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Helmut Schulte ist seit 2008 Geschäftsführer Sport beim FC St. Pauli © getty

Im SPORT1-Doppelpass spricht Paulis Sportdirektor Helmut Schulte über "Stanis" Abgang und verrät, wen er als Nachfolger im Sinn hat.

München - Nach dem angekündigten Abschied von Holger Stanislawski steht der FC St. Pauli vor einem Neuanfang.

Sportdirektor Helmut Schulte war einer der ersten, der von "Stanis" Abschied erfuhr.

Der 57-jährige, der genau wie Stanislawski als Spieler, Trainer und als Sportdirektor für St. Pauli aktiv war, trägt den Totenkopf ebenso im Herzen wie der scheidende Trainer.

Dessen Zukunft liegt wohl fast sicher in Hoffenheim, glaubt nicht nur Schulte.

"Wir sind in den entscheidenden Gesprächen", sagte 1899-Manager Ernst Tanner nach dem 1:0 der Kraichgauer gegen Eintracht Frankfurt.

"Wenn man die Historie von Holger Stanislawski als Trainer betrachtet, sieht man genau, dass er zu uns passen wird. Er hat mit sehr bescheidenen Mitteln bei St. Pauli sehr viel erreicht."

Zu Wochenbeginn soll die Personalie öffentlich gemacht werden.

Pauli sucht Nachfolger

Nun muss Schulte einen neuen Chefcoach suchen, sein angeblicher Wunschkandidat Mike Büskens verlängerte aber bei der Spvgg Greuther Fürth.

Offen ist zudem, ob der neue Mann die Hamburger in der ersten oder zweiten Liga betreuen wird.

Nach dem 2:2 beim VfL Wolfsburg steht St. Pauli weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz. 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag)

Im SPORT1-Doppelpass äußerte sich Schulte zu "Stanis" Abgang, mögliche Nachfolgekandidaten und dem Becherwurf-Skandal im abgebrochenen Heimspiel gegen Schalke.

Helmut Schulte über...

den Abschied von Holger Stanislawski:

"Er hatte die Möglichkeit, vorzeitig auszusteigen. Davon hat er Gebrauch gemacht, er hat das angekündigt. Das läuft aber alles so, wie es besprochen war. Allerdings ist es in der Tat ein großer Verlust für St. Pauli.

Stani ist in den letzten fünf Jahren als Trainer der absolute Frontmann bei uns geworden. Er hat den Verein verkörpert, hat ihn repräsentiert.

Er hat sehr viel dazu beigetragen, dass das Image der Marke St. Pauli so gestärkt worden ist und hat das gelebt, was unseren Verein auszeichnet. Es ist ein schwerer Verlust, ganz klar."

die möglichen Nachfolger:

"Wir sind ein sehr konservativer Verein, obwohl wir natürlich die Revoluzzer sind, die Piraten, die Rebellen, die Totenkopfjäger. Aber wir sind trotzdem konservativ.

Bei uns wird nur vermeldet, was wirklich feststeht. In der Tat brauchen wir einen neuen Trainer. Wir werden uns damit beschäftigen.

Ich kann auch verraten, wer mir vorschwebt: Udo Lattek in jung."

die Wahrscheinlichkeit, dass Stanislawski zu Hoffenheim wechselt:

"Die Wahrscheinlichkeit tendiert gegen 100 Prozent."

mögliche Regressforderungen wegen des Becherwurfs:

"Bis jetzt steht der Werfer nur unter Verdacht. Wenn er aber zweifelsfrei der Täter ist, dann wird er auch zur Rechenschaft gezogen, das ist vollkommen klar.

Damit muss aber jeder rechnen, wenn er so etwas macht."

die deutschen Schiedsrichter und technische Hilfsmittel:

"Wir haben in Deutschland die besten Schiedsrichter der Welt, aber auch die sind nur Menschen und Menschen machen Fehler.

Wenn wir dieses menschliche Versagen im großen Spiel Fußball, dass die Welt bewegt, wegnehmen, nehmen wir so viel weg, das kann sich niemand vorstellen.

Das Wembley-Tor, das Tor gegen England in Südafrika, das alles gäbe es nicht.

Es muss bei uns allen eine Frustrationsgrenze geben, damit wir mit solchen Fehlentscheidungen leben können. Denn am Ende gleicht sich alles aus."

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