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Michael Oenning wurde 2008 beim 1.FC Nürnberg schon vom Co- zum Cheftrainer © getty

Der HSV spart und schenkt Michael Oenning das Vertrauen für den Neustart. Arnesen gibt sein "Go!". Die Spieler sind begeistert.

Hamburg - Morgens um zehn war die Welt so richtig in Ordnung für Michael Oenning.

Bei strahlendem Sonnenschein und unter wolkenlosem Himmel leitete der 45-Jährige am Dienstag erstmals als Chefcoach das Training beim Hamburger SV. 381537(DIASHOW: Der 30. Spieltag)

Der designierte neue HSV-Sportchef Frank Arnesen strich bei einem Blitzbesuch in der Hansestadt das Attribut "Interim", damit ist der gemeinsame sportliche Weg bis 2012 vorgezeichnet.

Der Münsterländer ist nun schon der elfte HSV-Trainer binnen zehn Jahren, aber der erste vorherige Assistent, dem man die Chance gibt, über das Saisonende hinaus den Profikader zu führen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Teurer Kader, überschaubarer Erfolg

Und damit auch die Gelegenheit zu einem wirklichen Neuanfang.

Denn auch gestandene Fußball-Lehrer wie Frank Pagelsdorf, Kurt Jara, Klaus Toppmöller, Huub Stevens, Martin Jol, Bruno Labbadia und Armin Veh holten für die Hanseaten keine Titel.

Derlei hohe Ansprüche muss Oenning, zumindest vorläufig, auch gar nicht erfüllen. "Unser Personal-Etat ist derzeit noch auf Champions-League-Niveau, davon müssen wir unbedingt runter", sagt der aktuelle Vorstandsvorsitzende Carl E. Jarchow.

47 Millionen Euro kostet der derzeitige Kader, mit dem es aller Voraussicht nach zum zweiten Mal nacheinander nicht einmal für die Europa League reichen wird. Für die neue Spielzeit wird mit etwa 35 Millionen Euro geplant.

Sparen auch beim Trainerposten

Wer sich teure Stars auf dem Rasen nicht mehr leisten kann, muss eben auch auf der Trainerbank ein bisschen sparen. Arnesen, derzeit noch an den FC Chelsea gebunden, hatte zunächst Stale Solbakken vom dänischen Meister FC Kopenhagen favorisiert.

Doch der Norweger spielt in einer anderen Gehaltsklasse, wäre nur gegen eine Ablösesumme in die Hansestadt gewechselt und wird nun wohl seine Landsleute als Nationalcoach betreuen.

Oenning, den sein Vorgänger Armin Veh zu Saisonbeginn nach Hamburg mitbrachte, hat sich seither bei den HSV-Profis ein gutes Standing erarbeitet.

"Man sieht, dass er zu uns passt"

"Er hat eine klare Spielphilosphie und ich habe den Eindruck, dass sich jeder einzelne Spieler unter ihm verbessern wird", sagte Mittelfeldspieler David Jarolim.

Außenverteidiger Dennis Diekmeier, der den Coach noch aus gemeinsamen Nürnberger Tagen kennt, hat eine ganz ähnliche Meinung: "Man sieht jetzt schon, dass er zu unserer Mannschaft passt."

Vereinsintern wird schon erwogen, den derzeit noch bis 2012 laufenden Kontrakt um ein weiteres Jahr zu verlängern.

"Weg nach Europa ist sehr weit geworden"

Für den Fall, dass sich der HSV doch noch für das internationale Geschäft qualifizieren sollte.

Und trotz fünf Punkten Rückstand bei nur noch vier Spielen hat Oenning diesen Kampf auch noch nicht aufgegeben: "Der Weg nach Europa ist jetzt schon sehr weit geworden, aber es ist noch nicht zu Ende. Auch wenn ich weiß, dass wir keine Fehler mehr machen dürfen und eigentlich alle vier Spiele gewinnen müssen."

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