vergrößernverkleinern
Jupp Heynckes kehrt zum letzten Mal als Bayer-Coach nach München zurück © imago

Am "Super Sonntag" kann eine Vorentscheidung im Titelkampf feiern. Leverkusens Coach will daher seinen neuen Klub Bayern schlagen.

München - Die Spannung steigt, trotzdem war von Nervosität bei Bayer Leverkusen am Sonntagmorgen nichts zu spüren.

Im Trainingsanzug schlenderte Jupp Heynckes im Hotel Bauer in Feldkirchen zur letzten Vorbereitung auf den Kracher gegen den FC Bayern.

Dabei kann am "Super Sonntag" (ab 15 Uhr im und 16.25 Uhr im TV auf SPORT1) eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft fallen.

Verfolger Bayer kann mit einem Sieg in der allianz Arena den Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund zumindest kurzzeitig auf zwei Punkte verringern.

Doch bei einer Leverkusener Niederlage könnte der BVB mit einem Erfolg im anschließenden Heimspiel gegen den SC Freiburg seinen Vorsprung auf acht Punkte ausbauen.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Brisanz auf der Trainerbank

Das will ausgerechnet Heynckes verhindern, obwohl er damit seinem künftigen Klub FC Bayern einen herben Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Teilnahme verpassen würden.

Doch der Routinier will sich im Duell mit dem Münchner Interimstrainer Andries Jonker von seiner Zukunft nicht beeinflussen lasseb.

"Sieg würde mir riesigen Spaß bereiten"

"Die Bayern hätten den falschen Trainer verpflichtet, wenn ich jetzt schon an meinen neuen Arbeitgeber denken würde. Ich denke nur daran, wie wir unsere gute Serie fortsetzen können", stellte Heynckes klar und fügte an:

"Wenn wir in München gewinnen würden, dann würde mir das riesigen Spaß bereiten, denn dann hätten wir den zweiten Platz und die direkte Qualifikation für die Champions League fast sicher."

Einen Sieg der Rheinländer wollen die Bayern und vor allem Jonker aber mit aller Macht verhindern.

[kaltura id="0_7520nz2o" class="full_size" title="Jonker hat wieder Hoffnung"]

Butt wieder im Bayern-Tor

Der 48-Jährige setzt am Sonntag wie erwartet ein erstes Zeichen, indem er den Torwart tauscht.

"Thomas Kraft ist ein sehr großes Talent, aber ich muss nicht ausbilden, sondern sehen, dass Bayern die Champions League erreicht. Ich denke, dass wir mit Jörg eine größere Chance haben", begründete Jonker seine Maßnahme.

Präsident Uli Hoeneß nimmt im Saisonendspurt das gesamte Team in die Pflicht und erwartet nach der Trennung von Louis van Gaal nicht weniger als "eine Explosion".

Fans pro Hoeneß: "Mia san Uli"

Der 59-Jährige wird zudem gespannt auf die Reaktionen des Bayern-Anhangs nach dem Eklat beim letzten Heimspiel blicken, als Teile der Fans aus der Südkurve ihn als Lügner beschimpft hatten.

Für die Partie gegen Leverkusen kündigten Sympathisanten von Hoeneß Gegenaktionen an.

Über T-Shirts mit der Aufschrift "Mia san Uli" will die Initiative "Gegengerade für Uli Hoeneß" das Urgestein unterstützen.

Auch der Verein selbst geht in die Offensive 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag).

"Gerade jetzt, wo es sportlich nicht so läuft wie von uns allen gewünscht, fordere ich alle Fans des FC Bayern auf, unseren Klub zu unterstützen", schreibt der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenige im Stadionheft zum Spiel.

Zwölf Seiten des "Bayern-Magazins" sind Hoeneß gewidmet.

Personelle Probleme beim FCB

Aus sportlicher Sicht wird der FC Bayern von einigen Problemen geplagt.

Superstar Arjen Robben fällt wegen einer Rotsperre ebenso aus wie Nationalspieler Holger Badstuber (5. Gelbe Karte).

Zudem ist der Einsatz von Bastian Schweinsteiger (Bänderzerrung im Sprunggelenk) und Franck Ribery fraglich. Der Franzose musste das Training am Freitag wegen einer Muskelverhärtung abbrechen.

Bei beiden fällt eine Entscheidung wohl erst kurz vor dem Anpfiff. Zudem fehlt Daniel van Buyten wegen Muskelfaserriss, auch Breno ist angeschlagen.

Alle fit bei Bayer - aber statistisch kaum Chancen

Wesentlich besser sieht es da bei den Leverkusenern aus, die in Bestbesetzung antreten können.

Dafür sprechen allerdings nahezu alle Statistiken gegen die Gäste: Nur einmal gewann Bayer bei Bayern, doch das liegt schon fast 22 Jahre zurück.

Und Heynckes konnte in seiner langen Karriere als Spieler und Trainer noch nie in München gewinnen.

Vielleicht könnte er zumindest insgeheim damit leben, wenn es so bleibt.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayern: Butt - Lahm, Breno, Luiz Gustavo, Contento - Tymoshchuk, Schweinsteiger (Ottl) - Hamit Altintop, Müller, Ribery (Kroos) - Gomez

Leverkusen: Adler - Castro, Schwaab, Reinartz, Kadlec - Vidal, Rolfes - Sam, Ballack, Renato Augusto - Derdiyok (Kießling)

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel