SPORT1-Kolumnist Huub Stevens macht Münchens Aufschwung ´an der Einstellung fest. Den BVB sieht er als Meister, St. Pauli imponiert ihm.

Hallo Fußball-Freunde,

Der FC Bayern hat gegen Leverkusen mit enorm viel Schwung gespielt und völlig verdient gewonnen.

Aus meiner Sicht ist die Leistungsexplosion damit zu erklären, dass die Spieler kein Alibi mehr haben. Sie mussten alles zeigen und das haben sie auch getan.

Die Bayern-Profis fühlen sich jetzt viel mehr in der Verantwortung, können sich nicht mehr hinter Ausreden verstecken in der Art: Der Trainer lässt nur so oder so spielen.

Ein Trainer kann in wenigen Tagen die Mannschaft nicht so stark verändern.

Deshalb würde ich Andries Jonkers Entscheidung für ein Sturmduo Miroslav Klose und Mario Gomez nicht überbewerten.

Die beiden können zusammen spielen, das ist klar.

Klose hat Qualität, das wusste Louis van Gaal auch. Er hat sich aber für andere Qualitäten entschieden.

Ich denke, dass das Rennen um Platz drei spannend bleibt. Hannover wird weiter punkten und auch Bayern hat noch ein anspruchsvolles Programm vor sich.

Die Münchner haben viel Selbstvertrauen geschöpft und werden nun wohl die restlichen Partien gewinnen.

Über die Saison gesehen haben sie aber nicht ihr Potenzial abgerufen.

Leverkusen hat gegen die Großen einige Punkte liegen lassen, in der Rückrunde gegen Dortmund und Bayern verloren.

Gegen die Kleineren haben sie dagegen sehr gut gepunktet.

Bayer 04 ist also noch nicht so sehr gefestigt, dennoch muss man Jupp Heynckes ein großes Kompliment machen, weil er das Team auf Platz zwei geführt hat.

Dortmund steht jetzt bei 69 Punkten. Aus meiner Sicht sind sie durch und können sich auf die Meisterfeier freuen.

Doch BVB-Trainer Jürgen Klopp wird auf die Bremse treten und die Spieler daran erinnern, dass sie gerade jetzt ihre Leistung bringen müssen.

Die Spieler werden das auch umsetzen.

Im Abstiegskampf hat mir imponiert, welche Reaktion die Spieler von St. Pauli zeigten.

Sie haben sich zusammengerauft, als sie vom Abschied von Trainer Holger Stanislawski zum Saisonende erfahren haben.

Das Remis in Wolfsburg wird ihnen trotz des späten Gegentors Elan geben.

Die Wolfsburger Spieler wissen dagegen nicht, was im Abstiegskampf gefragt ist. Vor zwei Jahren standen sie noch ganz oben. Felix Magath muss seinen Spielern jetzt deutlich machen, worum es geht. Wenn sie es jetzt nicht kapieren, kapieren sie es nie mehr!

Mein früherer Klub Köln hat gegen Stuttgart verloren, weil die Spieler sich im Abstiegskampf bereits zu sicher gefühlt haben.

Ich denke nicht, dass Köln noch Probleme bekommt. Doch trotz der guten Ausgangsposition braucht das Team eben noch Punkte.

Bis dahin,Euer Huub Stevens

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