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Klose und Neuer trafen zuletzt beim Supercup in Augsburg aufeinander © getty

Nach der Abschiedsankündigung des Schalkers macht sich Bayerns Präsident für den schnellen Wechsel nach München stark. Wie auch Klose.

Von Tobias Wiltschekund Christian Paschwitz

München - Offiziell ist natürlich noch nichts.

Und über den wahrscheinlichen Zugang von Manuel Neuer zum FC Bayern werde es vom Verein keine Reaktionen geben, hieß es noch am Mittwochnachmittag beim Pressegespräch an der Säbener Straße.

Doch nur wenige Stunden nach Neuers tränenreicher Vorstellung beim FC Schalke, auf der der Torwart verkündete, seinen bis 2012 laufenden Vertrag bei den "Königsblauen" nicht zu verlängern (Bericht), kam man beim Rekordmeister dann doch aus der Deckung.

Hoeneß lockt ganz offen

In einem "ZDF"-Interview erklärte Uli Hoeneß das, was eh schon seit Wochen kolportiert wird: Nämlich Neuer unbedingt schon im Sommer verpflichen zu wollen.

"Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Ich denke, dass wir gewillt sind, das zu realisieren - und wenn die Schalker nächstes Jahr keine Ablöse bekommen, dann werden sie sich schon so bewegen, dass man sich einigen kann", erklärte der Bayern-Präsident.

Und ergänzte süffisant: "Wir hoffen, dass er dieses Jahr kommt. Und wenn er nicht dieses Jahr kommt, kommt er nächstes Jahr."

"Er muss einfach beim FC Bayern spielen"

Voraussichtlich wird der FC Bayern um die 20 Millionen Euro zahlen müssen, wenn Neuer schon zur neuen Saison an die Isar wechselt. Nach seinem Vertragsende wäre Neuer ablösefrei.

Derweil gab auch Miroslav Klose ein eindeutiges Statement pro Neuer ab: "Vom Charakter her und wie er sich als Torwart präsentiert, muss er einfach beim FC Bayern spielen", meinte der Bayern-Stürmer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

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Er kenne ihn sehr gut aus der Nationalmannschaft und habe erlebt, was für einen gewaltigen Sprung er gemacht habe, seit er Deutschlands Nummer 1 ist. Für Klose ist klar, dass "die Besten bei den Bayern" spielen sollten.

Klose macht sich stark - und schweigt

Die eigene Zukunft ließ Klose dagegen einmal mehr offen. "Ich kann alles selbst entscheiden", meinte der nur als zweite Wahl berücksichtigte Angreifer.

Dass ihm die Bayern noch kein Angebot zur Verlängerung des bis Saisonende laufenden Vertrages gemacht haben, beunruhige ihn nicht sonderlich.

"Ich fühle mich körperlich in einem guten Zustand", so der der 32?Jährige, für den Geld nicht die wichtigste Rolle spiele.

Gesamtpaket entscheidend

Entscheidend sei das Gesamtpaket: "Dazu zählt die Familie, die Planungen des Vereins, die Gespräche mit dem Trainer und das System."

Eines schließt Klose aber aus: Eine Rückkehr zum 1. FC Kaiserslautern, wo er einst zum Nationalspieler reifte.

Bis feststeht, wo er ab der kommenden Saison spielt, will Klose sich den taktischen Vorstellungen von Bayern-Interimstrainer Andries Jonker fügen und im Mittelfeld spielen, wie beim 5:1-Sieg am vergangenen Sonntag gegen Bayer Leverkusen (Spielbericht).

Option 4-4-2-System

"Ich gehe nicht davon aus, dass wir mit zwei Stürmern spielen", so Klose, auch wenn er ein 4-4-2-System beim derzeitigen Tabellendritten durchaus für eine Option hält.

"Natürlich funktioniert das", sagte Klose über die Variante einer Doppelspitze mit Mario Gomez.

Weil der Ex-Stuttgarter aber für die eine Angriffsposition gesetzt ist, gebe er bis auf Weiteres auch gerne den "Zehner".

Butt stellt sich schon hinten an

Für Neuers Kommen brach denn auch Gomez eine Lanze: "Manu muss man nicht charakterisieren. Wir wissen alle, dass er der Beste ist."

So schließt sich auch ein Konkurrenzkampf mit Hans Jörg Butt aus, der unlängst wieder für den degradierten Thomas Kraft zwischen die Pfosten rückte.

"Wenn Neuer kommt, wird es keinen Konkurrenzkampf geben, weil er dann klar die Nummer eins ist", so der 36-Jährige.

Abwehrspieler Daniel van Buyten kommentierte den Neuer-Hype wiederum gelassen-ironisch: "Ich würde mich auch freuen, wenn Messi kommt."

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