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Heizen das Topspiel mächtig an: Leverkusens Holzhäuser (r) und Bayerns Hoeneß © getty

Schon vorm Showdown um die Herbstmeisterschaft ist die Atmosphäre giftig: Weil Leverkusens Holzhäuser gegen Bayerns Hoeneß poltert.

Von Martin Hoffmann und Christian Paschwitz

München - Es könnte die Vorentscheidung bringen im Kampf um die Herbstmeisterschaft:

Auf jeden Fall ist es das absolute Topduell der bisherigen Saison, wenn Bayer Leverkusen am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) im Verfolger-Duell den einen Rang schlechter stehenden Tabellendritten FC Bayern empfängt.

Und die verbalen Giftpfeile fliegen bereits hin und her. Vor dem großen Showdown stichelt der Werksklub gegen den Rekordmeister.

"Teure Spieler zu kaufen ist einfach", meinte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser in der "Sport Bild" hinsichtlich Bayerns Millionen-Transfers von Franck Ribery (25 Millionen Euro,) und Luca Toni (elf Millionen Euro).

"Entscheidend ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Transfers."

Holzhäuser reizt Hoeneß

Womit Holzhäuser die Münchner noch mehr gereizt haben dürfte, ist die Aussage, dass sein Klub in einer großen Akte alle Transfer- und Gehaltszahlungen der Bayern zusammengetragen und interessante Erkenntnisse gewonnen habe.

So sollen die Bayern in den vergangenen fünf Jahren bei Transfers 83 Millionen Euro Minus gemacht haben - Leverkusen dagegen ein Plus von 12,53 Millionen Euro. Und: Die Bayern zahlen demnach aktuell 80 Millionen Euro an Spielergehältern, die Werkself "nur" 34 Millionen.

Hoeneß stichelt zurück

Holzhäusers kampfeslustige Kernaussage lautet damit: Leverkusen wirtschaftet vorsichtiger als Bayern - und steht trotzdem besser da in der Tabelle.

Derlei Zahlenspiele sorgen im Freistaat indes nur für ein müdes Lächeln: "In welchem internationalen Wettbewerb spielt Leverkusen eigentlich?", fragte Uli Hoeneß rhetorisch. Und lieferte die Antwort gleich mit: "In keinem."

Der Bayern-Manager war es auch, der das Wortgefecht zum Spitzenspiel eröffnet hatte - mit der provokativen Einschätzung, Aufsteiger und Titel-Mitaspirant Hoffenheim sei "ganz klar" stärker als Leverkusen.

Sorge um Kießling und Augusto

Die Münchner verweisen zudem darauf, dass Leverkusen in den vergangenen sieben Spielen gegen den FCB stets das Nachsehen hatte. Und: Seit 1999 gab es überhaupt nur zwei Bayer-Siege.

Stürmer Stefan Kießling, dessen Einsatz wegen eines Magen-Darm-Infekts fraglich ist wie der von Renato Augusto (Halsschmerzen), ficht das kaum an: "Wenn wir eine Top-Leistung abliefern, können wir Bayern schlagen. Die Statistik ist egal."

Breitner soll Kadlec beobachten

Rudi Völler ließ zunächst auch verlauten, ein Unentschieden sei ihm zu wenig. Im "kicker" dann wälzte Leverkusens Sportchef wie auch Simon Rolfes ("Die Bayern stehen sicherlich stärker unter Druck als wir") die Favoritenbürde süffisant ab: "Die linke Seite der Bayern ist sensationell."

Wohlgemerkt aber auch wegen des Ex-Leverkuseners Ze Roberto, "der immer noch Weltklasse hat." Auch so kann man ein Gipfeltreffen anheizen.

Zumal die Münchner laut "Sport Bild" nun ein Auge auf einen aktuellen Leverkusener Leistungsträger geworfen haben. Bayerns Vorstand-Berater Paul Breitner, heißt es, hat kürzlich Verteidiger Michal Kadlec beobachtet.

Valencia heißt auf Castro und Barnetta?

Holzhäuser will den Tschechen in keinem Fall abgeben, könnte die Leihgabe von Sparta Prag für 2,5 Millionen Euro langfristig an sich binden.

Doch auch andere Bayer-Akteure wecken offenbar Begehrlichkeiten: Nach "kicker"-Informationen ist der FC Valencia interessiert an Gonzalo Castro (Vertrag bis 2012) und Tranquillo Barnetta (bis 2010).

Völler betont, die Mannschaft unbedingt zusammenhalten zu wollen. Notfalls dürfte das versucht werden mit einer kräftigen Gehaltsaufbesserung für Castro und Barnetta.

Dann wird man sehen, ob es auch für die Spanier einfach ist, teure Spieler zu kaufen...

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