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Nuri Sahin war mit 16 Jahren und 355 Tagen der jüngste Bundesligaspieler aller Zeiten © getty

Der verletzte Regisseur wird den Dortmundern im Meisterschaftsendspurt fehlen. Dadurch bleibt viel Zeit für die Zukunftsplanung.

Dortmund - Ein Klingelton als Programm.

Die Champions League-Hymne wird Borussia Dortmunds Spielmacher Nuri Sahin in der kommenden Saison auf jeden Fall außer auf seinem Handy auch in den Fußball-Arenen der europäischen Königsklasse hören.

Nach der vorzeitigen Qualifikation der Westfalen durch den 3:0-Erfolg gegen den SC Freiburg (Spielbericht) ist nur noch eine Frage zu klären.

In wessen Trikot wird Sahin einlaufen: Dortmund, Real Madrid oder Inter Mailand? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zuschauer wider Willen

Auf die jüngsten Berichte über das Interesse von Spaniens Nobelklub Real und Champions League-Sieger Inter reagierte der 22-Jährige vor dem Freiburg-Spiel nur reflexartig.

"Ich möchte mich dazu nicht äußern und mich auf den Saisonendspurt konzentrieren", lautete Sahins Standardantwort auf die immer bohrenderen Fragen.

Solche Ausweichmanöver kann der Deutsch-Türke nun nicht mehr fahren: Ein Innenbandanriss im rechten Knie zwingt Sahin bei Dortmunds mutmaßlichem Triumphmarsch zur Meisterschaft unfreiwillig in die Zuschauerrolle.

Zwei Herzen

"Ich bin am Boden zerstört und muss die Verletzung erst verdauen" war Sahins unmittelbare Reaktion. Sobald er den Schock aber überwunden hat, kann Sahin also seine Zukunft klären und damit nicht zuletzt auch seinen Klub auf dem Weg zum Titel wieder zur Ruhe kommen lassen.

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Ganz offenkundig schlagen - ungeachtet seines ohnehin noch bis 2013 laufenden Vertrages - zwei Herzen in Sahins Brust.

Nicht von ungefähr hatte sich der gebürtige Lüdenscheider schon nach dem Freiburg-Spiel öffentlich von seinem Teamkollegen Kevin Großkreutz an das Versprechen aller BVB-Spieler für eine gemeinsame Zukunft erinnern lassen müssen.

Raum für Spekulationen

"Mit Nuri in die Champions League", hatten die BVB-Fans auf Spruchbänder geschrieben und so ihre Sympathie für den türkischen Nationalspieler bekundet.

Dessen empathisch-augenzwinkernde Replik ("die Fans wissen schon, wie ich mich entscheide") lässt in Ermangelung eines verbindlichen Bekenntnisses jedoch Raum für Spekulationen.

Sahins Unentschlossenheit ist nachvollziehbar, schließlich lockt nicht alle Tage ein Verein wie Real. Entsprechend dürften - Meisterschafts-Endspurt hin oder her - die zuletzt von Sahins Berater Reza Fazeli offiziell als "auf Eis gelegt" bezeichneten Verhandlungen mit Dortmund in Kürze wieder aufgenommen werden.

Der Nachfolger ist schon gefunden

In dem bevorstehenden Poker könnten Sahin und Fazeli, der auch Madrids deutschen Nationalspieler Mesut Özil vertritt, stärker als erwartet unter Druck geraten.

Denn natürlich wollen BVB-Trainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc den Kopf ihrer Erfolgself weiter in Dortmund halten.

Doch gilt auch für die Schwarz-Gelben nicht zuletzt mit Blick auf ihren Aktienkurs eine finanzielle Schmerzgrenze in Bezug auf eine möglicherweise zweistellige Millionenablöse.

Zehn Millionen sollen in die Mannschaft investiert werden

Zehn Millionen Euro wird der BVB in der kommenden Saison in seine Mannschaft investieren. Die andere Hälfte der 20 Millionen Euro, die der designierte Meister in der nächsten Saison in der Champions League garantiert einspielen wird, soll zur Tilgung der Verbindlichkeiten sowie für Renovierungsmaßnahmen im Stadion verwendet werden.

Die sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Westfalenpost" und dementierte bei der Gelegenheit gleich nochmal einen möglichens Transfer Sahins.

"Die einzigen, die davon nichts wissen, sind Real Madrid, Borussia Dortmund und Nuri Sahin", erklärte Watzke.

Trotzdem steht Dortmund bereits in aussichtsreichen Gesprächen mit U-21-Nationalspieler Ilkay Gündogan vom 1. FC Nürnberg, der künftig bei den Borussen in Sahins Rolle schlüpfen könnte.

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