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Kopfwäsche: Gladbachs Coach Hans Meyer (r.) nimmt Marko Marin in die Pflicht © imago

Angeblich gibt's Millionen-Offerten für Marko Marin. Doch Gladbachs Coach Meyer glaubt das nicht: "So dumm ist keiner."

Von Christian Paschwitz

München - Immer wieder sorgen angebliche Millionen-Offerten für Gladbachs Shootingstar Marko Marin für Schlagzeilen.

Nun kam die Antwort von Hans Meyer - und sie fiel kernig aus.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Klub so dumm ist, Millionen für so einen 19-Jährigen auszugeben", erklärte der Borussen-Trainer im "kicker".

"Es ist interessant, wie dumm und unpassend über die Zukunft eines jungen Mannes mit ein paar Bundesligaspielen diskutiert wird."

Worte, die wenig schmeicheln - und den Druck auf Marin in Mönchengladbach erhöhen dürften.

Interesse aus dem Ausland und von Werder

Der Nationalspieler hatte trotz Vertrags bis 2010 zuletzt mehrfach betont, in absehbarer Zeit auch im Klub international spielen zu wollen. Zur Not offenbar auch woanders:

"Natürlich will ich zu einem Top-Verein", wurde Marin in der "Sport Bild" zitiert.

Neben mehreren ausländischen Top-Klubs soll trotz Meyers Unglaube auch Werder Bremen interessiert sein.

"Ihr müsst euch keine Sorgen machen"

Marin sah sich daher offenbar aufgrund der heftigen Reaktionen der Anhänger am Mittwochnachmittag genötigt, auf seiner Homepage nochmals das Wort zu ergreifen: "Liebe Fans, Ihr müsst Euch bitte keine Sorgen machen. Ihr und die Borussia liegen mir sehr am Herzen."

Und weiter: "Natürlich möchte ich irgendwann in der Zukunft auch international spielen. Derzeit konzentriere ich mich aber voll und ganz auf die laufende Bundesligasaison mit Borussia Mönchengladbach."

Möglicherweise legt Marin sein Augenmerk fortan auch darauf, seinen Berater Micky Stevic zu bremsen. Der hatte lanciert, Vereine aus dem In- und Ausland stünden quasi Schlange, um Gladbachs vierfachen Nationalspieler zu verpflichten.

Meyer erwartet harte Arbeit

Zum Ärger von Meyer, was letztlich auch für Marin wieder unangenehm werden könnte. Was der Borussen-Coach die Öffentlichkeit erkennen lässt: Er nimmt seinen jugendlichen Mittelfeld-Spieler, den er wegen Defiziten in der Defensivarbeit zuletzt auch schon mal auf der Bank schmoren ließ, nun noch mehr in die Pflicht.

"Ich hoffe, er hört auf die, denen er am Herzen liegt", so Meyer schroff. "Und ich erwarte, dass er die angeblichen Millionenangebote zu tatsächlichen macht. Durch harte Arbeit - denn die hat er als 19-Jähriger allemal nötig."

Immerhin sagt Meyer aber auch: "Marko kann sehr gut unterscheiden zwischen Schein und Wirklichkeit."

Sich selbst Meyer sieht seit jeher als Realist - und meint außerdem: "Als Manager von Real Madrid käme ich nicht auf die Idee, überhaupt einen Spieler aus Gladbach für einen Millionenbetrag zu verpflichten."

"Das Geld können wir gut gebrauchen"

Der Rüffel für Marins Manager fällt in typischer Meyer-Manier ironisch aus:

"Die Millionenangebote, von denen Berater Stevic spricht, sind angebliche Millionenangebote. Aber wenn wirklich ein Klasseverein mit Millionen hier vor der Tür steht, dann ist das gut für unseren Klub. Das Geld können wir gebrauchen."

Erst mal erscheinen aber drei Punkte dringlicher: Für den Klassenerhalt, am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) im Kellerduell gegen Schlusslicht Energie Cottbus.

Mit Marin, der seinem Trainer und den "Fohlen"-Fans zeigen kann, was er drauf hat.

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