Werder Bremens Erfolgsgespann Klaus Allofs und Thomas Schaaf muss sich erstmals eine misslungene Personalplanung vorwerfen lassen.

Die Zusammenarbeit von Sportdirektor Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf in Bremen ist in den vergangenen Jahren oft gelobt worden.

Dazu bestand auch ausreichend Grund, denn das Duo bastelte in den knapp zehn Jahren seiner gemeinsamen Tätigkeit an der Weser trotz infrastruktureller Nachteile immer wieder eine Mannschaft zusammen, die für die Champions-League-Plätze in Frage kam.

Der Sprung in die Gruppenphase der europäischen Eliteklasse gelang zuletzt fünf Mal am Stück.

In den ersten beiden dieser fünf Jahre kam Werder gar ins Achtelfinale, dem internationalen Lehrgeld gegen Lyon (0:3/2:7) folgte das dramatische Ende gegen Juventus (3:2/1:2).

Auch das Aus nach der Gruppenphase 2006/07 mit zehn Punkten als Dritter hinter Chelsea und Barcelona war ehrenhaft.

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Dass Werder im Vorjahr Olympiakos Piräus den Vortritt lassen musste, schon weniger. Jener vermeintliche Ausrutscher ist in dieser Saison aufs Schlimmste bestätigt worden.

Achtelfinale ade schon vor dem letzten Gruppenspieltag: Werder ist international nicht mehr konkurrenzfähig.

Das schwante Allofs schon nach der herben 0:3-Abfuhr daheim gegen Panathinaikos Athen. Das 2:2 von Famagusta hat diese Erkenntnis auch dem letzten Optimisten in grün-weiß per Holzhammermethode vermittelt.

"Wir hatten vor der Saison den Eindruck, dass wir mit diesem Kader gut gerüstet sind. Das muss man natürlich jetzt nochmal hinterfragen", sagte Allofs im Anschluss.

Damit räumte er unverblümt eine misslungene Personalpolitik ein ? eine Premiere in der Ära Allofs/Schaaf.

Fehlende Routine und dadurch ein Mangel an Cleverness und Reife gepaart mit hoher Fehlerquote haben die beiden bei ihrer Mannschaft ausgemacht.

Unbestritten talentierte junge Leute wie Sebastian Boenisch, Mesut Özil, Sebastian Prödl oder auch Aaron Hunt waren in der Champions League überfordert, als Nationalspieler wie Torsten Frings, Per Mertesacker, Clemens Fritz oder Diego infolge der hohen Belastungen bei EM oder Olympia in ein Leistungsloch fielen.

Es war niemand da, der in die Bresche hätte springen können.

Teilweise naives Abwehrverhalten, besonders auf den Außenpositionen, zog kollektive Verunsicherung nach sich, die auch den Glauben in die eigene Offensivstärke angriff.

Pausen für die formschwachen Akteure waren so gut wie unmöglich, weil Alternativen entweder dauerverletzt ausfielen ? wie Daniel Jensen ? oder sich im Training nicht aufdrängten.

Auch den Mangel an Konkurrenzkampf haben sich Allofs und Schaaf durch ihre Personalplanungen weitestgehend selbst zuzuschreiben.

Diese Scharte schon im Winter auszuwetzen, wird für das Duo kein Selbstläufer. Denn der Druck, unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit nun die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, dürfte sich kaum ignorieren lassen.

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