Bayer wird in München gedemütigt und bestätigt ein Stereotyp. Die Pleite wird am künftigen FCB-Trainer Heynckes haften bleiben.

Reiner Calmund hat es einst deftig ausgedrückt.

"Wenn wir nach München kommen, stinkt es immer - so voll haben wir die Pampers", sagte er über Leverkusens Negativserie in München.

Aktuell ist das Uralt-Zitat des früheren Bayer-Managers noch immer.

1989 (!) gelang Bayer der letzte Sieg in München. Bayern-Trainer damals: Jupp Heynckes.

Der hat übrigens weder als Trainer noch als Spieler den FC Bayern in München schlagen können.

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Diesmal ging Heynckes mit Leverkusen mit 1:5 unter. Und die Demütigung war umso größer, da vor dem Spiel ja alles für die Werkself zu sprechen schien.

Fünfmal in Folge hatte Leverkusen gewonnen, die Formkurve aller Spieler zeigte steil nach oben.

Die Spieler strotzten vor Selbstvertrauen und der sonst so zurückhaltende Heynckes tönte gar, dass er bei einem Sieg "an die Decke springen" werde.

Die Münchner wirkten indes lustlos und die Entlassung von Louis van Gaal erschien als letzter Strohhalm, um die Saison zu retten.

Aber was sollte schon Andries Jonker anders machen als sein vorheriger Chef?

Der Sieg - eindrucksvoll und mit reichlich Spielfreude erreicht - darf auch als ein Sieg von Präsident Uli Hoeneß gewertet werden.

Das System van Gaal hatte er wenig charmant mit einer Zwangsjacke verglichen.

In der schienen gegen Bayern die Leverkusener zu stecken.

Ängstlich, verkrampft traten die Profis des Tabellenzweiten - als hätten sie teils wirklich Pampers an.

Bezeichnend: Arturo Vidal bediente noch freundlicherweise Thomas Müller per Hacke, der das 2:0 vorbereitete.

Der Traum von der Meisterschaft ist nach Dortmunds 3:0-Sieg über Freiburg endgültig beendet und Bayer muss damit leben, in der Liga titellos zu bleiben.

Und an Jupp Heynckes wird nach der derben Pleite ein Malus haften, wenn er in München im Sommer übernimmt.

Sollte Jonker mit dem Team eine Siegesserie hinlegen, ist das zwar für Bayerns Champions-League-Ambitionen glänzend, aber er könnte Heynckes von Beginn seiner Tätigkeit an unter Druck setzen.

Daran hat vor dem Spiel gewiss kaum einer gedacht.

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