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2009 feierte der VfL Wolfsburg mit Felix Magath noch die Deutsche Meisterschaft © getty

Nach dem 2:2 gegen St. Pauli platzt dem Aufsichtsratschef der Kragen. Magath bleibt verschont. Dem Team drohen Konsequenzen.

Wolfsburg - Beim abgestürzten Ex-Meister VfL Wolfsburg geht es nun den Spielern an den Kragen: Angesichts der immer größer werdenden Abstiegsgefahr hat die Klubführung den Druck auf die Millionen-Truppe erhöht.

Mit dieser längst überfälligen Maßnahme will der Richtung zweite Liga taumelnde Meister von 2009 den drohenden Abstieg noch verhindern.

"Wenn die Mannschaft jetzt nicht konsequent agiert, dann werden wir eben Konsequenzen ziehen", sagte Aufsichts- ratschef Francisco Javier Garcia Sanz.

Und weiter: "Es ist Zeit, die Spieler in die Pflicht zu nehmen. Wir haben uns in den letzten zwei Jahren immer vor die Mannschaft gestellt. Wir haben eigene Fehler eingestanden, haben dazu die Trainer gewechselt. Es scheint fast, als wäre die Mannschaft beratungs- und trainerresistent. Es ist keine Besserung eingetreten" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Keine Kritik an Magath

Auch nicht mit Rückkehrer Felix Magath, unter dessen Leitung keines der vier Spiele gewonnen werden konnte.

Trotzdem nahm ihn das VW-Vorstandsmitglied ausdrücklich von seiner Kritik aus.

"Wenn es einer schaffen kann, dann Felix Magath. Es ist ja bereits mehr Zug, mehr Disziplin in der Mannschaft. In den vergangenen zwei Jahren hat die Mannschaft nicht die Leistung gebracht, die von ihr erwartet wurde. Dies innerhalb kurzer Zeit abzustreifen, ist auch für Felix Magath nicht leicht", sagte Garcia.

Garcia: "Fünf vor zwölf"

Bei einem Krisentreffen wurde die dramatische Lage des VfL mit Magath, VW-Chef Martin Winterkorn und Aufsichtsratsmitglied Bernd Osterloh am Samstagabend besprochen.

[kaltura id="0_vddm8bon" class="full_size" title="Beeinflussen die Schiedsrichter den Abstiegskampf "]

Sollte im kommenden Heimspiel am Ostersonntag gegen den 1. FC Köln keine Besserung eintreten, dürfte es für die Spieler ungemütlich werden.

Es sei bereits "fünf vor zwölf", betonte Garcia. Dies wüssten alle, vom Platzwart bis zum Busfahrer, "nur die Mannschaft anscheinend nicht."

Fan-Schelte nach St. Pauli-Spiel

Die Fans haben dies längst begriffen. Nach dem enttäuschenden 2:2 im Kellerduell gegen den FC St. Pauli am Samstag (Spielbericht) bekam das Verhältnis der Fans zur Mannschaft Risse. 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag)

Als die Spieler in die Kurve gingen, schallte es "Absteiger, Absteiger!" und "Wir sind Wolfsburger und ihr nicht!".

Garcia zeigte Verständnis für die Reaktion: "Die Fans standen gegen St. Pauli 90 Minuten hinter dem Team, aber auf dem Platz kam nichts zurück."

Fokus auf den Klassenerhalt

Der Aufsichtsrats-Boss erwartet von den Wölfen gegen Köln eine deutliche Reaktion: "Die Spieler müssen bereit sein, für den anderen zu laufen und zu kämpfen."

Alle Egoismen müssten ausgeschaltet und der Fokus einzig und allein auf das Ziel Klassenerhalt gelegt werden, so Garcia.

Wolfsburg hat nur eines seiner letzten elf Spiele gewonnen. Nach derzeitigem Stand müsste der Tabellen-16. in der Relegation gegen den Dritten der Zweiten Liga um den Klassenerhalt kämpfen.

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