ihre Emotionen während der gesamten Partie sehr gut im Griff.

Obwohl Hecking vor dem Spiel den Druck erhöht und die Europa League als Ziel ausgegeben hatte, gingen die Gäste nach den Treffern von Christian Eigler (34.) und Robert Mak (90.+2) als verdienter Sieger vom Platz.

"Ich bin begeistert von den Jungs, die sich den Druck durch das neue Ziel nicht anmerken ließen", sagte Hecking, der im Duell mit den Mainzern bereits Rechenspiele anstrengte.

"Mainz holt nach meiner Rechnung noch sieben Punkte. Aber wenn wir am Sonntag gewinnen, dann ist uns der fünfte Platz zuzutrauen - auch wenn ich dabei bleibe, dass wir ein schwereres Restprogramm haben."

Kurz behält Optimismus

Das Restprogramm der nach wie vom Abstieg bedrohten Roten Teufel beginnt am Samstag bei Vizemeister Schalke 04.

Angesichts der fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz können sich die Lauterer noch nicht entspannen.

"Es gibt aber trotz der Niederlage keinen Grund, den Kopf nach unten sinken zu lassen", sagte Trainer Marco Kurz.

"Wir werden alles analysieren und ich bin sicher, dass uns die Niederlage nicht umwerfen wird."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel