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Vidal (l.) verlässt den Rasen (80.). Folgt er Heynckes und Co-Trainer Hermann (Bank)? © imago

Beim 1:5 in München zeigt Leverkusens Mittelfeldmann eine schwaches Spiel. Ein Bekenntnis zu Bayer gibt der Chilene nicht ab.

Von Thorsten Mesch und Marco Wiefel

München - Arturo Vidal war untröstlich.

"Ich habe mich vor dem 0:2 geirrt und dachte, Stefan Reinartz wäre hinter mir", erklärte Leverkusens Mittelfeldspieler nach dem 1:5-Debakel von München (Spielbericht) im Gespräch mit SPORT1 seinen Aussetzer vor dem zweiten Bayern-Tor: "Es war einfach unglaublich!"

Vidal hatte den Ball in der 28. Minute vor der Torauslinie mit der Hacke klären wollen. Der Chilene spielte aber nicht Reinartz an, sondern den hinter ihm lauernden Thomas Müller.

Müller passte zu Mario Gomez, der erzielte seinen ersten Treffer, legte noch zwei drauf und die Partie war entschieden.

Angesichts von acht Punkten Rückstand auf Tabellenführer Dortmund ist Leverkusens Traum von der Meisterschaft endgültig ausgeträumt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ich wollte gewinnen um gegen Dortmund um die Meisterschaft zu kämpfen, aber jetzt ist der Titel wohl nicht mehr zu holen", begrub Vidal die vor dem Spiel noch existierenden Hoffnungen seiner Mannschaft 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag).

Traurig über schlechte Leistung

Er selbst hatte sich für das Spiel in München viel vorgenommen, doch der 23-Jährige zeigte eine seiner schlechtesten Leistungen im Bayer-Trikot (383058DIASHOW: Die Einzelkritik).

"Ich bin traurig, denn ich wollte zeigen, was ich gelernt habe. Ich hatte große Lust, hier ein schönes Spiel zu zeigen", sagte Vidal, der seit einiger Zeit mit dem Rekordmeister aus München in Verbindung gebracht wird.

"Ich spreche nicht mit Bayern"

"Ich spreche nicht mit Bayern oder einen anderen Mannschaft. Ich bin hier in Leverkusen, wir haben noch vier Spiele und dann werden wir darüber reden, welche Optionen es gibt", erklärte Vidal bei SPORT1 und ergänzte: "Ich habe noch einen Vertrag in Leverkusen bis 2012. Wir werden sehen, was passiert."

Ein klares Bekenntnis zu Bayer 04 würde anders klingen. Dazu passt, dass sich Vidal nach SPORT1-Informationen intern schon für einen Transfer nach München ausgesprochen hat.

Völler: "Der Verein entscheidet"

Dass Vidal in einem Fernsehinterview München als "schöne Stadt" bezeichnet hatte, spielt für Bayer-Sportdirektor Rudi Völler überhaupt keine Rolle.

"Er ist ein freundlicher Mensch. Wenn jemand ihn nach Rom, Turin oder anderen großen Städten fragt, wird er auch sagen, wie toll es da ist", sagte Völler in der Mixed Zone der Münchner Arena.

"Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er bei uns ist", betonte Völler und ergänzte: "Er hat einen Vertrag bis 2012. Der Verein entscheidet."

Heynckes: Kein Knacks

Bis dahin wird also weiter darüber spekuliert, ob Vidal im Sommer Jupp Heynckes zum FC Bayern folgen wird.

Der Wechsel des Trainers nach München ist ja zumindest längst in trockenen Tüchern, genauso wie der seines Co-Trainers Peter Hermann.

Seinen letzten Auftritt auf der Leverkusener Bank in der Allianz Arena hatte sich der Heynckes sicherlich anders vorgestellt.

"Wir haben heute schlecht gespielt und besonders in der ersten Halbzeit alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", erklärte Heynckes, ergänzte aber mit Blick auf die restlichen vier Partien: "Ich glaube nicht, dass uns das Spiel heute einen Knacks gibt."

"Werde für Bayer alles versuchen"

Dass im Vorfeld ein möglicher Interessenskonflikt thematisiert wurde und er immer wieder zu dieser Konstellation befragt wurde, sei "Teil meines Berufes" und "dass die Medien darüber berichten, ist ganz normal", sagte Heynckes bei "Sky".

Er werde "für Bayer alles versuchen, um den zweiten Platz zu behalten. Und ich glaube, dass wir das schaffen", meinte Heynckes.

Alles noch selbst in der Hand

"Es liegt ja nur an uns", sagte Abwehrspieler Stefan Reinartz zu SPORT1 und verwies auf die sechs Punkte Vorsprung auf den FC Bayern.

"Wir müssen das Spiel schnell aus dem Kopf bekommen und am Samstag haben wir gegen Hoffenheim ja alles selber in der Hand."

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