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Der Brasilianer Dede spielt seit 1998 bei Borussia Dortmund © getty

Mit dem Sieg gegen Freiburg ist Dortmund die Schale kaum noch zu nehmen. Der Publikumsliebling spricht aus, was alle denken.

Von Barnabas Szöcsund Christian Arias Losada

Dortmund - In der 82. Spielminute war das Dortmunder Glück endgültig perfekt.

Kurz nach dem entscheidenden Treffer zum 3:0 (2:0) durch Kevin Großkreutz gegen Freiburg gab Dortmunds Trainer Jürgen Klopp den Fans, wonach sie lautstark verlangten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Einwechslung von Publikumsliebling Dede entfachte einen Jubelsturm, der Brasilianer wurde von etwa 80.000 Menschen mit stehenden Ovationen zu einem seiner letzten Einsätze im Signal Iduna Park empfangen.

Ein schöneres Geschenk hätte sich der 32-Jährige einen Tag vor seinem Geburtstag wohl kaum wünschen können.

Dede gerührt

Entsprechend gerührt zeigte er sich bei "LIGA total!": "Das ist ein sehr schöner Moment in meinem Leben. Ich weiß, dass mich die Leute hier lieben. Es gibt keine Worte, um sich zu bedanken."

Und er ergänzte: "Ab und zu sitze ich zuhause und denke mir, ob ich das verdiene? Ich glaube, ich habe alles richtig gemacht, dass ich bei dem Verein geblieben bin und alles mitgemacht habe."

Bei solchen Emotionen rückte für ganz kurze Zeit sogar das immer deutlich werdende Thema Meisterschaft in weite Ferne. Auch das Ergebnis aus München schien plötzlich unwichtig. Dabei hatte der Sieg des FC Bayern gegen BVB-Verfolger Bayer Leverkusen große Auswirkungen.

Hummels erfreut Bayer-Ergebnis

Die Werkself-Pleite hatte Klopps Team vor der Partie bereits mitbekommen - es war eine Extra-Motivation vor dem Duell mit Freiburg.

"Als wir das Ergebnis gehört haben, konnten wir sehr gut damit leben. Es war die zusätzliche Chance, einen Riesensprung und den finalen Schritt zu machen", sagte auch Mats Hummels nach dem mühelosen Sieg gegen die völlig überforderten Breisgauer.

Und er ergänzte: "Es ist noch nicht endgültig, aber jetzt sieht es doch sehr, sehr schön aus."

Klopp mit letztem Zweifel

Kaum jemand in Dortmund hätte sich wohl träumen lassen, dass ein Sieg des Rekordmeisters aus München die eigene Freude noch toppen kann.

Am wenigsten wohl Klopp, der das Wort Meisterschaft zwar einmal mehr bewusst nicht in den Mund nahm.

Die Erleichterung war ihm dennoch anzumerken: "Ich war mir relativ sicher, dass es Bayern München heute zumindest sehr schwer haben wird und hatte damit gerecht, dass Leverkusen das Ding gewinnt. Und ich war mir nicht sicher, dass wir gewinnen, weil ich das vor einem Spiel nie sein kann. Besser hätte es mit diesen beiden Ergebnissen heute nicht laufen können."

Dutt ganz locker

Freiburg hatte an diesem Tag nur eine Statistenrolle, was aber Robin Dutts Laune kaum beeinflussen konnte.

"Ganz ehrlich, interessiert nach diesem Spiel eigentlich noch jemand, was ich zu sagen habe?", fragte der Coach.

Und er fügte an: "Der BVB muss noch ein paar Punkte holen, dann ist er Meister. Er hat uns heute eine Aufgabe gestellt, die für uns nicht zu lösen war." 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag)

"Wir sind fast Deutscher Meister"

Dafür ließ sich Dede in seiner Freude zu einem frühen Bekenntnis verleiten: "Wir sind fast Deutscher Meister. Bei allem Respekt vor Bayer Leverkusen, aber der Trainer, die Spieler und die Fans haben das zu 100 Prozent verdient."

Die siebte Meisterschaft ist für die junge Truppe um Nuri Sahin, Mario Götze und Co. zum Greifen nah, eigentlich kaum noch zu nehmen.

Acht Zähler beträgt bereits der Vorsprung auf die im Süden vorgeführte Werkself.

Meisterfeier in Gladbach?

Bei noch zwölf zu vergebenden Punkten könnten Dortmund und Klopp, der gegen Freiburg sein 200. Spiel als Bundesligatrainer feierte, den Titelgewinn bereits am kommenden Spieltag einfahren.

Und: Sollte Leverkusen sein kommendes Heimspiel gegen Hoffenheim nicht gewinnen, wäre dem Tabellenführer bei eigenem Sieg gegen Schlusslicht Mönchengladbach der Titel nicht mehr zu nehmen.

Vor stark verfrühter Euphorie warnte jedoch Kevin Großkreutz bei SPORT1.

Auch Großkreutz warnt

"Gladbach wird ein schweres Spiel, für die ist das die letzte Chance, die müssen was tun", so der Dortmunder Torschütze. "Sie werden sich in jeden Zweikampf reinhauen und wir müssen dagegen halten. Es wird aber ein geiles Spiel, von uns sind 20.000 Leute da und das wird nicht so schlecht sein."

Eine vorzeitige Meisterfeier beim Rivalen aus Gladbach? Möglich ist das auf alle Fälle.

Dann könnte auch Dede wieder mit den Fans feiern - es wären ja genügend da.

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