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Clemens Fritz (l.) gewann mit Bremen das Hinspiel gegen St. Pauli mit 3:0 © getty

Das Saisonfinale naht - wer muss runter? SPORT1 nimmt Form und Restprogramm der Abstiegskandidaten unter die Lupe.

Von Christoph Gschoßmann

München - Vier Spieltage noch - die Spannung im Tabellenkeller steigt. Schalke hat sich verabschiedet, aber bei bei acht Teams geistert immer noch das Abstiegsgespenst herum(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ob mit der Bremer Hamstertaktik oder der Stuttgarter Achterbahnfahrt - am Ende zählt nur, über dem Strich zu stehen.

Schon an diesem Wochendende steigen mit St. Pauli - Bremen und Köln - Wolfsburg die ersten Abstiegsendspiele.

Doch auch die Konkurrenz hat Schwerstarbeit zu verrichten: Die Eintracht beispielsweise empfängt die Bayern und für Gladbach geht es ausgerechnet gegen Tabellenführer Dortmund schon um alles.

SPORT1 zeigt das Restprogramm der Abstiegskandidaten und analysiert die aktuelle Form der Kellerkinder.

Werder Bremen (11. Platz, 35 Punkte, Tordifferenz -16):

Form: Die Katastrophen-Saison könnte für die Nordlichter glimpflich ausgehen, denn zuletzt war Werder schwer zu bezwingen. Seit sieben Spielen ist Bremen jetzt schon ungeschlagen.

Zwar sprangen in diesen Partien nur zwei Siege heraus, doch durch die vielen Unentschieden erhamsterten sich die "Grün-Weißen" mehr Punkte als die Konkurrenz.

Behält Werder die Stabilität von zuletzt, sollte die Schaaf-Elf den Abstieg abwenden können. Vorsicht ist aber geboten: Das Restprogramm (nur noch direkte Konkurrenten und der BVB) hat es in sich.

Restprogramm: St. Pauli (A), Wolfsburg (H), Dortmund (H), Kaiserslautern (A)

1. FC Köln (12. Platz, 35 Punkte, Tordifferenz -17)

Form: Köln sah in der Hinrunde schon wie ein sicherer Absteiger aus. Doch nachdem Trainer Frank Schaefer die Truppe übernahm, gelang ein bemerkenswerter Aufschwung.

Jetzt kommt ausgerechnet aus Richtung der scheinbar perfekten "Kölschen Lösung" Unruhe auf. Schaefers Abschieds-Ankündigung und die vorausgehenden Querelen haben den Klub in Unruhe versetzt.

Auch sportlich steckt das Team nach zwei Niederlagen gegen die Konkurrenz im Tief und selbst die Heimstärke ist kein Plus mehr, denn Stuttgart eroberte die "Festung" nach sieben Heimsiegen Folge.

Restprogramm: Wolfsburg (A), Leverkusen (H), Frankfurt (A), Schalke (H)

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1. FC Kaiserslautern (13. Platz, 34 Punkte, Tordifferenz -8):

Form: Natürlich war der FCK als Aufsteiger schon vor der Saison einer der Topkandidaten auf den Abstieg. Und nach einem überraschend starken Auftakt ging es dann auch relativ zügig bergab.

Das Team zeigt sich dabei soweit intakt, ist jedoch zu abhängig von seinem Toptorjäger Srdjan Lakic. In der Hinrunde noch Torgarant, wurde Lautern während seiner Flaute immer weiter nach unten durchgereicht.

So auch in den letzten Partien: Gegen Stuttgart noch Matchwinner, machte Lakic gegen den Club keinen Stich und Lautern musste sich geschlagen geben. Es bleibt die Hoffnung, dass Lakic in seinen letzten Spielen für den FCK trifft - eine pikante Begegnung mit Wolfsburg inbegriffen.

Restprogramm: Schalke (A), St. Pauli (H), Wolfsburg (A), Werder (H)

VfB Stuttgart (14. Platz, 33 Punkte, Tordifferenz -3):

Form: Auf und ab. Oder besser: Ab und auf. Wie immer vermasselte der VfB seine Hinrunde gründlich, steht aber in der Rückrundentabelle auf Rang sechs. Der Kader hat großes Potenzial, nur ruft die Mannschaft das zu selten ab.

Dennoch: Stuttgart hat den Abstiegskampf angenommen. Von der Niederlage gegen Kaiserslautern rehabilitierten sich die Schwaben mit einem "dreckigen" Sieg in Köln.

Für das Team von Bruno Labbadia spricht auch die beste Tordifferenz aller Abstiegskandidaten. Beim Blick auf die kommenden Aufgaben wird aber klar: Der VfB sollte den Klassenerhalt lieber früher sichern als später.

Restprogramm: HSV (H), Hoffenheim (A), Hannover (H), Bayern (A)

Eintracht Frankfurt (15. Platz, 33 Punkte, Tordifferenz -11):

Form:Schnüffelten die Frankfurter nach der Winterpause noch an den Europa-League-Plätzen, liegen sie nun nach der langen Torlos-Serie auf dem letzten Platz der Rückrundentabelle.

Ein Hauptproblem: Theofanis Gekas hat Ladehemmung. Und nur wenn Gekas trifft, wie zuletzt vor vier Spieltagen gegen St. Pauli, gewinnt die Eintracht auch.

Wer in Frankfurt auf den Daum-Effekt gehofft hat - er bei nur zwei Punkten aus drei Spielen ausgeblieben. Dabei kommen jetzt erst die richtig schweren Spiele: Frankfurt hat das schwerste Restprogramm aller Kellerkinder.

Restprogramm: Bayern (H), Mainz (A), Köln (H), Dortmund (A)

VfL Wolfsburg (16. Platz, 29 Punkte, Tordifferenz -10):

Form: Auch beim Vorvorjahresmeister ist der erhoffte Trainereffekt ausgeblieben, in drei Versuchen sprang für Felix Magath noch kein Sieg heraus.

Magath bemängelte zuletzt Fitness und Einstellung seiner Mannschaft. Beim Unentschieden in St. Pauli holte Wolfsburg immerhin einen mehr als glücklichen Punkt und konnte zumindest die "Kiezkicker" auf Abstand halten.

Wolfsburg hat sicherlich eines der am stärksten besetzten Teams im Tabellenkeller, doch das Team scheint den Kampf nicht angenommen zu haben. Nur auf Magath zu hoffen, wird zu wenig sein.

Restprogramm: Köln (H), Werder (A), Kaiserslautern (H), Hoffenheim (A)

FC St. Pauli (17. Platz, 29 Punkte, Tordifferenz -21):

Form: Die Hamburger scheinen die Schreckensnachricht vom Abgang Holger Stanislawskis gut verkraftet zu haben. Gegen Wolfsburg zeigte die Elf vom Kiez eine bärenstarke Leistung, belohnte sich aber am Ende nicht dafür.

Immerhin hatte die Nierlagenserie von sieben Pleiten in Folge durch den Punkt ein Ende, doch der eine Zähler war schon fast zu wenig für St. Pauli.

Für die "Kiezkicker" folgen zwei extrem wichtige Spiele gegen die direkte Konkurrenz. Gelingt nicht bald die Wende, weht die Totenkopffahne im nächsten Jahr wieder im Unterhaus.

Restprogramm: Werder (H), Kaiserslautern (A), Bayern (H), Mainz (A)

Mönchengladbach (18. Platz, 26 Punkte, Tordifferenz -21):

Form: Andre Schürrles später Treffer war ein erneuter Nackenschlag für die "Fohlenelf".

Doch unter Lucien Favre zeigte die Form der Gladbacher zuletzt nach oben und auch die Niederlage gegen Mainz war unglücklich.

Das Ziel muss der Relegationsplatz sein, und auf den sind es nur drei Punkte. Allerdings bedeutet, genau wie bei St. Pauli, das sehr negative Torverhältnis eigentlich noch einen Punkt weniger.

Restprogramm: Dortmund (H), Hannover (A), Freiburg (H), HSV (A)

SPORT1-Prognose:

Bestätigt sich in Bremen und Stuttgart der Trend der letzten Wochen, sollten sich die beiden Europapokalteilnhemer befreien können. Frankfurt und Kaiserslautern könnten noch abrutschen - hier wird viel von den Goalgettern der Teams abhängen.

Der Magath-Effekt muss in Wolfsburg endlich greifen - wenn die Mannschaft den Abstiegskampf weiterhin nicht annimmt, ist die Relegation die Mindest-Konsequenz.

Für St. Pauli und Gladbach ist der Zug zwar noch nicht abgefahren, doch alle Zeichen deuten bei den Traditionsklubs Richtung Liga zwei.

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